Jahresbericht

Auf­klä­rung als Mit­tel gegen die Sucht

In Kärnten hat ein starkes Netzwerk zum primären Ziel, Menschen davon abhalten, süchtig zu werden. Für jene, die aber schon von einer Sucht betroffen sind, hat es viele aufeinander abgestimmte Angebote.

Auf­klä­rung als Mit­tel gegen die Sucht Leiter des Kärntner Landeskriminalamtes Gottlieb Türk, Landesrätin Beate Prettner, Drogenambulanz-Leiterin Scheiber, Suchtkoordinatorin Barbara Drobesch-Binter(von links)

© LPD Kärnten/Varh

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Am Don­ners­tag wur­de der Jah­res­be­richt 2022 der Prä­ven­ti­on und Sucht­ko­or­di­na­ti­on des Lan­des Kärn­ten prä­sen­tiert. Gesund­heits­re­fe­ren­tin Lan­des­rä­tin Bea­te Prett­ner, Sucht­ko­or­di­na­to­rin Bar­ba­ra Dro­besch-Bin­ter, Clau­dia Schei­ber vom Dro­gen­am­bu­la­to­ri­um Kla­gen­furt und Oberst Gott­lieb Türk von der Lan­des­kri­mi­nal­po­li­zei infor­mier­ten dar­über in einer Pres­se­kon­fe­renz. Die­se fand direkt im Anschluss an die Sit­zung des nach Fach­ge­bie­ten breit auf­ge­stell­ten Sucht­bei­ra­tes statt.

Höhe­res Ange­bot an ille­ga­len Sub­stan­zen

Prett­ner ver­wies dar­auf, dass das Ange­bot an ille­ga­len Sub­stan­zen auch in Kärn­ten mas­siv gestie­gen sei. Dazu wür­den noch die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie kom­men. Kärn­ten steue­re hier unter ande­rem mit sei­ner Sucht­hil­fe-Stra­te­gie gegen. „2022 haben wir dafür fünf Mil­lio­nen Euro auf­ge­wen­det, das ist um eine Mil­li­on Euro mehr. Heu­er steht wie­der etwas mehr Geld zur Ver­fü­gung, näm­lich 5,1 Mil­lio­nen Euro“, so die Gesund­heits­re­fe­ren­tin. So habe auch die Sucht­ko­or­di­na­ti­on eine star­ke Erwei­te­rung erfah­ren, das sei­en die bei­den Dro­gen­am­bu­lan­zen in Kla­gen­furt und Vil­lach sowie die Dro­gen­be­ra­tungs­stel­len in den Bezirks­städ­ten Spit­tal, Feld­kir­chen, St. Veit, Wolfs­berg, Völ­ker­markt, Kla­gen­furt und Vil­lach. 2013 waren es laut Prett­ner noch 700 Plät­ze, heu­te sei­en es 2.400. In ambu­lan­ter Behand­lung waren laut ihr im Vor­jahr 2.450 Per­so­nen.

 

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Laut Lan­des­rä­tin müs­se das obers­te Ziel sein, Men­schen durch mehr Auf­klä­rung davon abzu­hal­ten, süch­tig zu wer­den.
© LPD Kärnten/Varh

Schon im Kin­des­al­ter für The­ma sen­si­bi­li­sie­ren

Es gehe in der Sucht­ko­or­di­na­ti­on aber nicht nur um ille­ga­le Sub­stan­zen, die Maß­nah­men und Ange­bo­te wür­den auch Alko­hol, Spiel­sucht sowie das The­ma Jugend und Sucht umfas­sen. „Wir wol­len die Men­schen mög­lichst früh errei­chen, set­zen schon in den Kin­der­gär­ten und Schu­len an. Wir wol­len die Kin­der und Jugend­li­chen stark machen, damit sie nicht süch­tig wer­den“, so Prett­ner. Wesent­li­cher Punkt dabei sei­en Mul­ti­pli­ka­to­ren-Schu­lun­gen, vori­ges Jahr sei­en dar­über 500 Päd­ago­gin­nen und Päd­ago­gen erreicht wor­den. In Work­shops und Schu­lun­gen sei­en ins­ge­samt knapp über 7.000 Per­so­nen erreicht wor­den. Die Gesund­heits­re­fe­ren­tin hob außer­dem her­vor, dass die Behand­lung Sucht­kran­ker nun­mehr auch im Chan­cen­gleich­heits­ge­setz abge­bil­det sei.

Vor­trä­ge, Pro­jek­te & Aktio­nen

„Wir möch­ten mög­lichst vie­le Per­so­nen errei­chen, dafür ver­wen­den wir vie­le ver­schie­de­ne Ansät­ze“, sag­te Sucht­ko­or­di­na­to­rin Dro­besch-Bin­ter. Zu den Säu­len dabei zäh­le die Bewusst­seins­bil­dung mit Vor­trä­gen, Pro­jek­ten und Aktio­nen, wei­ters gebe es die Kom­pe­tenz­för­de­rung durch Schu­lun­gen. Wei­te­re Säu­len sei­en die Scha­dens­mi­ni­mie­rung durch nie­der­schwel­li­ge Ange­bo­te sowie die Sucht­hil­fe und The­ra­pie. Wesent­lich sei zudem die Opti­mie­rung von Schnitt­stel­len, also das Anstim­men von Ange­bo­ten der ver­schie­de­nen Orga­ni­sa­tio­nen und Insti­tu­tio­nen. Dro­besch-Bin­ter schätzt, dass in Kärn­ten rund 5.000 Per­so­nen von ille­ga­len Opi­aten abhän­gig sei­en, 40.000 Men­schen sei­en alko­hol­krank oder stark dazu gefähr­det, bei Spiel­sucht sei es laut Schät­zun­gen rund ein Pro­zent der Bevöl­ke­rung.

 

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Lan­des­rä­tin und Gesund­heits­re­fe­ren­tin Bea­te Prett­ner
© LPD Kärnten/Varh

Scha­dens­mi­ni­mie­rung betrei­ben

Dro­gen­am­bu­lanz-Lei­te­rin Schei­ber sag­te, dass in den Stel­len All­ge­mein­me­di­zi­ne­rin­nen und ‑medi­zi­ner, Psy­cho­lo­gin­nen und Psy­cho­lo­gen, Kin­der- und Jugend­n­eu­ro­psych­ia­te­rin­nen und ‑psych­ia­ter sowie Sozi­al­ar­bei­te­rin­nen und Sozi­al­ar­bei­ter eng zusam­men­ar­bei­ten wür­den. Aus der Pra­xis erklär­te sie, wie die Scha­dens­mi­ni­mie­rung funk­tio­niert: „Wir bie­ten einen kos­ten­lo­sen, anony­men und unkom­pli­zier­ten Sprit­zen­tausch an. Dabei bera­ten wir die Betrof­fe­nen auch, wie sie durch ‚bes­se­res‘ Kon­su­mie­ren zum Bei­spiel Infek­tio­nen ver­mei­den kön­nen. Außer­dem kann zum Bei­spiel ein Naloxon-Spray aus­ge­ge­ben wer­den, das ein Über­do­sie­ren ver­hin­dern kann.“

Poli­zei tauscht sich mit Sucht­bei­rat aus

Oberst Türk beton­te, dass die Kärnt­ner Poli­zei in der Sucht­mit­tel­de­likt­be­kämp­fung kon­se­quent und nach­hal­tig sei. Daher sei die Ver­net­zung, wie sie auch über den Sucht­bei­rat statt­fin­de, beton­te wich­tig. Türk mein­te dass ille­ga­le Dro­gen „in Hül­le und Fül­le“ am Markt vor­han­den sei­en. Er ver­wies unter ande­rem auf „den größ­ten kri­mi­nal­po­li­zei­li­chen Ein­satz, den wir jemals in Kärn­ten hat­ten“, bei dem erst kürz­lich gro­ße Men­gen an Bar­geld und Sucht­mit­teln sicher­ge­stellt wur­den. Kärn­ten sei aber trotz­dem eines der sichers­ten Bun­des­län­der, wie Türk her­vor­hob.

Info: Den Jah­res­be­richt 2022 der Prä­ven­ti­on und Sucht­ko­or­di­na­ti­on kann man hier her­un­ter­la­den: Sucht­vor­beu­gung.

21.07.2023 18:00
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Auf­klä­rung als Mit­tel gegen die Sucht Leiter des Kärntner Landeskriminalamtes Gottlieb Türk, Landesrätin Beate Prettner, Drogenambulanz-Leiterin Scheiber, Suchtkoordinatorin Barbara Drobesch-Binter(von links)

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