Ab aufs Brett!
Die schönsten SUP-Touren in Kärnten
Stand-Up-Paddling (SUP) liegt voll im Trend. Kein Wunder, denn unser Bundesland bietet wunderschöne Seen und Flüsse, die sich mit Board und Paddel aus einer neuen Perspektive erkunden lassen. "KLiCK Kärnten" hat sich auf die Suche nach den schönsten SUP-Touren in Kärnten begeben.
Wo ist Stand-Up-Paddling am schönsten? In Kärnten hat man die Qual der Wahl zwischen zahlreichen Touren.© Holly Mandarich/Unsplash
Seit einigen Jahren gehören Stand-Up-Paddler zum sommerlichen Landschaftsbild in Kärnten. Die Boards treiben in den warmen Monaten über fast alle Gewässer. Darauf stehen, sitzen oder knien ein bis zwei Personen in Badekleidung und fallen dabei auch manchmal ins kühle Nass. Bei der hohen Qualität unseres Wassers ist das aber zum Glück nur halb so schlimm.
Was ist bei SUP zu beachten?
Man muss kein Spitzensportler sein, um mit dem Stand-Up-Paddling zu beginnen. Geschwindigkeit und Distanz können nämlich von jedem selbst bestimmt werden, außerdem benötigt man nur ein Board und ein Paddel — das war’s. Die Ausrüstung kann man sich ausleihen, wenn man sich selbst keine anschaffen will. Hier finden Sie eine Liste der offiziellen Verleihstellen.
Wer nicht oder nur schlecht schwimmen kann, sollte eine Schwimmweste tragen. Man sollte sich auch selbst nicht überschätzen — die Wasserrettung am Wörthersee erzählte uns, dass sie schon mehrmals erschöpfte SUP-Sportler retten musste. Alleine aufbrechen und niemandem zu sagen, wo man ist, das ist auch beim Stand-Up-Paddling klarerweise eine schlechte Idee.
Auch wenn unsere Seen und Flüsse allesamt sehr verführerisch auf Paddler wirken mögen, so sollte man sich trotzdem gut überlegen, wo man einsteigen möchte. Denn die Natur gehört nicht nur uns, sondern auch den Tieren (und teils den wenigen Leuten, die sich Grundstücke an Gewässern leisten können). Wir haben mit einer Lendspitz-Rangerin über dieses Thema gesprochen.
Paddeln am Weißensee
Der Weißensee ist für viele der schönste und idyllischste See Kärntens. Im Winter tummeln sich dort die Eisläufer und im Sommer die Wanderer und Badegäste. Aber auch SUP-Begeisterte kommen voll auf ihre Kosten. Beim Strandbad Stockenboi kann man einsteigen und sich bei Bedarf auch ein SUP-Board oder ein Kanu ausleihen. Man kann aber auch bis zum großen Parkplatz am Ostufer fahren und sich von dort auf den See begeben.

Bei einer kompletten Umrundung des Sees paddelt man circa 23 Kilometer und ist fünf bis sechs Stunden unterwegs. Wer dabei hungrig wird, der kann beispielsweise beim Restaurant „Das Bootshaus“ einkehren, beziehungsweise einpaddeln. Für eine Tour am Weißensee gilt: Auf die Schiffe aufpassen und Abstand halten. In der Mitte und in Richtung Westen kann der See außerdem schnell vom Wind aufgewirbelt werden, also unbedingt vorab über die Wetterbedingungen informieren.
Am SUP-Board zum Silbersee
Winnetou und Old Shatterhand wissen vom Schatz im Silbersee. Aber Kärntner wissen, dass der Silbersee im Bezirk Villach selbst ein Schatz ist. SUP-Sportler können bei Schütt, genauer gesagt bei den „Weißen Steinen der Gail“, mit ihrem Board einsteigen und via Gail und Drau Richtung See gelangen.

Beim Einstiegspunkt sind aber nur wenige Parkplätze vorhanden, die im Sommer oft schon besetzt sind. Außerdem sollte man rutschfeste Badeschuhe dabeihaben, denn der Einstieg ist etwas steinig. Auf der Strecke befinden sich einige leichte Wildwasserpassagen und Schwällen, die man aber zu Fuß am Ufer oder im seichten Wasser umgehen kann.
Die Tour in Richtung Silbersee ist 15 Kilometer lang und dauert zweieinhalb bis drei Stunden. Hier gilt: Bei den seichten Stellen aufpassen und das Board im Zweifelsfall lieber ein paar Meter tragen, entweder am Ufer oder watend im niedrigen Wasser. Beim Rasten ruhig sein, damit die Tiere nicht gestört werden. Die Passagierschifffahrt hat zudem immer Vorrang, beim Drau-Abschnitt besonders aufpassen und rechtzeitig ausweichen!
Mit dem Board durch Südkärnten
Auch im Bezirk Völkermarkt lässt sich eine idyllische SUP-Tour unternehmen. Vom Einstiegspunkt am Wölfnitzbach, nahe der alten Lippitzbach-Brücke, geht es die Drau entlang bis zur Ortschaft Wunderstätten. Dabei ist man 12 Kilometer unterwegs, das ganze dauert drei bis vier Stunden.

Die Tour führt die naturbelassene Drau entlang. Verantwortungsbewusste Paddler achten dabei auf den Lebensraum der Tiere und Pflanzen. An diesem Fluss befinden sich bekanntermaßen Wasserkraftwerke, wenn also das Kraftwerk Edling die Schleusen geöffnet hat, dann muss man mit einer höheren Fließgeschwindigkeit rechnen. Zu den Brückenpfeilern sollte man genug Abstand bewahren und, wenn man unterwegs Fischer sieht, deren Leinen früh genug ausweichen.
Zudem sollte man vorab klären, wie man wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren kann. Die Drau zurück zu paddeln ist jedenfalls keine vernünftige Option. Und, was eigentlich klar sein sollte, aber dennoch: Vor dem nächsten Kraftwerk wieder raus aus dem Wasser!
Last but not least: Der Wörthersee
Bei einem Artikel über Kärntner Gewässer darf der Wörthersee nicht fehlen. An den Strandbädern und noch übrigen Gratis-Badeplätzen finden sich überall Einstiegsstellen und oft kann man die SUP-Ausrüstung auch dort ausleihen. Eine Längsquerung, also von Velden nach Klagenfurt oder umgekehrt, dauert rund vier bis fünf Stunden. Dabei legt man circa 16 Kilometer auf dem Wasser zurück.

Der Wörthersee ist im Sommer bekanntermaßen stark von Booten befahren und auch etliche Badegäste schwimmen im kristallklaren Wasser. Das bedeutet natürlich, dass man beim Paddeln gut aufpassen muss. Boote können auch für Wellengang sorgen, im Zweifelsfall also lieber hinsetzen, bevor man vom Board fällt.
In der Früh und am Abend muss man den See natürlich nicht mit so vielen Leuten teilen. Aber: Auch wenn der Wörthersee sehr idyllisch ist, kann die Strecke bei Wind schon ein wenig anstrengend werden.
Eure Lieblingsstrecken?
Kärnten hat natürlich noch viel mehr Seen und Flüsse zu bieten, als wir hier beschrieben haben. SUP Atlas bietet beispielsweise noch weitere Vorschläge. Wer eine besonders schöne SUP-Strecke weiß und sie mit uns teilen möchte, ist herzlichst dazu eingeladen. Wir und alle SUP-Begeisterten in Kärnten würden uns darüber sehr freuen!