Historisches Klagenfurt

Post, Poli­zei, Bank — die Geschich­te eines Hau­ses

Die Kärntner Sparkasse lässt ihre Zentrale in Klagenfurt umbauen - ein denkmalgeschütztes Gebäude mit langer und abwechslungsreicher Geschichte. Lesen Sie hier Teil 3 der "Klick Kärnten"-Zeitreise.

Post, Poli­zei, Bank — die Geschich­te eines Hau­ses Das Gebäude am Neuen Platz 14 um die Jahrhundertwende. Im Erdgeschoß befindet sich eine Gemischtwarenhandlung, in den oberen Geschoßen waren Ärzte und Versicherungen ansässig.

© Kärntner Sparkasse

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Es war der Sitz der Lan­des­haupt­leu­te und der Stand­ort der Kla­gen­fur­ter Stadt­post. Nun wird das Haus Num­mer 14 am Neu­en Platz in Kla­gen­furt rund­um erneu­ert. Glei­cher­ma­ßen span­nend wie die Zukunfts­aus­sich­ten, ist ein Blick in die geschichts­träch­ti­ge Ver­gan­gen­heit.

Die Kla­gen­fur­ter Stadt­post

Die Unter­brin­gung der Stadt­post ab 1879 in die­sem Haus war trotz der kur­zen Dau­er von zehn Jah­ren eine bedeut­sa­me Epi­so­de der Haus­ge­schich­te. Im Gegen­satz zu heu­te gab es damals näm­lich nur die­ses eine ein­zi­ge Post­amt in der gan­zen Stadt. Die west­lich am Haus vor­bei­füh­ren­de Ver­bin­dungs­gas­se zwi­schen Neu­em Platz und Bene­dik­ti­ner­markt heißt seit­dem “Post­gas­se”. Nach der Post mie­te­te sich hier bis 1902 eine Buch­dru­cke­rei mit Fach­ge­schäft für „Schul- und Schreib­re­qui­si­ten“ ein. In die­sem Zeit­raum befan­den sich auch zahl­rei­che Ärz­te­or­di­na­tio­nen im Haus.

Eine Bank zieht ein

Im Jahr 1905 kauf­te Max Grei­ner das Haus. Er war bis­her Mie­ter. Er ließ eini­ge Umbau­ten vor­neh­men und nahm wei­te­re Mie­ter auf. Auf­grund der wirt­schaft­li­chen Ver­schlech­te­rung wäh­rend des Ers­ten Welt­kriegs muss­te er das Haus im Jahr 1918 jedoch wie­der ver­kau­fen, und zwar an die „Kärnt­ner Bank Ges­mbH“, die in kei­nem Zusam­men­hang mit der „Kärnt­ner Spar­kas­se“ stand. Am Haus wur­den dafür klei­ne Adap­tie­run­gen vor­ge­nom­men: ein Kun­den­raum zum Neu­en Platz hin und hof­sei­tig ein Tre­sor- und ein schlie­ßen­der Regis­tra­tur-Raum.

Groß­zü­gi­ge Umbau­ten in den 1920er Jah­ren

Kurz nach­dem die Bank in Betrieb genom­men wur­de, kam es zu einem groß­zü­gi­gen Aus­bau, der stark in die archi­tek­to­ni­sche Sub­stanz des Gebäu­des ein­griff: neue Seg­ment­bo­gen­fens­ter statt der Holz­por­ta­le, neu­es, dop­pel­bo­gi­ges Haupt­por­tal, Schlie­ßung der Ein­fahrt, aber Bei­be­hal­tung eines Ein­gan­ges von der Post­gas­se sowie Ein­bau einer Ein­fahrt von der heu­ti­gen 10.-Oktober-Straße. Hof­sei­tig wur­de ein Stie­gen­haus ein­ge­baut und der Kel­ler erwei­tert. Die meis­ten Mie­ter wur­den dazu um- oder aus­ge­sie­delt. Für Wohn- und Ordi­na­ti­ons­zwe­cke stand nur mehr der zwei­te Stock zur Ver­fü­gung.

Die “Kärnt­ner Spar­kas­se” wird Eigen­tü­mer

Bran­chen­tur­bu­len­zen im Jahr 1926 führ­ten dazu, dass die „Kärnt­ner Bank“ ihre Schal­ter schlie­ßen muss­te. Nur ein Jahr spä­ter erwirbt die „Kärnt­ne­ri­sche Spar­kas­se“ das Haus und ver­mie­tet es vor­erst an eine ande­re Bank, die „Bank für Kärn­ten“. Im Erd­ge­schoß waren nach wie vor die Schal­ter, im Kel­ler die Tre­sor­räu­me und im ers­ten Stock Direk­ti­on und Ver­wal­tung unter­ge­bracht. Unter eini­gen Mie­tern war auch eine „Auto-Omni­bus-Ver­kehrs­un­ter­neh­mung“, die direkt vor dem Haus eine dazu­ge­hö­ri­ge Bus­hal­te­stel­le instal­lier­te.

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Das Haus der Kärnt­ne­ri­schen Spar­kas­se in den 1930er Jah­ren. In der 10.-Oktober-Straße ist die Hal­te­stel­le des Bus­un­ter­neh­mens „Auto-Omni­bus-Ver­kehrs­un­ter­neh­mung“ zu sehen.
© Kärnt­ner Spar­kas­se

Denk­mal­schutz & Poli­zei­di­rek­ti­on

1939 wur­de das Haus am Neu­en Platz 14 “als künst­le­risch bemer­kens­wer­tes Bau­werk” unter Denk­mal­schutz gestellt.Während des Zwei­ten Welt­krie­ges blieb es von direk­ten Schä­den ver­schont. Im Jahr 1944 zog die „Bank für Kärn­ten“ aus dem Gebäu­de aus, Poli­zei­di­rek­ti­on und Ver­si­che­run­gen ein.

Die „Kärnt­ner Spar­kas­se“ zieht ein

Die Zen­tra­le der “Kärnt­ner Spar­kas­se”, des Haus­ei­gen­tü­mers also, befand sich zu jener Zeit in der Bahn­hof­stra­ße 8. Zwei schwe­re Bom­ben­tref­fer im Febru­ar und im März 1945 zer­stör­ten die­ses Gebäu­de aller­dings kom­plett. Nach einer kurz­fris­ti­gen, pro­vi­so­ri­schen Unter­kunft am Dr. Arthur-Lemisch-Platz, der damals Obst­platz hieß, über­sie­del­te die “Kärnt­ne­ri­sche Spar­kas­se” im April 1945 in das Gebäu­de am Neu­en Platz 14. Zu die­ser Zeit ver­sah die Poli­zei, die sich eben­falls in die­sem Haus befand, an den lin­ken Schal­tern ihren Dienst, rechts wur­den die Spar­kas­sen­kun­den betreut. In den wei­te­ren Räum­lich­kei­ten befan­den sich Fir­men, Woh­nun­gen, Ordi­na­tio­nen und eine Ver­si­che­rung. Am Bal­kon des Hau­ses war ein Spruch­band ange­bracht, auf dem erst­mals „Kärnt­ner Spar­kas­se“ zu lesen war.

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In den 1950er Jah­ren wur­den die Fens­ter recht­eckig und die Fas­sa­de, u.a. mit damals zeit­ge­mä­ßem Neon­licht, neu gestal­tet.
© Kärnt­ner Spar­kas­se

Adap­tie­run­gen für die Bank

Nach Ende des Krie­ges fand ein gro­ßer Haus­um­bau statt. Das Erd­ge­schoß bekam recht­ecki­ge Fens­ter und eine Stein­ver­klei­dung, das Ober­ge­schoß eine neue Fas­sa­de, ein neu­er Büro- und Kas­sen­saal mit seit­li­chen Schal­tern und einem stein­ver­klei­de­ten Stie­gen­auf­gang wur­de geschaf­fen. Der neue Kas­sen­raum ging 1956 in Betrieb. Neu­heit an der Fas­sa­de, und typisch für die dama­li­ge Zeit, war ein Neon­licht, mit dem der Schrift­zug der Bank aus­ge­leuch­tet wur­de.

Fort­set­zung folgt…

Wel­che bau­li­chen Ver­än­de­run­gen der wirt­schaft­li­che Auf­schwung in den 1960er Jah­ren mit sich brach­te, lesen sie in der nächs­ten und letz­ten Fol­ge unse­rer „Klick Kärnten“-Zeitreise.

04.04.2023 12:00
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Post, Poli­zei, Bank — die Geschich­te eines Hau­ses Das Gebäude am Neuen Platz 14 um die Jahrhundertwende. Im Erdgeschoß befindet sich eine Gemischtwarenhandlung, in den oberen Geschoßen waren Ärzte und Versicherungen ansässig.

© Kärntner Sparkasse