Kinderbetreuung
“Gratis Kindergarten” — das sind die Fakten
Ab sofort ist die Betreuung und Bildung von Kindern ab dem dritten Lebensjahr in Kärnten gratis. Für Essen und Werkbeiträge müssen Eltern weiterhin bezahlen. Lesen Sie hier, was im neuen Gesetz wie geregelt ist:
© Tolmacho/Pixabay
Als drittes Bundesland in Österreich, nach Wien und dem Burgenland, hat nun auch Kärnten den „Gratis Kindergarten“ eingeführt. Eltern müssen keinen Beitrag mehr für die Betreuung in einer Kindertagesstätte, einem Kindergarten oder bei Tageseltern bezahlen.
Kostenlose Betreuung für alle Kinder
Für Familien, in denen Geld ohnehin schon knapp ist und aufgrund der aktuellen Teuerungen noch knapper wird, kommt das Kärntner „Kinderbildungs- und ‑betreuungsgesetz“ genau zur richtigen Zeit. „Wir wollen allen Kindern die gleiche Chance auf Betreuung und Bildung ermöglichen – unabhängig von der Einkommenssituation der Eltern“, sagt Landesrat und Bildungsreferent Daniel Fellner.
Ersparnis von mehr als 1.000 Euro pro Kind und Familie
Die Tarife für Kindergärten und Kinderkrippen lesen sich — beispielsweise auf der Website der Stadt Villach — folgendermaßen:
Kindergartentarife in Villach
- Halbtag Vormittag (alle Kinder: gratis)
- Erweiterter Halbtag (alle Kinder: gratis)
- Ganztag (alle Kinder: gratis)
- Halbtag Nachmittag(alle Kinder: gratis)
(Quelle: https://villach.at/stadt-service/kindergaerten-und-kindertagesstaetten/kindergartentarife)
Für Eltern und Erziehungsberechtigte bedeutet die neue Regelung, dass sie, je nach Betreuungsmodell, zwischen 1.300 und 3.000 Euro pro Jahr einsparen. Bereits vor Inkrafttreten des neuen Kinderbildungs- und ‑betreuungsgesetzes hat die SPÖ in Kärnten das „Kinderstipendium“ eingeführt, mit dem das Land die Durchschnittskosten für jeden Betreuungsplatz übernommen hat. Ab sofort ist die Betreuung zur Gänze kostenfrei.
Diese Kosten bestehen weiter
Ausgenommen sind Beiträge für Verpflegung, Bastelbedarf und eventuelles Zusatzpersonal (z.B. Native Speaker). In den städtischen Kindergärten in Klagenfurt beispielsweise zahlen Eltern nun pro Monat 84,20 Euro für Essen und Werkmaterialien. In Villach belaufen sich diese Kosten auf 59,41 Euro.
Weniger Kinder pro Gruppe
Mit der Reform wird auch die Größe der Kinderbetreuungsgruppen innerhalb der kommenden fünf Jahre allmählich reduziert – von bisher 25 auf maximal 20 Kinder pro Gruppe.
Attraktivere Jobs für Pädagog:innen
Kärntenweit betreuen rund 3.600 Pädagog:innen und Kindergartenassistent:innen rund 22.000 Kinder. Um dem Personalmangel in Kindergärten und Kindertagesstätten entgegenzuwirken, bekommen Fachkräfte nun durchschnittlich um 20 Prozent mehr Lohn, zugleich wurde die Arbeitszeit auf 37 Stunden pro Woche reduziert. „Wir wollen das Berufsbild attraktiver gestalten und es mehr Menschen erleichtern, in einen unglaublich wichtigen und schönen Beruf einzusteigen. Deshalb sorgen wir dafür, dass dieses immens wichtige Berufsfeld auch eine adäquate Entlohnung erfährt“, so Landesrat und Bildungsreferent Daniel Fellner.
Stufenweise Umstellung
Um den Betreibern die Umstellung zu erleichtern, wurde eine Übergangsfrist von drei Jahren beschlossen – d.h. spätestens mit Beginn des Kindergartenjahres 2026/27 müssen alle ins neue Fördersystem umgestiegen sein. Von insgesamt 433 Kärntner Kindergärten und Kindertagesstätten, sind derzeit 41 im alten Fördersystem geblieben und heben nach wie vor Elternbeiträge ein.
