Wirtschaft

Welt­wei­te Suche nach Fach­kräf­ten für Kärn­ten

In Kärntens Unternehmen fehlen viele qualifizierte Arbeitskräfte. KLiCK Kärnten hat die Lage analysiert und mit der Geschäftsführerin des Carinthian International Center über ausländische Fachkräfte gesprochen.

Welt­wei­te Suche nach Fach­kräf­ten für Kärn­ten Mit dem Programm "Dual Career Couples" und vielen weiteren Angeboten holt das Carinthian International Center weltweite Expertise nach Kärnten.

© CIC

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In Kärn­ten man­gelt es an Fach­kräf­ten in vie­len Berei­chen. Das Defi­zit an qua­li­fi­zier­ten Arbeits­kräf­ten kos­tet unser Bun­des­land allein im IT-Bereich 140 Mil­lio­nen Euro pro Jahr, wie aus einem State­ment der Wirt­schafts­kam­mer her­vor­geht.

KLiCK Kärn­ten hat sich die Lage ange­schaut und zudem mit Alex­an­dra Trup­pe gespro­chen, der Geschäfts­füh­re­rin des Car­in­thi­an Inter­na­tio­nal Cen­ter (CIC). Das Cen­ter zählt 1.900 Ein­zel­mit­glie­der aus 93 Natio­nen sowie 40 hei­mi­sche Mit­glieds­un­ter­neh­men.

Wo feh­len die Fach­kräf­te?

„Kärn­ten hat sich zu einem wich­ti­gen Stand­ort für die IT- und Tech­no­lo­gie­bran­che ent­wi­ckelt. Unter­neh­men in die­sem Bereich suchen ver­stärkt nach talen­tier­ten IT-Exper­ten“, sagt Trup­pe. Der­zeit kön­nen laut der WKO Kärn­ten nur Drei­vier­tel der offe­nen IT-Stel­len besetzt wer­den.

Aber auch in ande­ren Bran­chen, etwa dem Tou­ris­mus sowie dem Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen, fehlt laut der CIC-Geschäfts­füh­re­rin das Per­so­nal. Die Sta­tis­ti­ken geben ihr Recht: Laut Cari­tas wer­den bis zum Jahr 2030 zwi­schen 75.000 und 100.000 Pfle­ge- und Betreu­ungs­kräf­te in ganz Öster­reich feh­len. Auch der Öster­rei­chi­sche Ver­band für Elek­tro­tech­nik (OVE) schlägt Alarm, denn allein in der Ener­gie­wirt­schaft wer­den aktu­ell bis zu 2.000 Fach­kräf­te gesucht. Ohne die­se sei die Ener­gie­wen­de und somit die Errei­chung der Kli­ma­zie­le aber nicht zu schaf­fen.

Was hilft gegen den Fach­kräf­te­man­gel?

In Kärn­ten man­gelt es also vie­ler­orts an qua­li­fi­zier­tem Per­so­nal. Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser (SPÖ) hat sich bereits im Jän­ner 2023 für eine „kon­trol­lier­te Arbeits­mi­gra­ti­on“ aus­ge­spro­chen. Im aktu­el­len Regie­rungs­pro­gramm liegt daher ein gro­ßer Fokus auf dem „Arbeits­markt, im Spe­zi­el­len in Hin­blick auf den Fach­kräf­te­man­gel und die damit ver­bun­de­ne ver­stärk­te Akqui­se von Fach­kräf­ten“, so Kai­ser. Dafür soll eine Stand­ort­agen­tur für Arbeits­kräf­te ein­ge­rich­tet wer­den, die gemein­sam mit den Sozi­al­part­nern gezielt Arbeits­kräf­te im EU-Raum anwirbt und poten­zi­el­le Kärn­ten-Rück­keh­rer anspre­chen soll, um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Kärnt­ner Wirt­schaft zu unter­stüt­zen.

Das CIC hat mit „Dual Care­er Cou­ples“ bereits ein Pro­gramm gestar­tet, dass die Part­ne­rin­nen und Part­ner von zuge­zo­ge­nen Fach­kräf­ten in Kärn­ten unter­stützt. Das Cen­ter ist damit die ein­zi­ge Orga­ni­sa­ti­on Öster­reichs, die so etwas anbie­tet. „Mit Hil­fe des Dual Care­er Cou­ples Pro­gramm konn­ten bereits mehr als 50 Frau­en und Män­ner eine neue pro­fes­sio­nel­le Hei­mat in Kärn­ten in den letz­ten bei­den Jah­ren fin­den“, sagt Trup­pe.

Woher stam­men die inter­na­tio­na­len Fach­kräf­te?

„Die vom CIC beglei­te­ten Per­so­nen stam­men zu 78 Pro­zent aus der EU bezie­hungs­wei­se dem Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum“, so die CIC-Geschäfts­füh­re­rin. Wei­te­re zwölf Pro­zent stam­men aus Asi­en, Nord- und Süd­ame­ri­ka machen mit sie­ben Pro­zent einen ver­gleichs­wei­se klei­nen Anteil aus. Die rest­li­chen drei Pro­zent stam­men aus wei­te­ren Dritt­staa­ten.

Arbeits­kräf­te zu holen ist aber nur ein Teil der Lösung des Fach­kräf­te­man­gels. Die Men­schen müs­sen in Kärn­ten auch inte­griert wer­den.

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Alex­an­dra Trup­pe ist die Geschäfts­füh­re­rin des Car­in­thi­an Inter­na­tio­nal Cen­ter und sorgt dafür, das Kärn­tens Unter­neh­men pro­fes­sio­nel­le Fach­kräf­te fin­den.
© Hen­ry Welisch Pho­to­gra­phy

Wie füh­len sich die Fach­kräf­te in Kärn­ten?

„Die häu­figs­ten Her­aus­for­de­run­gen inter­na­tio­na­ler Mit­ar­bei­ter und Mit­ar­bei­te­rin­nen sind die Über­win­dung von Sprach­bar­rie­ren und der Man­gel an gesell­schaft­li­chen Kon­tak­ten und Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten“, erklärt Trup­pe. Das CIC bie­tet daher Netz­werk­ver­an­stal­tun­gen an, bei denen sich Ein­hei­mi­sche und Zuge­zo­ge­ne ken­nen ler­nen und aus­tau­schen kön­nen. So soll der Wech­sel in ein neu­es beruf­li­ches und sozia­les Umfeld erleich­tert wer­den.

„Das CIC bie­tet auch Bera­tung und Unter­stüt­zung bei der Woh­nungs­su­che, bei Behör­den­gän­gen und beim Ankom­men in der neu­en Umge­bung“, so Trup­pe. „Das Feed­back zum The­ma ‚Leben und Arbei­ten in Kärn­ten‘ ist vor­wie­gend posi­tiv. Für Men­schen aus ande­ren Kul­tur­krei­sen ist es nicht selbst­ver­ständ­lich, dass Trink­was­ser aus der Lei­tung fließt, dass man zu allen Ärz­ten gehen kann, ohne dafür zusätz­lich bezah­len zu müs­sen und dass Kin­der am Schul­weg sicher sind. Das ent­las­tet und erhöht das Sicher­heits­ge­fühl und den Wunsch lang­fris­tig zu blei­ben.“

Wis­sens­wert

Das Car­in­thi­an Inter­na­tio­nal Cen­ter (CIC) wur­de 2009 gegrün­det und küm­mert sich um die Gewin­nung und Inte­gra­ti­on von qua­li­fi­zier­ten Fach­kräf­ten aus dem Aus­land. Zudem arbei­tet das CIC an der Schaf­fung attrak­ti­ver Rah­men­be­din­gun­gen für die­se am Arbeits­markt und legt gro­ßes Augen­merk auf inter­kul­tu­rel­le Ver­stän­di­gung. Vie­le hei­mi­sche Wirt­schafts­schwer­ge­wich­te wie bei­spiels­wei­se Mah­le Fil­ter­sys­te­me, Infi­ne­on Tech­no­lo­gies Aus­tria sowie die Trei­ba­cher Indus­trie sind Mit­glie­der des CIC. Home­page: https://www.cic-network.at/

19.04.2023 12:00
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Welt­wei­te Suche nach Fach­kräf­ten für Kärn­ten Mit dem Programm "Dual Career Couples" und vielen weiteren Angeboten holt das Carinthian International Center weltweite Expertise nach Kärnten.

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