Fragestunde

100 Tage Lan­des­re­gie­rung: Das hat sich getan

Die „Nachhaltigkeitskoalition“ ist seit 100 Tagen im Amt. Das heutige Sommergespräch der Kärntner Wirtschaft mit Landeshauptmann Kaiser und Landesrat Schuschnig wurde zur kompakten Fragestunde in fünf Themenkreisen.

100 Tage Lan­des­re­gie­rung: Das hat sich getan Die Wirtschaftskammer lud zum Sommergespräch mit Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesrat Sebastian Schuschnig.

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Die Kärnt­ner Land­tags­wahl am 5. März 2023 brach­te eine Fort­füh­rung der SPÖ-ÖVP-Koali­ti­on. Die neue, alte Lan­des­re­gie­rung wur­de am 13. April ange­lobt. Nach Ablauf der tra­di­tio­nel­len Schon­frist hat heu­te die Kärnt­ner Wirt­schafts­kam­mer die Spit­zen der Lan­des­re­gie­rung ein­ge­la­den, Wirt­schafts­ver­tre­tern Rede und Ant­wort zu ste­hen. Vor der immer wie­der beein­dru­cken­den Kulis­se des — zu Abwechs­lung — som­mer­lich son­ni­gen Wör­ther­sees stell­ten sich Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser und Wirtschafts‑, Tou­ris­mus- und Ener­gie­lan­des­rat Sebas­ti­an Schu­sch­nig den Fra­gen von Manu­el Kapel­ler-Hopf­gart­ner (Ener­gie­wen­de), Mar­tin Zan­do­nella (Digi­ta­li­sie­rung), Ste­fan Sternad (Arbeit im Wan­del) Ger­hard Oswald (Wirt­schafts­raum „AREA Süd“) und Nico­le M. May­er (Ein­per­so­nen­un­ter­neh­men).

Ener­gie

Wer hät­te gedacht, dass die Strom­rech­nung ein­mal ein so gro­ßes The­ma für Unter­neh­men wer­den wür­de, wie es der­zeit der Fall ist. Manu­el Kapel­ler Hopf­gart­ner, Fach­grup­pen-Obmann den Kärnt­ner Seil­bah­nen, appel­liert erneut an die Poli­tik, noch geziel­ter auf erneu­er­ba­re Ener­gie zu set­zen. Schu­sch­nig: „Eine Ener­gie­po­li­tik ohne klu­ge Raum­ord­nungs­po­li­tik ist zum Schei­tern ver­ur­teilt. Wir haben vor allem im Win­ter hohe Ener­gie­kos­ten und impor­tie­ren die Teue­rung!“ Kai­ser und Schu­sch­nig sind sich einig: „Die Ener­gie­net­ze müs­sen bes­ser, schnel­ler und leis­tungs­fä­hi­ger wer­den.“ Und die Ener­gie gehört dort­hin, wo sie gebraucht wird. Damit die Ener­gie auch in Echt­zeit flie­ßen kön­ne, brau­che es einen Digi­ta­li­sie­rungs­schub.

Digi­ta­li­sie­rung

Laut Mar­tin Zan­do­nella, Obmann der Spar­te Infor­ma­ti­on und Con­sul­ting, hat Kärn­ten in die­sem Bereich noch sehr gro­ßen Auf­hol­be­darf. „Wir brin­gen das Glas nicht unter die Erde und sind in der För­der­tech­nik unter­ent­wi­ckelt.“ Die KI, so der Bran­chen­ver­tre­ter, zei­ge uns täg­lich, wie schnell neue Tech­no­lo­gien pra­xis­taug­lich wer­den. Kai­ser räumt ein, dass Kärn­ten bei der Digi­ta­li­sie­rung hin­ter­her­hinkt. Die zwei­te Breit­band­mil­li­ar­de sei auf Schie­ne, nicht nur in den Bal­lungs­zen­tren, auch in den Regio­nen müs­se die Digi­ta­li­sie­rung vor­an­ge­trie­ben wer­den. Schu­sch­nig: „Es geht vor­an, aber noch deut­lich zu lang­sam.“ Bei der Cyber­si­cher­heit räumt Kai­ser Zeit­ver­lus­te bei der Umset­zung ein: „Die Sicher­heits­ar­chi­tek­tur muss sehr gut auf­ge­baut sein. Erst wenn man geknackt wird, weiß man, was los ist.“

Arbeit im Wan­del — Fach­kräf­te

Auch das The­ma Fach­kräf­te­man­gel wur­de dis­ku­tiert. Wir­te­spre­cher Ste­fan Sternad hat wie vie­le sei­ner Unter­neh­mer­kol­le­gen in den ver­gan­ge­nen Kri­sen­zei­ten gelernt, die Ärmel hoch­zu­krem­peln. Der Fach­kräf­te­man­gel wer­de anhal­ten. Bis die­ser sich erholt habe, so Kai­ser, gel­te es, die Eng­päs­se best­mög­lich zu mana­gen. Ohne qua­li­fi­zier­te Zuwan­de­rung wer­de es kaum gehen. Wäh­rend sich Kai­ser zu einer soli­da­ri­schen Hoch­leis­tungs­ge­sell­schaft bekennt, fühlt sich Schu­sch­nig von der For­de­rung nach einer 32-Stun­den-Woche pro­vo­ziert. Bei­de sehen den Ser­vice und die Sozi­al­leis­tun­gen in gro­ßer Gefahr. Schu­sch­nig: „Es ist rei­ner Popu­lis­mus, zu sagen, zahlt den Mit­ar­bei­tern mehr. Mit Geld allein bekommt man kei­ne Mit­ar­bei­ter mehr.“ Fakt ist, dass bei einer Wochen­ar­beits­zeit von 32 Stun­den die Dienst- und Sozi­al­leis­tun­gen in gro­ßer Gefahr sind, das Sozi­al­sys­tem kann so nicht mehr auf­recht­erhal­ten wer­den. Sternad: „Wir müs­sen uns von der Voll­kas­ko-Men­ta­li­tät des Staa­tes ver­ab­schie­den, der Staat ist und kann nicht für alles da sein und alles über­neh­men“.

Wirt­schafts­raum AREA Süd

Für Ger­hard Oswald, Bezirks­stel­len­ob­mann von Wolfs­berg, gilt es, die Kor­alm­bahn, die Kärn­ten und die Stei­er­mark zur AREA Süd ver­bin­den wird, ent­spre­chend zu nut­zen. Kai­ser unter­strich, dass der Süden damit zum sie­bent­größ­ten Bal­lungs­raum im deutsch­spra­chi­gen Raum mit einem Bevöl­ke­rungs­wachs­tum von 3,8 Pro­zent wer­de. Doch nicht nur die Bal­lungs­räu­me, so Schu­sch­nig, auch die Regio­nen müs­se man mit ent­spre­chen­den Ver­kehrs­lö­sun­gen an das Jahr­hun­dert­pro­jekt anbin­den. Wich­tig sei auch für Unter­neh­mer aus Kärn­ten die Siche­rung von Flä­chen für Betriebs­an­sied­lun­gen, wobei es kei­ne Preis­trei­be­rei geben dür­fe.

EPU – Ein­per­so­nen­un­ter­neh­men

Ein wich­ti­ger Wirt­schafts­mo­tor sind auch die rund 22.000 EPU, die immer­hin 60 Pro­zent der 37.000 Unter­neh­mer in Kärn­ten aus­ma­chen. „Wir sind inno­va­tiv, fle­xi­bel und For­de­run­gen nach einer 32-Stun­den-Woche sind uns fremd“, beton­te EPU-Spre­che­rin Nico­le M. May­er. Für Kai­ser und Schu­sch­nig ist die Schlag­kraft der EPU deut­lich spür­bar. Kai­ser mein­te sogar: „Wir haben  vie­le EPU wie Feu­er­wehr­leu­te“.

 

 

 

25.07.2023 09:00 - Update am: 25.07.2023 14:16
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100 Tage Lan­des­re­gie­rung: Das hat sich getan Die Wirtschaftskammer lud zum Sommergespräch mit Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesrat Sebastian Schuschnig.

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