Lavanttal
Europäische Gespräche über die Zukunft
Die „Europäischen Zukunftsgespräche Bad St. Leonhard 2023“ machten im Konvikt des Stiftsgymnasiums St. Paul/Lavanttal Halt. Es wurde zum Thema "Das europäische Jahr der Aus- und Weiterbildung - Forschungsraum Alpen-Adria: Wo liegen meine Chancen?“ diskutiert.
© Markus Böhm
Im Rahmen der “Europäischen Zukunftsgespräche Bad St. Leonhard 2023” wird vermittelt, dass Aus- und Weiterbildungen sowie lebenslanges Lernen, Forschung und Entwicklung für die Zukunft der Gesellschaft wesentlich sind. Am Freitag machten die “Zukunftsgespräche” im Konvikt des Stiftsgymnasiums St. Paul im Lavanttal Station: Landeshauptmann Peter Kaiser nahm neben Vertretern der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments und des europäischen Ausschusses der Regionen teil. Mit den Schülern wurde zum Thema „Das europäische Jahr der Aus- und Weiterbildung — Forschungsraum Alpen-Adria: Wo liegen meine Chancen?“ diskutiert.
Der Weg nach vorne
Peter Kaiser freute sich als ein Mitglied im “Ausschuss der Regionen”, dass er an seinem ersten Tag als wiedergewählter Landeshauptmann bei dieser Veranstaltung sprechen durfte. An die Jugendlichen appellierte er, respektvoll miteinander umzugehen und aufeinander zu schauen. „Wir brauchen uns alle gegenseitig beim Bewältigen der Herausforderungen“, sagte er zu den Schülern. „Zeigt allen, dass ihr nicht die letzte Generation seid, sondern die erste Generation für den Weg nach vorne.”
Kärnten hat eine “Nachhaltigkeits-Koalition”
Bei seiner Rede verwies Kaiser auf das Regierungsprogramm der Kärntner „Nachhaltigkeits-Koalition“, das Schwerpunkte auf Europa und die Bildung setze. Ebenso hob er die grenzüberschreitenden Kooperationen Kärntens hervor. Er erklärte, dass sich die 7 Hauptkapitel des Regierungsprogramms mit über 300 Handlungsfeldern an den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen ausrichten. „Wir übernehmen damit Verantwortung für die nächsten Generationen.”
Frühe Bildung und Lehre
In Kärnten beginnt man bereits bei der Elementarpädagogik im Bereich der Bildung anzusetzen, um einerseits Wissen und andererseits soziale und kreative Fähigkeiten zu vermitteln. “Jedes Kind soll in Kärnten, unabhängig vom Einkommen der Eltern, eine Kinderbildungs- und Betreuungsmöglichkeit haben“, so Kaiser. Im tertiären Bereich sei ihm der internationale Austausch bei Lehre, Forschung und Entwicklung wichtig. Ebenso hob er die Chancen durch die Koralmbahn hervor, die Kärnten und Steiermark zu einem Zentralraum zusammenbringt.
Zwei Videobotschaften
In einer Videobotschaft meldete sich Bildungsminister Martin Polaschek. Er betonte das europäische Jahr der Aus- und Weiterbildung und verwies auf die Bedeutung von digitalen und „grünen“ Fähigkeiten. Das besondere an den „Zukunftsgesprächen“ ist für ihn, dass Schüler mit politischen Vertretern, Fachleuten und NGOs diskutieren können. Auch Irena Joveva, für Slowenien Mitglied des Europäischen Parlaments, meldete sich per Videobotschaft zu Wort und unterstrich, dass die EU Möglichkeiten durch Programme wie Erasmus+ biete. „Nutzt diese Programme“, appellierte sie.
“Die Zukunft sind wir”
Anna Seip ist in der Generaldirektion für Forschung und Innovation tätig. Sie verwies auf die sich verändernde Arbeitswelt sowie die Bedeutung von lebenslangem Lernen und „Upskilling“. Auch betonte sie die EU-Programme (Erasmus+, DiscoverEU, Horizon), die es zu nutzen gelte. Über die europäische Universitätsallianz werde Forschung über Sprachen, Grenzen und Disziplinen hinweg betrieben. Durch die “Zukunftsgespräche” führte Christian Gsodam vom Ausschuss der Regionen: „Wir wollen hier nicht Informationen pushen, sondern mit euch diskutieren und Chancen vermitteln“, richtete er sich an die Schüler. Er selbst vernimmt ein steigendes Interesse an den „Europäischen Zukunftsgesprächen“.
Vertreter aus Forschung und Bildung
Begrüßt wurden die Teilnehmer von der Direktorin des Stiftsgymnasiums St. Paul, Ines Leschirnig-Reichel. Dabei waren ebenso Vertreter der Partnerschule aus Maribor, dem Škofijska gimnazija Anton Slomšek, um Bojana Panevski. An zehn Diskussionstischen ging es um Ausbildungschancen an den Hochschulen des Alpen-Adria-Raums, wo die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, die FH Kärnten, das Europahaus Klagenfurt sowie die Universitäten Graz, Leoben und Maribor anwesend waren. Der Astrophysiker Franz Kerschbaum (Uni Wien) stellte die „Studienstiftung PRO SCIENTIA“ vor, bei der es um den offenen Dialog mit Fachbereichen gehe. Der Bürgermeister von St. Paul, Stefan Salzmann, richtete sich an die Jugendlichen, die die Zukunft gestalten werden, und motivierte sie, ihre Chancen zu nutzen.