Wirtschaft

Kärn­ten: Expor­te kna­cken 9‑Mil­li­ar­den-Gren­ze

Allerdings belasten Energieimporte den Handelsbilanzüberschuss: Wirtschaftskammer-Präsident Mandl und Wirtschaftslandesrat Schuschnig präsentierten die Exportzahlen 2022.

Kärn­ten: Expor­te kna­cken 9‑Mil­li­ar­den-Gren­ze Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig, WK-Präsident Jürgen Mandl und Außenwirtschaftsleiterin Hemma Kircher-Schneider präsentierten die Außenhandelsstatistik Kärnten 2022. (von links)

© WKK / Helge Bauer

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Als „Zei­chen der Stär­ke“ bezeich­ne­te heu­te Kärn­tens Wirt­schafts­kam­mer­prä­si­dent Jür­gen Man­dl die nun­mehr vor­lie­gen­de Bilanz über das Export­jahr 2022. Kärn­tens Wirt­schaft expor­tier­te ver­gan­ge­nes Jahr erst­mals Waren im Wert von mehr als neun Mil­li­ar­den Euro (exakt 9,41 Mil­li­ar­de Euro), ein Plus von 16,7 Pro­zent gegen­über 2021. Nach Abzug der Impor­te von 9,17 Mrd. Euro (+ 19,5 Pro­zent) bleibt ein Außen­han­dels­bi­lanz­über­schuss von 240 Mio. Euro. Damit schafft es Kärn­ten — gemein­sam mit Ober­ös­ter­reich, Tirol, Vor­arl­berg und der Stei­er­mark — wie­der in den exklu­si­ven Zir­kel von nur fünf Bun­des­län­dern mit posi­ti­ver Außen­han­dels­bi­lanz, der Über­schuss hat sich aller­dings nicht nur gegen­über dem Rekord­jahr 2018 mit 1,1 Mil­li­ar­de Euro deut­lich ver­rin­gert. Die Grün­de lie­gen auf der Hand: Der schwa­che Euro, die damit ein­her­ge­hen­den hohen Roh­stoff­prei­se und die teu­ren Ener­gie­im­por­te (425 Mil­lio­nen Euro, + 75 Pro­zent) fres­sen gro­ße Tei­le des Über­schus­ses auf.

Ener­gie­im­por­te für Wett­be­werbs­fä­hig­keit

„Die­se Ergeb­nis­se zei­gen ganz deut­lich, was die Ener­gie­im­por­te für die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Wirt­schafts­stand­or­tes bedeu­ten“, erklär­te Prä­si­dent Man­dl und ver­wies auf den ange­kün­dig­ten Ener­gie­mas­ter­plan des Lan­des: „Das passt zur Kli­ma­de­bat­te und ist ein Kos­ten­the­ma: Höchs­te Zeit, hier Geschwin­dig­keit auf­zu­neh­men!“ Als nega­ti­ves Bei­spiel führ­te Man­dl auch die seit sie­ben Jah­ren andau­ern­den Ver­hand­lun­gen über ein Frei­han­dels­ab­kom­men zwi­schen eini­gen Län­dern Süd­ame­ri­kas und Euro­pa (Mer­co­sur) an: „Wir haben zu viel Angst“, kon­sta­tier­te Man­dl und ver­wies auf die den Export bele­ben­den Ver­ein­ba­run­gen mit Asi­en und Ozea­ni­en (seit 2022) und die Ent­span­nung im Han­del mit den USA (336 Mio. Euro, + 46 Pro­zent, Platz 8 der Kärnt­ner Export­sta­tis­tik).

Bilanz sei star­ke Leis­tung der Kärnt­ner Wirt­schaft

Die­se Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Stand­or­tes ist auch Wirt­schafts­re­fe­rent Sebas­ti­an Schu­sch­nig ein wich­ti­ges Anlie­gen. Die vor­lie­gen­de Bilanz sei „eine ganz star­ke Leis­tung der Kärnt­ner Wirt­schaft“, die guten Ergeb­nis­se im Export nach Ita­li­en (erst­mals mehr als eine Mil­li­ar­de Euro) und nach Slo­we­ni­en (+ 42 Pro­zent) wür­den die gemein­sa­me Export­of­fen­si­ve von Land und Wirt­schafts­kam­mer bestä­ti­gen. Doch Schu­sch­nig fürch­tet, dass die wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen deut­lich här­ter wer­den: „Die Kon­kur­renz­fä­hig­keit bei den Kos­ten steht mas­siv auf dem Spiel!“

Maß­vol­le Lohn­ab­schüs­se bei Herbst­run­de ein­ge­for­dert

Schu­sch­nig mahn­te daher maß­vol­le Lohn­ab­schlüs­se bei der Herbst­run­de ein: „Wenn ande­re Län­der um drei, vier, fünf Pro­zent erhö­hen und in Öster­reich zehn Pro­zent plus gefor­dert wer­den, muss man sich bewusst sein, was das bedeu­tet.“ Auch der Dis­kus­si­on um eine Arbeits­zeit­ver­kür­zung kann Schu­sch­nig nichts abge­win­nen: „Die For­de­rung nach 32 Stun­den kommt zum fal­schest mög­li­chen Zeit­punkt und kann uns allen auf den Kopf fal­len.“

Ver­net­zung im Alpen-Adria-Raum

Außen­wirt­schafts­lei­te­rin Hem­ma Kir­cher-Schnei­der beton­te die soli­de Auf­stel­lung der Kärnt­ner Export­wirt­schaft und die zuneh­men­de Ver­net­zung im Alpen-Adria-Raum, die für die Kärnt­ner Betrie­be immer wich­ti­ger wer­de. Aber auch in die Schweiz haben die Expor­te um ein Drit­tel auf 350 Mio. Euro zuge­nom­men. Kärn­tens „Export­schla­ger“ blei­ben elek­tri­sche und mecha­ni­sche Maschi­nen und Anla­gen. Trotz einer zuneh­men­den Diver­si­fi­ka­ti­on der Export­märk­te bleibt Deutsch­land aller­dings sowohl export- als auch import­sei­tig domi­nant. Kir­cher-Schnei­der: „Wir sind nach wie vor zu etwa einem Drit­tel an den deut­schen Markt gebun­den — und damit auch von der dor­ti­gen Ent­wick­lung abhän­gig.

17.07.2023 17:00
Anzeige
Kärn­ten: Expor­te kna­cken 9‑Mil­li­ar­den-Gren­ze Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig, WK-Präsident Jürgen Mandl und Außenwirtschaftsleiterin Hemma Kircher-Schneider präsentierten die Außenhandelsstatistik Kärnten 2022. (von links)

© WKK / Helge Bauer