Spittal/Drau
Ausstellung „Geweihtes Holz“ in der Galerie Porcia
Die Galerie Porcia zeigt ab Mitte September Werke der italienischen Bildhauer Paolo Moro und Gino Taraboi.
© Moro/Tarabaoi
Wenn Sichtbares hörbar werden könnte, würde für die nächste Ausstellung in der Galerie im Schloss Porcia ein Quartett erklingen. Zwar sind es nur zwei Künstler, die italienischen Bildhauer Paolo Moro und Gino Taraboi, aber das bearbeitete Medium Holz hat natürlich seine eigene Sprache und Schwingung und der Salamancakeller ist kein neutraler White Cube Raum, sondern er flüstert geheimnisvoll den Grundton der uralten Fußsteine.
Quartett erschafft einmalige Atmosphäre
So entsteht durch dieses Quartett eine einmalige Atmosphäre, von der wir uns einhüllen lassen können, um für einen Moment den oft hektischen Alltag hinter uns zu lassen. Wir dürfen uns hier erneuern, durch die Begegnung mit den neuen Dimensionen, die die Künstler uns mitteilen wollen. Mehr als um die Objekte an sich geht es ja immer um die feinstofflichen Qualitäten, die in ihnen gespeichert sind und die sie ausstrahlen.
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Kunstwerk geht Wachtsumslinien der Natur nach
Mit Gino Tarabois Werk haben wir es mit einer Skulptur zu tun, die den kapriziösesten Wachstumslinien des Holzes nachzugehen scheint und es wagt, das Medium dann noch in Luft aufzulösen zu wollen, in barocken Öffnungen, die die Skulpturen durchziehen. Es entstehen komplexe rhythmische Spannungsverhältnisse zwischen organischen und architektonischen Formen, Figuren, die an organisch gewachsene Außerirdische denken lassen, die sich im wachsenden Holz eingeflochten hätten und vom Künstler wieder herausgeschält wurden.
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Künstler sucht pure Liebe und reinen Schwung
In seinen symbolhaften Figuren atmen Anmut und einfache Größe. Man bekommt bei intensiveren Betrachtung das Gefühl, dass diese Engelswesen einen mitnehmen wollen in eine apollinische Welt von weicher sonnenhafter Klarheit. Es gelingt ihnen um so besser, weil sie uns mit unseren Verletzungen abholen: bei aller Reinheit der Form bleiben auf ihrer Oberfläche Spuren von Unreinheiten und Narben. So kann der Betrachter sich mit den Figuren identifizieren und seinen Geist, trotz seiner Unvollkommenheit, in den schönen Linien aufsteigen lassen.

