Finale in Klagenfurt
Volkshilfe-Radtour gegen Kinderarmut
Großes Finale der Volkshilfe-Radtour gegen Kinderarmut in Klagenfurt: 353.000 Meter für 353.000 armutsbetroffene Kinder in Österreich.
© KLiCK Kärnten
353.000 Kinder und Jugendliche in Österreich sind von Armut und Ausgrenzung betroffen. Stellt man sich die Strecke von Wien nach Klagenfurt vor, würde jeden Meter ein armutsbetroffenes Kind stehen. Auf diesen Missstand will die Volkshilfe mit ihrer Radtour aufmerksam machen. Ziel ist die Einführung einer Kindergrundsicherung in Österreich. Am 21. Juni 2023 fand das große Tour-Finale in Klagenfurt statt.
16.000 Kinder von Ausgrenzung betroffen
Allein in Kärnten sind 16.000 Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre von Armut oder Ausgrenzung betroffen. Das sind um vier Prozent mehr als im Vorjahr. Schaut man genauer in das Zahlenmaterial der EU-SILC, eine Statistik, die jährlich Einkommen und Lebensbedingungen der Menschen abbildet, findet man bedenkliche Zunahmen: 78.000 Kinder in Österreich leben in Haushalten, die es sich nicht leisten können, jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine vergleichbare vegetarische Speise zu essen. Das ist beinah eine Verdoppelung gegenüber dem Jahr davor, wo es noch 43.000 Kinder waren. Auch bei Familien, die ihre Wohnung nicht angemessen warmhalten können, sehen wir einen Anstieg von 34.000 auf 40.000 Haushalte.
Volkshilfe fordert Einführung einer Kindergrundsicherung
Die Volkshilfe fordert daher einmal mehr die Einführung einer Kindergrundsicherung in Österreich, also vereinfacht gesagt, eine sozial gestaffelte Familienbeihilfe, die armutsbetroffene Kinder stärker unterstützt. Statt der aktuellen Familienbeihilfe und dem Kinderabsetzbetrag, würden dann alle Kinder 285 Euro monatlich bekommen. Geringverdiener mit bis zu 40.000 Euro Haushaltseinkommen pro Jahr würden zusätzlich einen nach Einkommen gestaffelten Betrag erhalten.
Strecke von Wien bis Klagenfurt geradelt
„Die Wirkung einer Kindergrundsicherung wäre enorm: Wir könnten als erstes Land überhaupt Kinderarmut abschaffen.“, sagte Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich, der die gesamte Strecke von Wien bis Klagenfurt mit seinem Team gefahren ist. Volkshilfe Kärnten-Präsident Ewald Wiedenbauer und Jürgen Pfeiler, Geschäftsführer der Volkshilfe Kärnten, waren ebenfalls mit dem Rad dabei.
Sportler unterstützten Team der Volkshilfe
Am großen Finaltag wurde das Team der Volkshilfe von Poolbillardweltmeisterin Jasmin Ouschan, rund 40 Radler der „Olympic Youth Games“ und des Heeressportvereins, Ernst Sandriesser, Direktor der Caritas Kärnten und Christian Eile, Obmann des Kärntner Netzwerks gegen Armut und soziale Ausgrenzung radelnd unterstützt.
SPÖ-Chef Babler am Neuen Platz in Klagenfurt
Empfangen wurden die Radler am Neuen Platz in Klagenfurt Landeshauptmann Stellvertreterin Gaby Schaunig, Landeshauptmann Peter Kaiser und SPÖ-Chef Andreas Babler. Viele Mitradelnde haben quer durch mehrere Bundesländer, gemeinsam mit der Volkshilfe ein starkes Zeichen gegen Kinderarmut gesetzt. Weitermachen werden sie solange, bis Kinderarmut in Österreich abgeschafft ist.
- Der neue SPÖ Chef Andreas Babler (Mitte) und Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (rechts) hießen die Teilnehmer auf der Bühne willkommen.

