Handel

Kärn­ten: Teue­rungs­wel­le und ange­spann­te Kon­junk­tur

Die Sparte Handel der Wirtschaftskammer Kärnten präsentierte den Konjunkturbericht 2023 für das 1. Halbjahr und eine Vorausschau für das 2. Halbjahr. Energiekosten, Inflationsrate und Arbeitskräftemangel schwäch(t)en die Umsatzentwicklung.

Kärn­ten: Teue­rungs­wel­le und ange­spann­te Kon­junk­tur Peter Voithofer, Institut für Österreichs Wirtschaft; Raimund Haberl, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer-Kärnten und Nikolaus Gstättner, Geschäftsführer der Sparte Handel (von links)

© WKK/ Peter Just

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Der Kärnt­ner Ein­zel­han­del ist für die Wirt­schaft von zen­tra­ler Bedeu­tung und erziel­te im ers­ten Halb­jahr 2023 einen Umsatz von rund 6,7 Mil­li­ar­den Euro. Nach der Ener­gie­kri­se domi­niert eine Teue­rungs­kri­se bis zum heu­ti­gen Tag. Auch der ekla­tan­te Arbeits­kräf­te­man­gel macht der Bran­che schwer zu schaf­fen. Trotz einer Abfla­chung der Infla­ti­on bleibt die Kon­junk­tur ange­spannt.

Abfla­chung der Infla­ti­on

Die Infla­ti­on im ers­ten Halb­jahr 2023 zeigt Anzei­chen einer Ent­span­nung. Mit einem Rück­gang auf 9,6 Pro­zent ist der Höhe­punkt der Teue­rungs­wel­le kurz­fris­tig über­schrit­ten. Ins­be­son­de­re der Ein­zel­han­del (+ 8,2 Pro­zent gegen­über dem Vor­jahr) trägt wie­der zu einer infla­ti­ons­dämp­fen­den Wir­kung bei. Die Ener­gie­kos­ten (+ 33,2 Pro­zent ) trei­ben die Infla­ti­on den­noch wei­ter­hin an — die wei­te­re Ent­wick­lung bleibt her­aus­for­dernd. Rai­mund Haberl, Obmann der Spar­te Han­del der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten: „Die in den ver­gan­ge­nen Mona­ten leicht rück­läu­fi­gen Infla­ti­ons­ra­ten sind ein klei­ner Hoff­nungs­schim­mer für Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher. Die Prei­se sta­bi­li­sie­ren sich, aber die Ener­gie­kos­ten blei­ben ein Fak­tor, den wir genau im Auge behal­ten müs­sen.“

Kon­junk­tur wei­ter ange­spannt

Trotz der vor­sich­tig ermu­ti­gen­den Zei­chen in Bezug auf die Infla­ti­on bleibt die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on im ers­ten Halb­jahr 2023 ange­spannt. Der Kärnt­ner Han­del kann kein nomi­nel­les Umsatz­wachs­tum erzie­len. Die Net­to-Halb­jah­res­um­sät­ze sind um 0,9 Pro­zent auf ins­ge­samt rund 6,7 Mil­li­ar­den Euro gesun­ken. Niko­laus Gstätt­ner, Geschäfts­füh­rer der Spar­te Han­del: „Berück­sich­tigt man die Preis­ent­wick­lung im Han­del von +5,4 Pro­zent , bedeu­tet dies ein rea­les Kon­junk­tur­mi­nus von 6,3 Pro­zent.“ Die ver­schie­de­nen Han­dels­sek­to­ren ver­zeich­nen unter­schied­li­che Kon­junk­tur­ver­läu­fe. Im Ein­zel­han­del stei­gen die Umsät­ze nomi­nell um 2,7 Pro­zent , wäh­rend das Absatz­vo­lu­men um 5,5 Pro­zent sinkt. Beson­ders der Mode­han­del kann auf­grund gesun­ke­ner Prei­se rea­le Zuwäch­se ver­zeich­nen. Im Gegen­satz dazu weist der Groß­han­del im ers­ten Halb­jahr einen nomi­nel­len Umsatz­rück­gang von 5,1 Pro­zent auf, was in einem rea­len Minus von 6,6 Pro­zent resul­tiert. Die Kfz-Wirt­schaft hin­ge­gen erzielt ein nomi­nel­les Umsatz­wachs­tum in Höhe von 11,8 Pro­zent , was ein rea­les, preis­be­rei­nig­tes Plus von 2,0 Pro­zent bedeu­tet.

Mehr offe­ne Stel­len

„Die Beschäf­tig­ten­zah­len im Kärnt­ner Han­del sind um 1,5 Pro­zent im ers­ten Halb­jahr 2023 gesun­ken, lie­gen jedoch immer noch 2,2 Pro­zent über dem Niveau vor der Kri­se“, erläu­ter­te Peter Voi­tho­fer vom Insti­tut für Öster­reichs Wirt­schaft. Wäh­rend die Kfz-Wirt­schaft einen Beschäf­ti­gungs­zu­wachs von 0,9 % ver­zeich­net, sind die Beschäf­tig­ten­zah­len im Groß- und Ein­zel­han­del um 0,9 Pro­zent bzw. 2,4 Pro­zent gesun­ken. Nur der Online­han­del kann inner­halb des Ein­zel­han­dels noch an Beschäf­tig­ten zule­gen (+ 2,4 Pro­zent ). Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Per­so­nen im Kärnt­ner Han­del ist im Ver­gleich zum Vor­jahr um 2,2 Pro­zent gesun­ken. Der­zeit sind 2.317 Per­so­nen arbeits­los gemel­det, 53 weni­ger als im Vor­jahr. Dies betrifft vor allem den Ein­zel­han­del, der ein Minus von 3,0 Pro­zent im Ver­gleich zu 2022 ver­zeich­net. Die Zahl der offe­nen Stel­len im Han­del stieg hin­ge­gen um 5,3 Pro­zent an, wobei die­ser Anstieg im Ein­zel­han­del mit 6,2 Pro­zent am deut­lichs­ten ist.

Erwar­tun­gen und Aus­blick

Spar­ten­ob­mann Rai­mund Haberl resü­mier­te: „Die ange­spann­te Kon­junk­tur im Han­del stellt wei­ter­hin eine Her­aus­for­de­rung dar. Der Kärnt­ner Han­del bleibt ein wich­ti­ger Motor für die Wirt­schaft in unse­rer Regi­on, und wir sind zuver­sicht­lich, dass wir die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen gemein­sam bewäl­ti­gen wer­den.“

05.09.2023 11:00
Anzeige
Kärn­ten: Teue­rungs­wel­le und ange­spann­te Kon­junk­tur Peter Voithofer, Institut für Österreichs Wirtschaft; Raimund Haberl, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer-Kärnten und Nikolaus Gstättner, Geschäftsführer der Sparte Handel (von links)

© WKK/ Peter Just