Treffen

120-Jahr-Jubi­lä­um des „Haus Anto­ni­us“

Vor 120 Jahren vom Bonifatiusverein der Diözese Gurk als Waisenhaus in Treffen gegründet, betreut das „Haus Antonius“ heute 38 Kinder und Jugendliche. Am 10. Juni 2023 wurde der Geburtstag groß gefeiert.

120-Jahr-Jubi­lä­um des „Haus Anto­ni­us“ Caritasdirektor Ernst Sandriesser (dritter von links), Haus Antonius-Leiterin Sylvia Tarmann (fünfter von links), Bischof Josef Marketz (sechster von links), Kindergarten- und Kindertagesstätte-Leiterin Elisabeth Wandaller (dritte von links) und ihre Stellvertreterin Marlene Maier (vierte von rechts)

© Cornelia Pacher

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Die Geschich­te des „Haus Anto­ni­us“ begann vor mehr als 120 Jah­ren „mit drei Klos­ter­frau­en der Barm­her­zi­gen Schwes­tern von Zams und 13 Kin­dern, die sie lie­be­voll betreut haben“, sagt Vik­tor Omel­ko, der 30 Jah­re Prä­si­dent des Boni­fa­ti­us­ver­eins der Diö­ze­se Gurk war. Jenem Ver­ein, der 1902 die Errich­tung eines Wai­sen­hau­ses in Tref­fen beschlos­sen hat. Aus dem Wai­sen­haus wur­de Mit­te des 20. Jahr­hun­derts das „Anto­ni­us­kin­der­heim“ für sozi­al benach­tei­lig­te Kin­der.

Zum Wohl der Kin­der

Im „Haus Anto­ni­us“ wer­den 38 Kin­der und Jugend­li­che im Alter von vier bis 19 Jah­ren in vier Wohn­grup­pen von 30 sozi­al­päd­ago­gi­schen Fach­kräf­ten beglei­tet und betreut. Zudem gibt es sie­ben klei­ne Woh­nun­gen mit Betreu­ung am Stand­ort Tref­fen und zwei in Vil­lach, in denen die Jugend­li­chen das selbst­stän­di­ge Woh­nen erpro­ben kön­nen. Die Auf­ent­halts­dau­er der Bewoh­ner betra­ge zwi­schen vier und sechs Jah­re. Bei vie­len Kin­dern sei eine Rück­kehr in die Ursprungs­fa­mi­lie nicht mög­lich, weiß Syl­via Tar­mann als Lei­te­rin des „Haus Anto­ni­us“. Sie freut sich über eine gute Zusam­men­ar­beit mit der Kin­der- und Jugend­an­walt­schaft, der Gemein­de, dem Land und allen Koope­ra­ti­ons­part­nern.

Sie hat viel Schö­nes erlebt

Meh­re­re tau­send Kin­der und Jugend­li­che sind in der Ein­rich­tung in den 120 Jah­ren beglei­tet, erwach­sen und selbst­stän­dig gewor­den. Wie Cor­ne­lia Pacher, die 1971 mit sechs Jah­ren ins Haus gekom­men ist. Die 59-Jäh­ri­ge ver­brach­te ihre Kind­heit und Jugend hier. „Damals waren wir bis zu 25 Kin­der in einer Grup­pe. Es gab Schlaf­sä­le mit 18 Bet­ten. Wir wur­den von den Ordens­schwes­tern alle gleich behan­delt. Wir haben Fes­te erlebt und viel unter­nom­men, waren Ski fah­ren, wan­dern und ver­brach­ten im Som­mer einen Monat in einem Feri­en­haus am Mill­stät­ter See.“ Das Kin­der­heim sei zu ihrem Daheim gewor­den, wes­halb sie nach ihrem Aus­zug mit den Schwes­tern und nach deren Abschied aus Tref­fen im Jahr 2000 mit dem Haus in Ver­bin­dung blieb. Pacher lei­tet als Sozi­al­päd­ago­gin die Mäd­chen­grup­pe „Kun­ter­bunt“. „Die Kin­der wis­sen, dass ich hier auf­ge­wach­sen bin. Ich kann mich gut in sie hin­ein­füh­len. Sie wis­sen, dass ich sie ver­ste­he.“

Ver­än­der­te Bedürf­nis­se

Sie fin­det, dass die päd­ago­gi­sche Arbeit in der sta­tio­nä­ren Kin­der- und Jugend­hil­fe in den letz­ten 50 Jah­ren gro­ße Schrit­te gemacht habe. „Wir sind noch lan­ge nicht am Ende des Weges. Ziel muss die Ver­bes­se­rung der Rah­men­be­din­gun­gen sein, damit mehr Zeit für die Kin­der und ihre Bedürf­nis­se bleibt.“ Denn das Kli­en­tel habe sich ver­än­dert. „Waren im vori­gen Jahr­hun­dert Wai­sen­kin­der zu ver­sor­gen, so sind es heu­te Kin­der und Jugend­li­che mit einem the­ra­peu­ti­schen Bedarf, die viel erlebt haben, was nicht in Ord­nung war.“ Das „Haus Anto­ni­us“ bie­te ihnen einen Ort, wo sie mit Hil­fe der Sozi­al­päd­ago­gik wach­sen und sich ent­fal­ten kön­nen.

Ein neu­es Zuhau­se

Das „Haus Anto­ni­us“ gehört wie der Kin­der­gar­ten und die Kin­der­ta­ges­stät­te seit 1. Jän­ner zur Cari­tas Kärn­ten. „Lie­be, Ver­ständ­nis für die jewei­li­ge Situa­ti­on des Kin­des und eine gute Unter­stüt­zung für den Schul­all­tag bie­tet das ‘Haus Anto­ni­us’ seit 120 Jah­ren. Denn wenn Kin­der von zu Hau­se weg­müs­sen, dann muss ein neu­es Zuhau­se gefun­den wer­den”, sagt Ernst Sand­ries­ser. Gleich­zei­tig wer­de jede Gele­gen­heit gesucht, den Kon­takt zu den Eltern auf­recht­zu­er­hal­ten. „Vie­le sind zehn Jah­re und län­ger bei uns. Sie schlie­ßen ihre Schul­aus­bil­dung und Leh­re bei uns ab. Das Wich­tigs­te ist, dass sie sich wohl füh­len und ihre Talen­te ent­fal­ten kön­nen.“

Drei Ein­rich­tun­gen im Zei­chen der Kin­der

Im Haus Anto­ni­us, dem Kin­der­gar­ten und der Kin­der­ta­ges­stät­te Tref­fen wer­den Kin­der und Jugend­li­che vom 1. bis zum 19. Lebens­jahr betreut. Eli­sa­beth Wand­al­ler, Lei­te­rin von Kin­der­gar­ten und Kin­der­ta­ges­stät­te, dankt im Namen ihres Teams Boni­fa­ti­us­ver­ein und Cari­tas: „Mit Ihrer Unter­stüt­zung und Beglei­tung konn­ten sich alle Betrie­be qua­li­täts­voll wei­ter­ent­wi­ckeln. Eben­so gelun­gen ist die jah­re­lan­ge Koope­ra­ti­on im Bereich Kin­der­gar­ten und Kin­der­ta­ges­stät­te durch das Kin­der­gar­ten­ku­ra­to­ri­um mit der Gemein­de Tref­fen.“

Ein bun­tes Jubi­lä­ums­fest

Am Sams­tag (10. Juni 2023) konn­ten die Besu­cher des Jubi­lä­ums­fes­tes die Talen­te etli­cher Kin­der erle­ben, gestal­te­ten sie doch freu­dig und leb­haft den bun­ten Fest­akt mit. Bischof Josef Mar­ketz, der die Ein­rich­tun­gen seg­ne­te, blick­te auf die Geschich­te von Boni­fa­ti­us­ver­ein, des „Haus Anto­ni­us“ zurück und erin­ner­te sich an sei­ne Zeit als Prä­si­dent des Ver­ei­nes: „Ich bin immer gern her­ge­kom­men. Unse­re hei­li­ge Mes­se vor Weih­nach­ten war etwas ganz Beson­de­res. Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Chris­tof Sey­mann und Bür­ger­meis­ter Klaus Glanz­nig wür­dig­ten die Ein­rich­tun­gen der Cari­tas, die ihre Türen weit offen hat­ten und zum Besuch span­nen­der Aus­stel­lun­gen sowie einer Kunst­ga­le­rie ein­lu­den. Die Kin­der hat­ten ihren Spaß bei Schmink- und Spiel­sta­tio­nen. Schü­ler der Cari­tas-HLW hal­fen beim Fest mit.

Vie­le Ehren­gäs­te

Mit­ge­fei­ert haben Seel­sor­ge­amts­di­rek­to­rin Eli­sa­beth Schnei­der-Bran­dau­er, Chris­ti­ne Gasch­ler-Andre­asch, Ger­hild Hub­mann, Clau­dia Arzt­mann von den zustän­di­gen Abtei­lun­gen der Lan­des­re­gie­rung, der ehe­ma­li­ge Haus Anto­ni­us-Lei­ter Robert Kowatsch, die Schul­lei­ter Gerald Wosat­ka (VS Tref­fen) und Andre­as Rau­chen­ber­ger (Mit­tel­schu­le Gegen­d­tal), Alt­bür­ger­meis­ter Karl Wug­ge­nig, Gemein­de­vor­stand Bert­ram Mayr­brug­ger, Feu­er­wehr­kom­man­dant Dani­el Frank und die Mit­glie­der des Kin­der­gar­ten­ku­ra­to­ri­ums der Gemein­de bzw. der Cari­tas Ingrid Hil­de­brandt, Dore­lies Rapotz-Möl­zer und Chris­ti­ne Kügerl.

 

11.06.2023 17:00
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120-Jahr-Jubi­lä­um des „Haus Anto­ni­us“ Caritasdirektor Ernst Sandriesser (dritter von links), Haus Antonius-Leiterin Sylvia Tarmann (fünfter von links), Bischof Josef Marketz (sechster von links), Kindergarten- und Kindertagesstätte-Leiterin Elisabeth Wandaller (dritte von links) und ihre Stellvertreterin Marlene Maier (vierte von rechts)

© Cornelia Pacher