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Ausblick

Lan­des­kri­sen­stab zog ers­te Bilanz

Die Gefahr von Hangrutschungen ist nicht gebannt. Zwar ist die Hochwassersituation weitestgehend unter Kontrolle, doch ergeht der Appell an alle Bürger, Warnsignale weiterhin zu befolgen. Für Fragen ist eine Hotline des Landes unter 050536 22 132 eingerichtet.

Feuerwehr Noch keine Entwarnung: Die Einsatzkräfte stehen in Kärnten weiterhin im Dauereinsatz.

© Pixabay/Tama66

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Im Anschluss an die fünf­te Sit­zung des Lan­des­kri­sen­sta­bes heu­te Früh, infor­mier­ten Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser, Kata­stro­phen­schutz­re­fe­rent Lan­des­rat Dani­el Fell­ner und Kata­stro­phen­schutz­be­auf­trag­ter Mar­kus Hudob­nik gemein­sam mit Exper­ten aus dem Lan­des­kri­sen­stab im Rah­men einer Pres­se­kon­fe­renz die Medi­en über die aktu­el­le Situa­ti­on. 65 Kärnt­ner Gemein­den wur­den vom Stark­re­gen der ver­gan­ge­nen Tage in Mit­lei­den­schaft gezo­gen. Ges­tern, Sonn­tag, galt es auch ein Todes­op­fer zu betrau­ern.

Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen leis­ten “über­mensch­li­ches”

Gleich zu Beginn rich­te­te sich Kai­ser mit Wor­ten des Dan­kes der Kärnt­ner Lan­des­re­gie­rung und der Bevöl­ke­rung an alle Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen, Behör­den, und Frei­wil­li­gen die in den ver­gan­ge­nen Tagen teil­wei­se „über­mensch­li­ches“ geleis­tet haben. „Die Zusam­men­ar­beit im Kri­sen­stab aber auch zwi­schen den Orga­ni­sa­tio­nen ist in Kärn­ten auf einem vor­bild­lich hohen Niveau. In engs­ter Abstim­mung arbei­ten haupt­be­ruf­li­che und ehren­amt­li­che Hel­fer zum Woh­le und zum Schutz der Bevöl­ke­rung zusam­men“, beton­te der Lan­des­haupt­mann und füg­te hin­zu: „Unser Dank gilt auch dem Bun­des­heer. Die Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten sind seit Tagen im Ein­satz und wer­den auch wei­ter­hin an der Wie­der­her­stel­lung der Infra­struk­tur mit­ar­bei­ten.

Die Hoch­was­ser­si­tua­ti­on sei wei­test­ge­hend unter Kon­trol­le. Als Hot­spots gel­ten der­zeit noch Kla­gen­furt und eini­ge Mess­stel­len der Glan. Loka­le Regen­fäl­le könn­ten aber auch in den nächs­ten Tagen punk­tu­ell zu Fol­ge­schä­den füh­ren“, warn­te Kai­ser.

Kata­stro­phen­fonds­mit­tel muss auf­ge­stockt wer­den

Einen Appell rich­te­te Kai­ser an den Bund: „Es ist klar, dass die Kata­stro­phen­fonds­mit­tel auf­ge­stockt wer­den müs­sen. Ich wer­de mich als Vor­sit­zen­der der Lan­des­haupt­leu­te­kon­fe­renz dafür ein­set­zen. Außer­dem bemü­hen wir uns, Mit­tel aus dem euro­päi­schen Soli­da­ri­täts­fonds für Kärn­ten zu lukrie­ren. Dies­be­züg­lich bin ich bereits beim Innen­mi­nis­te­ri­um vor­stel­lig gewor­den.“

Besorgt wand­te sich Lan­des­rat Fell­ner an die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. „Die Wet­ter­si­tua­ti­on ent­spannt sich, die Gefahr ist aber nicht vor­über. Daher soll­ten die Zivil­schutz­si­gna­le auch ernst genom­men wer­den, denn sie haben den Sinn, Leib und Leben zu schüt­zen“, warn­te Fell­ner.

Auch er rich­te­te sei­nen Dank an die vie­len Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter sowie die Frei­wil­li­gen der zahl­rei­chen Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen. „Ohne sie wäre eine so pro­fes­sio­nel­le Bewäl­ti­gung die­ser Kata­stro­phe nicht mög­lich.“ Der Zusam­men­halt sei hier enorm – selbst von der Feu­er­wehr Nie­der­ös­ter­reich kam wich­ti­ge Hil­fe.

Auf­sto­ckung der Sofort­hil­fe in Arbeit

Gemein­sam mit Finanz­re­fe­ren­tin Lan­des­haupt­mann-Stell­ver­tre­te­rin Gaby Schau­nig arbei­tet er an der Gestal­tung der Sofort­hil­fe. Die­se Über­brü­ckungs­hil­fe könn­te über die Gemein­den bin­nen weni­ger Tage an die Betrof­fe­nen aus­ge­zahlt wer­den. Für Schä­den von 5.000 bis 10.000 Euro gibt es nach dem Arriach-Tref­fen-Modell dann maxi­mal 1000 Euro; für Schä­den bis 30.000 Euro gibt es maxi­mal 3000 Euro, für Schä­den bis 50.000 Euro gibt es maxi­mal 5.000 Euro und für Schä­den über 100.000 Euro gibt es maxi­mal 10.000 Euro. Zudem wird es noch die­se Woche ein Tref­fen mit allen Spen­den­or­ga­ni­sa­tio­nen geben, um Hil­fe rasch zu koor­di­nie­ren. Auch das Pro­jekt „Gemein­den hel­fen Gemein­den“ soll wie­der akti­viert wer­den. „Ich bin durch­aus bereit, wenn nötig, auch über unse­re Bun­des­land­gren­zen hin­aus um soli­da­ri­sche Hil­fe zu bit­ten“, kün­dig­te Fell­ner an, alles tun zu wol­len, um rasch und unkom­pli­ziert hel­fen zu kön­nen.

Hudob­nik hob die vor­bild­li­che Arbeit des Lan­des­kri­sen­sta­bes her­vor. „Die Situa­ti­on ist in Kärn­ten bereits seit den ers­ten Unwet­tern in Völ­ker­markt am 17. Juli 2023 ange­spannt, und hat sich an die­sem Wochen­en­de zuge­spitzt“, sag­te Hudob­nik. Er berich­te­te von zahl­rei­chen Ret­tungs- und Hilfs-Aktio­nen die vom Lan­des­kri­sen­stab koor­di­niert wur­den. „Nur gemein­sam sind wir stark“, beton­te Hudob­nik im Hin­blick auf die gute Zusam­men­ar­beit mit allen Ein­satz­or­ga­ni­sa­tio­nen, Insti­tu­tio­nen und Behör­den.

Zunah­me der Ein­sät­ze durch Unwet­ter

Auch in die­ser Woche wer­de die Arbeit der Frei­wil­li­gen drin­gend gebraucht, beton­ten Lan­des­feu­er­wehr­kom­man­dant Rudolf Robin und Lan­des­ret­tungs­kom­man­dant-Stell­ver­tre­ter Chris­ti­an Pich­ler. „Dank eines flä­chen­de­cken­den Netz­wer­kes konn­ten die Ein­sät­ze bes­tens abge­ar­bei­tet wer­den, obwohl die Hälf­te des Bun­des­lan­des und damit auch die Hälf­te aller 428 Feu­er­weh­ren betrof­fen waren“, sag­te Robin. Von den Feu­er­weh­ren muss­ten bis jetzt mehr als 3500 Ein­sät­ze von über 4000 Ein­satz­kräf­ten bewäl­tigt wer­den. Der Ver­gleich mit der Ein­satz­sta­tis­tik des Vor­jah­res, die heu­er zah­len­mä­ßig bereits erreicht wur­de, zeigt deut­lich die Zunah­me der Unwet­ter. Kärn­tens Mili­tär­kom­man­dant Wal­ter Gitsch­tha­ler sag­te, nicht ohne auch die Per­so­nal­knapp­heit beim Heer anzu­spre­chen, wei­te­re Hil­fe des Bun­des­hee­res zu. Der­zeit stün­den mehr als 120 Sol­da­tin­nen und Sol­da­tin­nen, dar­un­ter auch zwei Hub­schrau­ber­teams, im Ein­satz.

Ins­ge­samt muss­ten bis­her rund 350 Per­so­nen ihre Wohn­häu­ser die ent­we­der ver­murt oder von Hang­rut­schun­gen bedroht waren, ver­las­sen. Meh­re­re hun­dert Erd­rut­sche sind bereits bekannt und müs­sen teil­wei­se erst geo­lo­gisch beur­teilt wer­den. Betrof­fen waren die Bezir­ke Wolfs­berg, Völ­ker­markt, St. Veit, Kla­gen­furt, Kla­gen­furt-Land, Vil­lach, Vil­lach-Land, Feld­kir­chen und Spit­tal. Hot­spots sind immer noch Glo­bas­nitz, Neu­haus und Völ­ker­markt.

Ins­ge­samt stan­den seit Beginn des Stark­re­gens bei der Kärnt­ner Feu­er­wehr, der Feu­er­wehr Nie­der­ös­ter­reich, beim Roten Kreuz, bei Berg­ret­tung, Was­ser­ret­tung, Bun­des­heer, Poli­zei, in den Bezirks­haupt­mann­schaf­ten Vöker­markt, Kla­gen­furt-Land, Wolfs­berg, und St. Veit sowie in den Lan­des­ab­tei­lun­gen 8,9, und 12 und den Gemein­den rund 7000 Per­so­nen im Ein­satz.

Für Anfra­gen von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern ist seit heu­te die Hot­line des Lan­des Kärn­ten unter der Num­mer 050536 22 132 erreich­bar.

07.08.2023 17:00 - Update am: 08.08.2023 10:00
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Feuerwehr Noch keine Entwarnung: Die Einsatzkräfte stehen in Kärnten weiterhin im Dauereinsatz.

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