Filmgeschichte
Erster Kärntner Spielfilm gesucht
Vor 106 Jahren wurde in Kärnten der erste Spielfilm gedreht. Klaus Pertl (68) vom „Filmmuseum“ ist seit Jahren auf der Suche nach einer Kopie des Films.
Der Stummfilm „Der schwarze Chauffeur“ unter der Regie von Joe May wurde 1917 in Kärnten gedreht. Die Drehbuchvorlage kam vom Kärntner Michelangelo Freiherr von Zois von Edelstein. Der war ein österreichischer Jurist, Staatsbeamter, Schriftsteller und Journalist. „In den Hauptrollen spielten die Stummfilmstars Mia May und Bruno Kastner“, erzählt Klaus Pertl.
Ältester Spielfilm
„Der schwarze Chaffeur“ ist ein viel gesuchter Kinofilm. „Wir vom Filmmuseum sind gemeinsam mit international tätigen Filmhistorikern sowie Filmarchiven auf der Suche nach diesem historischen Film“, erzählt Pertl. Das „Kärntner Tagblatt“ schrieb im Jänner 1918 über die Österreich-Premiere im Villacher Parkkino: „Eine ganz außergewöhnliche Sehenswürdigkeit ist das Lustspiel in vier Akten „Der schwarze Chauffeur“, in dem Mia May, die bekannte Filmdarstellerin und Frau des Regisseurs, als amerikanische Milliardärin Ellen Carenna und zugleich in der Rolle ihrer Ahnfrau, der Gräfin Gracchenberg, neue Beweise ihrer Vielseitigkeit gab.“
Wunderschöne Ansichten
Für Kärnten bietet der Film noch erhöhtes Interesse dadurch, dass der Hauptteil der Handlung auf Kärntner Boden spielt. Im Film sind wunderschöne Aufnahmen aus der Umgebung von Friesach, den Schlössern Hochosterwitz und Eberstein sowie dem Zollfeld zu sehen. Dazwischen sind auch Bilder vom Wörthersee und der Blick vom Villacher Draukai gegen den Dobratsch eingeflochten.
Die Premiere
Der im Sommer 1917 gedrehte Film hatte am 26. Oktober 1917 im Tauentzienpalast in Berlin seine Premiere und war dann in weiten Teilen Europas zu sehen. Mit den zahlreichen Schlössern und den schönen Landschaften wäre der Film auch eine gelungene Fremdenverkehrswerbung für Kärnten geworden, wäre nicht der Erste Weltkrieg über Europa gezogen.
Die Sonderschauen
In der Sonderschau im Klagenfurter Kinomuseum werden derzeit alle zusammengetragenen Informationen über den Film „Der schwarze Chauffeur“ gezeigt. Dabei hofft Klaus Pertl auf die Hilfe der Besucherinnen und Besucher, weitere Spuren zum verschollenen Stummfilm zu finden. „Außerdem wollen wir unsere Ausstellungsfläche erweitern und zeigen auf der großen Leinwand im Burghof-Kino in Klagenfurt und beim Kinosommer in Villach eine Suchmeldung für den ältesten Spielfilm aus Kärnten“, betont Klaus Pertl, Leiter vom Kinomuseum in Klagenfurt.
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Die Termine
Das Kinomuseum am Lendkanal in der Wilsonstraße 37 ist bis zum 27. August 2023, jeweils Samstag und Sonntag von 10 bis 18.00 Uhr geöffnet.
