Pensionsantritt

Abschied des „Vaters“ des Bil­dungs­rie­sen

Wilfried Hude (65) geht am 28. April 2023 nach 38 Jahren als Direktor der Schule für Sozialbetreuungsberufe (SOB) der Caritas Kärnten in Pension.

Abschied des „Vaters“ des Bil­dungs­rie­sen Wilfried Hude ist ausgebildeter Theologe und engagiert sich auch in der Kirche sehr.

© Johannes Leitner/Caritas

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Der Bereichs­lei­ter für Schul­bil­dung, stu­dier­te Theo­lo­ge, jüngs­te Hof­rat Kärn­tens und Aiki­do-Meis­ter hat die SOB zu einer der größ­ten katho­li­schen Pri­vat­schu­len Öster­reichs aus­ge­baut – mit rund 50 Klas­sen und 1.000 Stu­die­ren­den an fünf Stand­or­ten in Kärn­ten.

„Der Stre­ber kennt und sieht nur eines: sein Ziel. Der Wei­se pflückt am Wege Blu­men.“

Chung Lang

Als die Schu­le für Sozi­al­be­ru­fe II, die heu­ti­ge Schu­le für Sozi­al­be­treu­ungs­be­ru­fe (SOB), 20 Jah­re alt wur­de, stell­te ihr Direk­tor die­se Weis­heit in die Mit­te sei­ner Jubi­lä­ums­pu­bli­ka­ti­on: Wil­fried Hude, der zur Eröff­nung der Bil­dungs­ein­rich­tung 1985 vom dama­li­gen Cari­tas­di­rek­tor Vik­tor Omel­ko im Alter von 27 Lebens­jah­ren zum jüngs­ten Schul­lei­ter im BMHS-Bereich beru­fen wur­de und bis heu­te Direk­tor blieb, hat in den 38 Jah­ren sei­ner beruf­li­chen Tätig­keit unzäh­li­ge Blu­men gepflückt. Ent­stan­den ist ein präch­ti­ger, blü­hen­der Strauß, der weit­um einen herr­li­chen Duft ver­strömt.

Dank­bar für Erfol­ge

Hude, für den Vik­tor Omel­ko ein Vor­bild war und ist, hat sich mit viel Elan, Schwung und Enga­ge­ment für bes­ser aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te in der Alten- und Behin­der­ten­ar­beit ein­ge­setzt. „Vie­les vom guten Samen ist auf­ge­gan­gen und hat Früch­te zu tra­gen begon­nen“, sagt der 65-Jäh­ri­ge, der mit 51 Jah­ren jüngs­ter Hof­rat Kärn­tens wur­de. So hat der mit sei­ner lang­jäh­ri­gen Jugend­lie­be Syl­via seit 1979 ver­hei­ra­te­te Mann, drei­fa­che Vater und drei­fa­che Groß­va­ter die Schu­le mit ursprüng­lich zwei Klas­sen nicht nur erhal­ten, son­dern beträcht­lich wei­ter­ent­wi­ckelt. „Rund 50 Klas­sen sind an min­des­tens fünf Stand­or­ten in unse­rem Bun­des­land mit rund 1.000 Stu­die­ren­den aus den muti­gen Grün­der­zei­ten ent­stan­den. 70 Pro­zent des Pfle­ge­per­so­nals in Kärn­ten sind bei uns zur Schu­le gegan­gen. So Vie­les ist dan­kens­wer­ter Wei­se gut gegan­gen; mit der Hil­fe Got­tes und der Lie­be mei­ner nächs­ten Ange­hö­ri­gen. Mei­ner Frau, mei­nen Kin­dern, mei­nen engs­ten Mitarbeiter*innen, vie­len Freund*innen und Men­schen guten Wil­lens“, sagt Hude.

„Alter ist nicht Krank­heit“

Der musi­ka­li­sche Mann, der am Kärnt­ner Lan­des­kon­ser­va­to­ri­um Gitar­re und Gesang stu­dier­te, ist 2015 auch Bereichs­lei­ter für den Bereich Schul­bil­dung der vom dama­li­gen Cari­tas­di­rek­tor und heu­ti­gen Bischof Josef Mar­ketz neu auf­ge­stell­ten Cari­tas gewor­den und bleibt es. Hude hat eine ganz kla­re Vor­stel­lung, was den Umgang mit alten Men­schen und Men­schen mit Behin­de­rung anbe­langt: „Alter ist nicht Krank­heit, schlimms­ten­falls auch; Alter ver­langt völ­lig ande­re For­men der Beglei­tung, Betreu­ung und Assis­tenz – nicht nur Pfle­ge. Men­schen mit Behin­de­rung, denen aus der Fer­ne oft das lebens­wer­te Leben abge­spro­chen wird, sind nicht krank. Ihr Leben ist beein­träch­tigt, aber nicht weni­ger wert­voll als das Leben eines gesun­den Men­schen oder eines Spit­zen­sport­lers bezie­hungs­wei­se einer Spit­zen­sport­le­rin.“ Wie­wohl der Mensch ein Geschöpf Got­tes sei. „Er ver­dient damit größ­te Hoch­ach­tung, Wert­schät­zung und Sorg­falt in der Betreu­ung“, sagt Hude, der 2018 für sein Enga­ge­ment im Bil­dungs­be­reich mit dem Gro­ßen Ehren­zei­chen des Lan­des Kärn­ten aus­ge­zeich­net wur­de.

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Die Weg­be­rei­ter

Nach der Matu­ra 1977 am BORG Kla­gen­furt begann für Hude mit dem Stu­di­um der katho­li­schen Fach­theo­lo­gie in Graz eine Neu­ori­en­tie­rung im Leben. „Die Begeg­nung mit Olaf Cole­rus-Gel­dern als Reli­gi­ons­leh­rer in den letz­ten Mit­tel­schul­jah­ren, Bischof Josef Köst­ner und im Stu­di­um mit dem Gra­zer Hoch­schul­pfar­rer und spä­te­ren Kärnt­ner Bischof Egon Kapel­la­ri präg­ten mein Den­ken und bald auch beruf­li­ches Han­deln nach­hal­tig.“ Hude enga­giert sich auch in der Kir­che sehr; war fünf Jah­re Vor­sit­zen­der des Katho­li­schen Aka­de­mi­ker­ver­bands, drei Peri­oden Vize‑, und eine Prä­si­dent der Katho­li­schen Akti­on der Diö­ze­se Gurk und will in die­sem Umfeld wei­ter tätig blei­ben.

 

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Wil­fried Hude mit Stu­die­ren­den: „70 Pro­zent des heu­ti­gen Pfle­ge­per­so­nals in Kärn­ten sind bei uns zur Schu­le gegan­gen.“
© Cari­tas

Trotz Pen­si­on kein biss­chen „lei­se“

Hude ist an Vie­lem inter­es­siert. „Die Vor­stel­lung, als klei­nes Schul­meis­ter­lein nach 40 Dienst­jah­ren selbst­zu­frie­den in Pen­si­on zu gehen, war mir nie son­der­lich stim­mig“, meint er augen­zwin­kernd. Neben dem Lieb­äu­geln mit der Musik – die Gitar­re fas­zi­niert ihn bis heu­te – hat die Begeg­nung mit der Kampf­kunst der Samu­rai, das „Aiki­do“ des Mori­hei Ueshi­ba, einen fixen Platz in sei­nem sport­li­chen Leben ein­ge­nom­men. „Ich ste­he vor dem drit­ten Meis­ter­grad und den­ke eher nicht ans Auf­hö­ren.“ Genau­so wenig lässt ihn sei­ne Berg­sehn­sucht in Ruhe: „Mein Lieb­lings­fo­to, das mich beim Hand­shake auf einem 5.650 Meter hohen Pass im Kara­ko­rum mit dem Gip­fel des K2 und den des Broad Peaks im Hin­ter­grund zeigt, mar­kiert gewis­ser­ma­ßen das ulti­ma­ti­ve High­light.“

Wis­sens­wert

Inter­es­sen­ten für eine Aus­bil­dung an der Schu­le für Sozi­al­be­treu­ungs­be­ru­fe sind herz­lich will­kom­men. Alle Aus­künf­te und Infor­ma­tio­nen zum Aus­bil­dungs­pro­gramm gibt es auf der Web­site www.sobs.at oder Mon­tag bis Don­ners­tag von 7 bis 13 Uhr und Frei­tag von 7 bis 12 Uhr per­sön­lich im Sekre­ta­ri­at der Schu­le. Schul­an­mel­dun­gen sind auch via E‑Mail – office@sobs.at – oder per Tele­fon 0463/51 14 04 mög­lich.

25.04.2023 15:00
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Abschied des „Vaters“ des Bil­dungs­rie­sen Wilfried Hude ist ausgebildeter Theologe und engagiert sich auch in der Kirche sehr.

© Johannes Leitner/Caritas