Wirtschaft
Mandl: “Kärnten steht vor entscheidenden Jahren!”
Mehr Entschlossenheit und Tempo verlangt Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl: Regierung und Landtag seien wieder handlungsfähig, heute sei Tag 1 für das Kärntner Aufholprogramm in Sachen Energiewende und Digitalisierung.
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Herausforderungen für Kärnten
Koralmbahn als Chance nutzen
Die Koralmbahn und damit die Entstehung des Wirtschaftraums Süd — des nach Wien zweitgrößten Ballungsraums in Österreich — muss von allen Akteuren bestmöglich gestaltet werden, um in der Wirtschaft, bei den Fachkräften, im Bildungssystem, im Tourismus und bei der Infrastruktur Synergiepotentiale zu nutzen, das Wachstum zu verstärken und die Lebensqualität von mehr als einer Million Menschen nachhaltig zu verbessern.
Beschleunigung Wirtschafs- und Lebensstandort Kärnten
Dazu braucht es aber eine Beschleunigung des Wirtschafts- und Lebensstandortes Kärnten auf allen Ebenen, auch uns besonders auf jener der Verwaltung. Mandl: „Wir haben mit der Initiative ‚Kärnten unternehmensfreundlich‘ und der Einrichtung der Wirtschaftsombudsstelle zur Verfahrensbeschleunigung in den vergangenen Jahren einiges geschafft. Wenn man sich aber anschaut, an welchen bürokratischen Hürden Unternehmen bei Wind- und Kleinwasserkraftprojekten oder bei der Photovoltaik scheitern, haben wir noch viel zu erledigen.“
Knowhow ist gefragt
Dabei verwies Mandl auf jüngste Medienberichte, wonach die zuständige Abteilung des Landes nicht einmal wisse, wie viele Kleinwasserkraftprojekte in Kärnten behördlich anhängig seien: „Da geht es um Effizienzsteigerungen in diesem Bereich von 20 Prozent. Das ist eine Größenordnung, die bei der Umstellung und Dekarbonisierung unserer Energieversorgung durchaus eine Rolle spielt, und die zuständige Verwaltung kennt nicht einmal den aktuellen Stand? Das macht keinen vertrauenerweckenden Eindruck.“
Gelingen der Energiewende als Erfolgsfaktor
Denn das Gelingen der Energiewende ist laut Mandl ein weiterer, entscheidender Erfolgsfaktor für die Zukunft Kärntens: „Dabei geht es nicht nur um Klima- und Umweltschutz, der uns allen sehr am Herzen liegt. Das ist auch eine zentrale wirtschaftliche Frage: Gelingt es uns, die Wertschöpfung für die nötige Energie im Land zu behalten, günstige Energiepreise für Betriebe und Haushalte zu gewährleisten und aus Kärnten ein Vorzeigeland für die Herstellung und Nutzung erneuerbarer Energie zu machen?“
Umfassende Digitalisierung notwendig
Damit untrennbar verbunden ist die Herausforderung der umfassenden Digitalisierung von der Verwaltung bis zum Energiemanagement. „Digitalisierung ist eine Zukunftsquerschnittskompetenz, die von den technischen Grundlagen wie einer flächendeckenden Breitbandversorgung über den digitalen Behördenverkehr bis zu betrieblichen Anwendungen der Künstlichen Intelligenz reicht. Wie sehr und wie erfolgreich wir uns auf diese vierte industrielle Revolution einlassen, wie wir unsere Einstellung und unser Bildungssystem an diesen Wandel anpassen, ist entscheidend dafür, wie — und ob — unsere Kinder und Enkel in Kärnten leben werden“, unterstrich Mandl.
