Durchatmen
Mietpreisbremse schützt Villacher Mieter vor empfindlicher Erhöhung
Im Juli werden die Kategoriemieten in Österreich um 5,5 Prozent erhöht. Die etwa 3000 Mieterinnen und Mieter von Stadtwohnungen in Villach sind dank Mietpreisbremse nicht davon betroffen. Bürgermeister Günther Albel kritisiert die Bundesregierung für ihre Untätigkeit in Bezug auf die Finanzsorgen der Menschen.
Bürgermeister Günther Albel: „Die Bustaktung betrifft fast alle Linien, ist also für Villach ein großer Schritt.“© Theresa Pewal
Bereits im Juli steigen die „Kategoriemieten“ österreichweit erneut empfindlich an. Die europaweit fast einzigartig hohe Inflation lässt eine Erhöhung um 5,5 Prozent zu, wie das Justizministerium nun bestätigt hat. In den vergangenen 15 Monaten sind bestimmte Mietkategorien damit um mehr als 20 Prozent gestiegen.
Durchatmen für Mieter
Durchatmen können die rund 3000 Mieterinnen und Mieter von Villachs gemeindeeigenen Wohnungen. Sie sind von der 5,5‑Prozent-Erhöhung nicht betroffen. Grund ist ein Beschluss des
Gemeinderats, eine von Bürgermeister Günther Albel initiierte Mietpreisbremse umzusetzen.
Mietpreisbremse
Der Beschluss besagt, dass heuer und 2024 die städtischen Kategorie-Mieten um nur maximal jeweils 2,5 Prozent steigen dürfen. „Dies ist ein wesentlicher Beitrag, um nicht weiter an der Teuerungsschraube zu drehen“, sagt Albel.
Scharfe Kritik an Bundesregierung
Er kritisiert einmal mehr die Bundesregierung: „Sie zeigt leider keinerlei Ambition, die Finanzsorgen der Menschen in diesem Land ernstzunehmen und die dramatische Entwicklung zu stoppen.“ Selbst Top-Ökonomen wie Gabriel Felbermayr als Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung hätten bestätigt, dass eine bundesweite und für alle Mieterinnen und Mieter geltende Mietpreisbremse ein wirksames Mittel zur Inflationseindämmung wäre, sagt Albel. „Es ist mir unerklärlich, wie der Regierung die dramatische Lage vieler Menschen dermaßen egal sein kann.“
Auch in anderen Gemeinden umgesetzt
Als Obmann des Kärntner Städtebundes hat Albel zuletzt eine rechtlich abgesicherte Mietpreisbremse für alle Kärntner Gemeinden ausarbeiten lassen. Sie wird in Städten wie Villach, Klagenfurt und St. Veit bereits angewendet.
