Kommentar

Wenn Fah­nen bren­nen – ein Zei­chen der Het­ze!

Nach dem schrecklichen Massaker durch die Hamas war erst kürzlich aus Solidaritätsgründen eine israelische Fahne vor dem Klagenfurter Rathaus gehisst worden. Unbekannte haben sie angezündet.

Wenn Fah­nen bren­nen – ein Zei­chen der Het­ze! Auch vor dem Klagenfurter Rathaus wurde eine israelische Fahne beschädigt und musste abgenommen werden.

© Red/KK

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„Es hebt die Frei­heit sin­gend ihre Fah­ne“, for­mu­lier­te Fried­rich Schil­ler in sei­nem Dra­ma „Wil­helm Tell“, wo es um Men­schen­wür­de, Unab­hän­gig­keit, Herr­schaft und Wider­stand geht. Mit ande­ren Wor­ten – der groß­ar­ti­ge Dich­ter hebt mit sei­ner For­mu­lier­kunst die Bedeu­tung die­ses sym­bol­träch­ti­gen Zei­chens her­vor. Fah­nen sind als Stam­mes­zei­chen bekannt, waren und sind Ori­en­tie­rungs­punk­te von Trup­pen­tei­len. Noch heu­te schwö­ren unse­re Sol­da­ten den Eid auf die rot-weiß-rote Fah­ne, Fah­nen­flucht hin­ge­gen gilt als schwe­res Ver­ge­hen eines Sol­da­ten. Tra­di­ti­ons­ver­bän­de unter­schei­den sich durch ent­spre­chen­de Klei­dun­gen, aber auch durch die unter­schied­lichs­ten Fah­nen. Die Ver­tei­di­gung die­ses edlen Stof­fes war immer sol­da­ti­sche Pflicht, die Erobe­rung der feind­li­chen Fah­ne galt als ruhm­rei­che Tat. Kir­che und Ver­ei­ne wol­len auf die­ses wich­ti­ge Sym­bol nicht ver­zich­ten, tra­gen stolz das Ban­ner vor sich her oder schwin­gen kunst­voll das bedruck­te Tuch.

Mit ande­ren Wor­ten – eine Fah­ne oder Stan­dar­te mit ent­spre­chen­den Far­ben steht für eine bestimm­te Gemein­schaft, steht für Zusam­men­ge­hö­rig­keit, steht für ein Land. Die hell­blaue Flag­ge der UNO mit der Kar­te der Welt und Zwei­gen des Oli­ven­baums weht für Men­schen­rech­te, für Frie­den, für Gerech­tig­keit, für Ver­söh­nung und darf nur unter bestim­men Vor­aus­set­zun­gen gehisst wer­den. Sie ist zum Hoheits­zei­chen der Staa­ten­ge­mein­schaft gewor­den. Doch schon seit Jah­ren wer­den in Kri­sen­ge­bie­ten Flag­gen ver­schie­de­ner Natio­na­li­tä­ten zer­ris­sen, beschmutzt oder ange­zün­det. Als Zei­chen des Has­ses, als Zei­chen des Pro­tes­tes, als Zei­chen unbän­di­ger Wut, als Zei­chen der Zer­stö­rung. Die­ser bös­ar­ti­ge Aus­druck der Ver­ach­tung geschieht meist vor Fern­seh­ka­me­ras oder Foto­re­por­tern, weil man mit so einer auf­fal­len­den Akti­on eine bestimm­te Nach­richt über­mit­teln will – seht her, wir wol­len euch ver­nich­ten! Es gehört nicht son­der­lich viel Mut dazu, etwas Stoff anzu­zün­den.

Nach dem schreck­li­chen Mas­sa­ker durch die Hamas war erst kürz­lich aus Soli­da­ri­täts­grün­den eine israe­li­sche Fahn­de vor dem Kla­gen­fur­ter Rat­haus gehisst wor­den. Unbe­kann­te ver­such­ten, die Flag­ge her­un­ter­zu­rei­ßen und in Brand zu set­zen. An der Fah­ne ent­stand ein Brand­loch, ein Kara­bi­ner wur­de abge­bro­chen. Das Sym­bol mit den bei­den blau­en Strei­fen und dem blau­en David­stern muss­te von Kla­gen­fur­ter Magis­trats­mit­ar­bei­tern abge­nom­men wer­den, die Höhe des Scha­dens ist noch nicht bekannt. Mitt­ler­wei­le ermit­teln Poli­zei und Staats­schutz. Viel­leicht soll­te man einen neu­er­li­chen Anlauf neh­men und die blau­en Strei­fen in der Lind­wurm­stadt wie­der sicht­bar machen? Auch in Salz­burg und Linz kam es beschä­men­der­wei­se zu Beschä­di­gun­gen israe­li­scher Hoheits­zei­chen. Und in Graz haben zwei jun­ge Män­ner eine am Rat­haus befes­tig­te Fah­ne mit dem David­stern zer­schnit­ten. Die Poli­zei griff ein und konn­te einen der Bur­schen ver­haf­ten, einen in Graz leben­den Syrer. Wird der Kon­flikt impor­tiert?

Die Zer­stö­rung israe­li­scher Fah­nen oder Sinn­bil­der ande­rer Staa­ten ist alles ande­re als ein Laus­bu­ben­streich, son­dern ein höchst ver­werf­li­cher Akt. Das ist kein „dum­mer Sport“, son­dern rei­ne Het­ze und ver­un­si­chert jüdi­sche Mit­bür­ger. Zur Erin­ne­rung: Die Flag­ge Isra­els wur­de von David Wolfs­sohn anläss­lich des in Basel statt­fin­den­den zio­nis­ti­schen Welt­kon­gres­ses 1897 ent­wor­fen und nach der Grün­dung Isra­els 1948 zur Natio­nal­flag­ge. Erst kürz­lich haben Unbe­kann­te, die bei die­sem Vor­fall sogar gefilmt wor­den sind, vor dem Wie­ner Stadt­tem­pel eine israe­li­sche Fah­ne her­un­ter­ge­ris­sen, eine Ver­däch­ti­ge konn­te aus­ge­forscht wer­den. Die Fah­ne hat­te man eben­falls im Geden­ken an Opfer des Ter­ror­an­grif­fes auf­ge­zo­gen. Es wur­de sofort eine neue Flag­ge gehisst. Sach­be­schä­di­gung? Jugend­li­cher Streich? Eine betrun­ke­ne, harm­lo­se Geschich­te? Nein!! Das ist und bleibt Auf­wieg­lung! Was machen sol­che Täter als Nächs­tes? Was, wenn die Fah­nen­schän­der wei­te­re Gren­zen über­schrei­ten?

-mg

11.11.2023 08:00 - Update am: 11.11.2023 13:42
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Wenn Fah­nen bren­nen – ein Zei­chen der Het­ze! Auch vor dem Klagenfurter Rathaus wurde eine israelische Fahne beschädigt und musste abgenommen werden.

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