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Wirt­schafts­mis­si­on führ­te Unter­neh­mer nach Mai­land

Die Außenwirtschaft der Wirtschaftskammer Kärnten organisierte zusammen mit dem Außenwirtschafts-Center Mailand eine dreitägige Wirtschaftsmission rund um das Thema Nachhaltigkeit in die Lombardei um Kärntner Unternehmen mit Stakeholdern und potenziellen Geschäftspartnern zusammenzubringen. Einige Geschäfte sind bereits konkret, andere in Anbahnung.

Wirt­schafts­mis­si­on führ­te Unter­neh­mer nach Mai­land Gudrun Hager, Augusto De Castro, Chiara Fanali, Hemma Kircher-Schneider und Wirtschaftskammer Kärnten Präsident Jürgen Mandl (von links)

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In weni­ger als fünf Stun­den ist man von Kla­gen­furt in Mai­land. Die kos­mo­po­li­ti­sche Metro­po­le ist nicht nur Mode- und Kul­turhot­spot, son­dern auch die füh­ren­de Wirt­schafts- und Indus­trie­stadt Ita­li­ens. Die Außen­wirt­schaft der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten orga­ni­sier­te zusam­men mit dem Außen­wirt­schafts-Cen­ter Mai­land eine drei­tä­gi­ge Wirt­schafts­mis­si­on rund um das The­ma Nach­hal­tig­keit in die Lom­bar­dei. Das The­men­spek­trum reich­te dabei von Ener­gie & Kreis­lauf­wirt­schaft zu Maschi­nen­bau & Indus­trie 4.0 bis hin zur grü­nen Wen­de in der Wirt­schafts­me­tro­po­le Mai­land. Acht Kärnt­ner Unter­neh­men aus unter­schied­li­chen Bran­chen infor­mier­ten sich über geplan­te Pro­jek­te und Koope­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten in der Lom­bar­dei und nutz­ten die Gele­gen­heit, Ihre Tech­no­lo­gien und Dienst­leis­tun­gen im Direkt­kon­takt mit Ent­schei­dungs­trä­gern sowie poten­zi­el­len Geschäfts­part­nern vor­zu­stel­len.

Netz­werktref­fen mit Unter­neh­mern

Ziel des Besu­ches war es, Kon­tak­te zwi­schen der Kärnt­ner Wirt­schaft und ita­lie­ni­schen Unter­neh­mern zu knüp­fen. „Wirt­schafts­mis­sio­nen sind wich­ti­ger denn je. Im Rah­men die­ser Rei­se wur­de Kärnt­ner Unter­neh­men die Mög­lich­keit gebo­ten, sich in kur­zer Zeit einen straf­fen Über­blick von Geschäfts- und Inves­ti­ti­ons­mög­lich­kei­ten zu ver­schaf­fen und Direkt­kon­tak­te mit Ent­schei­dungs­trä­gern sowie poten­zi­el­len Part­ner­fir­men wahr­zu­neh­men. Die bei­den Nach­bar­re­gio­nen Kärn­ten und Lom­bar­dei haben sehr vie­le Gemein­sam­kei­ten und Poten­ti­al für eine künf­ti­ge Zusam­men­ar­beit“, unter­strich Wirt­schafts­kam­mer-Prä­si­dent Jür­gen Man­dl, der die Dele­ga­ti­on anführ­te. „Ziel­märk­te, Bran­chen und dazu­ge­hö­ri­ge Unter­neh­men wur­den bereits Mona­te vor­her aus­ge­wählt und auch an die Geschäfts­fel­der der teil­neh­men­den Betrie­be ange­passt“, sagt Hem­ma Kir­cher-Schnei­der, Lei­te­rin der Außen­wirt­schaft in der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten.

„Grü­ne Vor­rei­ter“

Sowohl Kärn­ten als auch die Lom­bar­dei sind Vor­rei­ter im Green Eco­no­my Bereich. „Mit die­ser Wirt­schafts­mis­si­on wur­de ein her­vor­ra­gen­des Zei­chen zur Wie­der­be­le­bung der Geschäfts­be­zie­hung gesetzt. Das Poten­ti­al wur­de klar auf­ge­zeigt. Kärn­ten war zum rich­ti­gen Zeit­punkt dort“, sag­te Gud­run Hager, öster­rei­chi­sche Wirt­schafts­de­le­gier­te in Mai­land. Für die mit­ge­reis­ten Unter­neh­mer war es eine her­vor­ra­gen­de Mög­lich­keit, ihre Kom­pe­ten­zen vor­zu­stel­len. „Die Lom­bar­dei sieht Kärn­ten als einen wich­ti­gen Part­ner, um künf­tig gemein­sa­me Pro­jek­te auf den Weg zu brin­gen“, so Hager. Denn mit dem Wie­der­auf­bau­plan für Ita­li­en als Grund­la­ge für den Ein­satz der EU-Hilfs­gel­der sol­len bis 2026 umfas­sen­de Refor­men in Angriff genom­men wer­den.

Auf­bau- und Resi­li­en­z­plan

Nach einer bei­spiel­lo­sen Kri­se auf­grund der Pan­de­mie reagiert Ita­li­en mit sei­nem Auf­bau- und Resi­li­en­z­plan auf die drin­gen­de Not­wen­dig­keit, eine kräf­ti­ge Erho­lung zu för­dern und Ita­li­en zukunfts­fä­hig zu machen. Auch öster­rei­chi­sche Unter­neh­men sind anspruchs­be­rech­tigt, Nie­der­las­sun­gen in Ita­li­en oder Inves­to­ren kön­nen direk­te För­der­mög­lich­kei­ten aus­schöp­fen, die teil­wei­se bereits jetzt bestehen. Wei­ters pro­fi­tie­ren öster­rei­chi­sche Expor­teu­re indi­rekt von För­de­run­gen, für wel­che ihre ita­lie­ni­schen Geschäfts­part­ner anspruchs­be­rech­tigt sind. „Es ist ein sehr ambi­tio­nier­ter Wirt­schafts­plan und eine ein­ma­li­ge Chan­ce für alle Unter­neh­mer mit der wich­tigs­ten Wirt­schafts­re­gi­on Ita­li­ens Geschäf­te zu machen“, betont Hager.

Wich­ti­ger Import­markt

Ita­li­en ist Öster­reichs zweit­größ­ter Han­dels­part­ner. Der Außen­han­del Öster­reich-Ita­li­en erziel­te von Jän­ner bis Novem­ber 2021 einen his­to­ri­schen Export­re­kord von 10,3 Mil­li­ar­den (+26,3 Pro­zent. Auch die Impor­te leg­ten 10,6 Mil­li­ar­den Euro (+25,9 Pro­zent) zu. „Mit der Export­of­fen­si­ve stär­ken wir unse­re Wirt­schaft. Jeder zwei­te Euro wird in Kärn­ten durch die expor­tie­ren­den Betrie­be ver­dient, rund 70.000 Men­schen fin­den in der Export­wirt­schaft in Kärn­ten Arbeit“, sagt Man­dl.

Wirt­schafts­stand­ort Lom­bar­dei

Die Regi­on Lom­bar­dei zählt im inter­na­tio­na­len Län­der­ver­gleich zu Öster­reichs wich­tigs­ten Han­dels­part­nern. Fast ein Drit­tel, also rund 29,5 Pro­zent aller öster­rei­chi­schen Expor­te nach Ita­li­en gin­gen 2022 in die Lom­bar­dei, das bedeu­tet Rang 12 im Län­der­ran­king, noch vor Rumä­ni­en, der Slo­wa­kei und den Nie­der­lan­den. Der Wert der hei­mi­schen Lie­fe­run­gen in die Lom­bar­dei ent­spricht einem Anteil von rund zwei Drit­tel aller öster­rei­chi­schen Expor­te nach Chi­na. Die öster­rei­chi­schen Expor­te in die Lom­bar­dei erreich­ten 2022 3,88 Mil­li­ar­den Euro, das ent­spricht einer Stei­ge­rung von +24,6 Pro­zent gegen­über 2021. Das Gros ent­fiel mit 749 Mio. Euro auf Maschi­nen und Trans­port­ma­te­ri­al (+24,2 Pro­zent), che­mi­sche Sub­stan­zen (606 Mil­lio­nen Euro, +31,9 Pro­zent, Nicht­ei­sen­me­tal­le (466 Mio. Euro, ‑5,9 Pro­zent), und Lebens­mit­tel, Geträn­ke und Tabak (442 Mil­lio­nen Euro, +45 Pro­zent).

Aber auch als Beschaf­fungs­markt ist die­se Regi­on von gro­ßer Bedeu­tung für öster­rei­chi­sche Unter­neh­men. Aus der Lom­bar­dei wur­den 2022 Waren im Wert von 3,58 Mrd. Euro (+15,6 Pro­zent) nach Öster­reich gelie­fert. Zu den wich­tigs­ten Import­gü­tern zähl­ten Maschi­nen und Trans­port­ma­te­ri­al (1,02 Mrd. Euro, +4,8 Pro­zent), Lebens­mit­tel, Geträn­ke und Tabak (740 Mil­lio­nen Euro, +25,8 Pro­zent sowie Eisen und Stahl (658 Mil­lio­nen Euro, +27,5 Pro­zent).

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Hem­ma Kir­cher-Schnei­der, Lei­te­rin der Abtei­lung Außen­wirt­schaft und EU, Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten
© WKK/Peter Just

Busi­ness to Busi­ness mit loka­len Stake­hol­dern

Das Pro­gramm war viel­fäl­tig. Besucht wur­de die größ­te Müll­ver­bren­nungs­an­la­ge in Bre­scia, die von der A2A S.p.A., einem füh­ren­den Ener­gie­un­ter­neh­men in Nord­ita­li­en, betrie­ben wird. Mit Ver­tre­tern von Asso­lom­bar­da, einer der größ­ten regio­na­len Unter­neh­mer­ver­bän­de Ita­li­ens in den Pro­vin­zen Mai­land, Mon­za und Lodi, der die Inter­es­sen von 6.900 natio­na­len und inter­na­tio­na­len Unter­neh­men aller Grö­ßen und Bran­chen ver­tritt, wur­den eben­falls sehr inter­es­san­te Gesprä­che geführt. Begeis­tert war die Dele­ga­ti­on vom MADE Com­pe­tence Cen­ter, einer digi­ta­len und nach­hal­ti­gen For­schungs­ein­rich­tung, ange­sie­delt am Cam­pus vom Poli­tec­ni­co, Ita­li­ens bekann­tes­ter und ältes­ter Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät. Vor allem Fer­ti­gungs­un­ter­neh­men fin­den dort bes­tens aus­ge­bil­de­te Ansprech­part­ner, die sie bei ihren digi­ta­len Trans­for­ma­tio­nen unter­stüt­zen. Zugleich dient MADE als For­schungs­la­bor für Stu­die­ren­de der angren­zen­den Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät. Wei­ters stand ein Fir­men­be­such bei Cosper­ga SPA, einer Vor­zei­ge­fir­ma aus dem Bereich Maschi­nen­bau und Indus­trie 4.0, auf dem Pro­gramm. Höhe­punkt der Wirt­schafts­mis­si­on war der Netz­werk­abend Aus­tri­an Busi­ness Cir­cle, wo sich die Dele­ga­ti­on zum Aus­tausch mit loka­len Stake­hol­dern traf. Die Ver­an­stal­tung fand in Koope­ra­ti­on mit dem Stand­ort­mar­ke­ting Kärn­ten und der BABEG Kärnt­ner Betriebs­an­sied­lungs- und Betei­li­gungs­ge­sell­schaft m.b.H. statt. Den Abschluss bil­de­te ein Tref­fen mit dem Team von LAND, einem inter­na­tio­na­len Land­schafts­be­ra­tungs­un­ter­neh­mens mit den Schwer­punk­ten Land­schafts­stra­te­gien und Nach­hal­tig­keit. Eines der Pro­jek­te von LAND ist die Neu­ent­wick­lung des ehe­ma­li­gen EXPO-Gelän­des MIND in Mai­land.

Hoch­ka­rä­ti­ge Gesprä­che mit Stake­hol­dern

Wirt­schafts­trei­ben­der Bern­hard Put­tin­ger, Geschäfts­füh­rer von Green Tech Val­ley Clus­ter, der ins­ge­samt 41 Unter­neh­men ver­tritt, konn­te inter­es­san­te Kon­tak­te knüp­fen. Unter­neh­mer Clau­dio Mül­ler, Geschäfts­füh­rer von Drau­t­rans, des­sen Fir­ma seit fast 30 Jah­ren mit Ita­li­en erfolg­rei­che Geschäf­te macht, war von der Mis­si­on und dem viel­fäl­ti­gen Pro­gramm sehr ange­tan. Auch WK-Vize-Prä­si­dent Alfred Trey von der gleich­na­mi­gen Ver­si­che­rungs­agen­tur sowie Ger­not Schmer­laib (Schmer­laib Con­sult) und Horst Kan­dutsch (Softwaregutachten.at) knüpf­ten inter­es­san­te Kon­tak­te. Die Unter­neh­mens­be­ra­ter Chris­ti­an Pir­ker und Maria Radin­ger führ­ten eben­falls ange­reg­te Dis­kus­sio­nen. San­dra Was­ser­mann, Umwelt­stadt­rä­tin der Stadt Kla­gen­furt, ver­schaff­te sich einen Über­blick, wel­che grü­nen Pro­jek­te in einer Metro­po­le wie Mai­land umge­setzt wur­den und in Pla­nung sind. WK-Außen­wirt­schafts­lei­te­rin Hem­ma Kir­cher-Schnei­der ist mit den Ergeb­nis­sen der Rei­se sehr zufrie­den. „Wir haben von allen Unter­neh­men sehr posi­ti­ves Feed­back bekom­men, da sie hoch­ka­rä­ti­ge Gesprächs­part­ner getrof­fen haben und sie die Zeit in Mai­land best­mög­lich für die Markt­re­cher­che nut­zen konn­ten.“

01.04.2023 18:00
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Wirt­schafts­mis­si­on führ­te Unter­neh­mer nach Mai­land Gudrun Hager, Augusto De Castro, Chiara Fanali, Hemma Kircher-Schneider und Wirtschaftskammer Kärnten Präsident Jürgen Mandl (von links)

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