Gewerbe und Handwerk

Kon­junk­tur zeigt mas­si­ve Belas­tun­gen auf

Der Konjunkturaufschwung ist ausgeblieben: Die Situation der Gewerbe- und Handwerksbetriebe in Kärnten ist sehr angespannt. Alle Branchen haben mit teils großen Belastungen zu kämpfen.

Kon­junk­tur zeigt mas­si­ve Belas­tun­gen auf Die Situation der Gewerbe- und Handwerksbetriebe in Kärnten ist sehr angespannt.

© Pixabay/mlinderer

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Lie­fer­eng­päs­se, hohe Ener­gie- und Roh­stoff­prei­se und Fach­kräf­te­man­gel – die Hand­wer­ker im Lan­de sind stark ver­un­si­chert. Das spie­gelt auch das Ergeb­nis der Kon­junk­tur­be­ob­ach­tung, durch­ge­führt von der KMU For­schung Aus­tria, für das Gesamt­jahr 2022 und das ers­te Quar­tal 2023 wider. Die Umsät­ze stie­gen in Kärn­ten im Vor­jahr nomi­nell, san­ken aber infla­ti­ons­be­rei­nigt um real drei Pro­zent. Die Kärnt­ner Gewer­be- und Hand­werks­be­trie­be beur­tei­len die Geschäfts­la­ge im ers­ten Quar­tal 2023 schlech­ter als im Vor­jah­res­quar­tal. Auch im
zwei­ten Quar­tal 2023 sind die Erwar­tun­gen in Hin­blick auf die Auf­trags­ein­gän­ge und Umsät­ze sehr getrübt. „Vor allem im Bau- und im Bau­ne­ben­ge­wer­be hat sich die Lage stark ein­ge­trübt. Hier sind die Auf­trä­ge, die mas­siv unter den ver­schärf­ten Ver­ga­be­re­geln für Wohn­bau­kre­di­te lei­den, ein­ge­bro­chen. Gera­de im Bereich des Neu­baus wer­den Pro­jek­te ver­scho­ben oder gänz­lich abge­sagt“, berich­tet Klaus Kron­lech­ner, Obmann der Spar­te Gewer­be und Hand­werk in der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten.

Inves­ti­tio­nen sind stark zurück­ge­gan­gen

Im Durch­schnitt inves­tier­ten die Kärnt­ner Gewer­be- und Hand­werks­be­trie­be im Jahr 2022 mit rund 4.800 Euro je Beschäf­tig­ten um acht Pro­zent weni­ger als im Jahr davor. Für heu­er pla­nen 40 Pro­zent der Wirt­schafts­trei­ben­den Inves­ti­tio­nen vor­zu­neh­men.

Erwar­tun­gen nach Bran­chen unter­schied­lich

Ins­ge­samt ist das Stim­mungs­ba­ro­me­ter zu Beginn des Jah­res 2023 – im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum — gesun­ken. Im ers­ten Quar­tal 2023 ist der Anteil der Betrie­be mit einer schlech­ten Geschäfts­la­ge mit 24 Pro­zent höher als jener im vier­ten Quar­tal 2022 mit 18 Pro­zent. Kron­lech­ner: „Im zwei­ten Quar­tal 2023 geht es bei den Erwar­tun­gen wie­der leicht auf­wärts. Der Anteil der Unter­neh­men, die mit stei­gen­den Auf­trags­ein­gän­gen und Umsät­zen rech­nen, steigt gegen­über dem ers­ten Quar­tal 2023 von sie­ben Pro­zent auf 16 Pro­zent und der Anteil jener, die Rück­gän­ge erwar­ten ist gerin­ger gewor­den.“  Wäh­rend die kon­sum­na­hen Bran­chen wie Lebens­mit­tel, Per­so­nal­dienst­leis­ter aber auch Kfz-Werk­stät­ten noch mit posi­ti­ven Erwar­tun­gen in Bezug auf Auf­trags­ein­gän­ge und den Umsatz ins zwei­te Quar­tal 2023 gehen, blickt die Spar­te Gesundheit/Wellness und vor allem das Bau­haupt­ge­wer­be nega­tiv auf die kom­men­den Mona­te.

Wo es „drückt“

Was Gewer­be und Hand­werk im Jahr 2023 am meis­ten und häu­figs­ten „drückt“ sind Geschäfts­be­ein­träch­ti­gung durch Preis­stei­ge­run­gen bei Ener­gie (58 Pro­zent), Roh­stof­fen und Mate­ria­li­en (72 Pro­zent). Den Fach­kräf­te­man­gel spü­ren 56 Pro­zent der Befrag­ten mas­siv.

Aus­blick

Die nach wie vor kri­ti­sche Situa­ti­on auf den Roh­stoff­märk­ten, die sich durch den Krieg in der Ukrai­ne noch­mals zuge­spitzt hat, sowie die Preis­stei­ge­run­gen im Ener­gie­be­reich sor­gen für zusätz­li­che Schwie­rig­kei­ten. Unter­stüt­zung sei­tens der neu­en Kärnt­ner Lan­des­re­gie­rung wird vor allem die Kärnt­ner Bau­wirt­schaft brau­chen. Sie wird 2023 kon­junk­tu­rell auf Grund meh­re­rer Fak­to­ren nega­tiv betrof­fen sein. Jetzt sind Bau­im­pul­se not­wen­dig. Bei der Sanie­rungs­ra­te hinkt Öster­reich mas­siv hin­ter­her. Es wer­den nur rund 1,5 Pro­zent der Gebäu­de mit Sanie­rungs­be­darf jähr­lich kli­ma­fit gemacht. Für die Errei­chung der Kli­ma­zie­le müss­ten jähr­lich drei Pro­zent des Gebäu­de­be­stan­des saniert wer­den. Die­ses Ziel soll­te auch die Wohn­bau­för­de­rung ver­fol­gen und  etwa für umfas­sen­de Sanie­run­gen För­der­mo­del­le ent­wi­ckeln, die den Haus- und Woh­nungs­ei­gen­tü­mern meh­re­re Jah­re für Maß­nah­men Zeit geben und Fle­xi­bi­li­tät bei den zu set­zen­den Sanie­rungs­maß­nah­men zuge­ste­hen.

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Klaus Peter Kron­lech­ner, Spar­ten­ob­mann, Spar­te Gewer­be und Hand­werk Kärn­ten freut sich, dass der Repa­ra­tur­bo­nus in Kärn­ten fort­ge­setzt wird.
© WKK/Fritz Press

Unter­neh­men bli­cken mit Zuver­sicht in die Zukunft

Für alle Bran­chen gilt: Über­le­bens­wich­ti­ge Plan­bar­keit wie in der Ver­gan­gen­heit gibt es der­zeit nicht. Für das Jahr 2023 besteht grund­sätz­lich Zuver­sicht, die die Unter­neh­men posi­tiv nach vor­ne bli­cken lässt. „Die Betrie­be hof­fen auf eine Ver­bes­se­rung der Wirt­schafts­la­ge. Gro­ße Sor­gen berei­ten ihnen die nach­las­sen­de Kun­den­nach­fra­ge und die stei­gen­den Kos­ten. Nicht zuletzt wird der Fach­kräf­te­man­gel eine sehr gro­ße Her­aus­for­de­rung sein“, sagt Kron­lech­ner abschlie­ßend.

14.04.2023 13:00
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Kon­junk­tur zeigt mas­si­ve Belas­tun­gen auf Die Situation der Gewerbe- und Handwerksbetriebe in Kärnten ist sehr angespannt.

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