Kampagne

#ich­bi­nES­wert: Weil Kin­der­schutz uns alle betrifft!

Die Fachstelle für Qualitätsentwicklung im Kärntner Kinderschutz startet gemeinsam mit Kärntner Kommunen und unterstützender Finanzierung aus Mitteln des Kärntner Gesundheitsfonds eine neue Öffentlichkeitskampagne.

#ich­bi­nES­wert: Weil Kin­der­schutz uns alle betrifft! Kampagnenstart #ichbinESwert: Sylvia Greiler, Christoph Triefhaider (qSTALL), Landesrätin Sara Schaar, Winfried Dareb (qSTALL), Monika Klengl mit Mia und Raphael Schmid (von links)

© Büro LR.in Schaar

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Die Kam­pa­gne wid­met sich dem lei­der all­täg­li­chen Phä­no­men „Gewalt an Kin­dern und Jugend­li­chen“  Dabei geht man ganz im Sin­ne des über­ge­ord­ne­ten Gesamt­vor­ha­bens „Kärn­ten lässt kein Kind zurück“ neue Wege, wie Lan­des­rä­tin Sara Schaar, Refe­ren­tin für Kin­der- und Jugend­hil­fe und Kin­der­schutz, der Kin­der­schutz­be­auf­trag­te des Lan­des Kärn­ten Rapha­el Schmid, Fer­lachs Vize­bür­ger­meis­te­rin Moni­ka Klengl und die St. Vei­ter Stadt­rä­tin Syl­via Grei­ler im Rah­men einer Pres­se­kon­fe­renz heu­te, Diens­tag, beto­nen. „Mer­ken soll­te man sich den Hash­tag #ich­bi­nES­wert, dem man ab sofort – online wie off­line – öfter begeg­nen wird“, so Schaar.

Kam­pa­gne gegen Sexu­el­le Gewalt

Im Lau­fe des Auf­wach­sens, also bis zur Voll­jäh­rig­keit, erlebt laut natio­na­len und inter­na­tio­na­len Stu­di­en jedes 10. Kind sexu­el­len Miss­brauch, jedes 5. Kind sexu­el­le Gewalt, jedes 4. Kind kör­per­li­che Gewalt und jedes 3. Kind psy­chi­sche Gewalt. Sta­tis­ti­ken zu die­sem The­ma sind mit Vor­sicht zu genie­ßen, da 90 Pro­zent aller Miss­hand­lungs- und Miss­brauchs­fäl­le unent­deckt blei­ben. „Es ist lei­der auch empi­risch belegt, dass sich betrof­fe­ne Kin­der meist mehr­mals und an unter­schied­li­che Erwach­se­ne wen­den müs­sen, um end­lich Gehör zu fin­den. Das wol­len wir ändern! Weil Kin­der­schutz uns alle betrifft, star­ten wir nun die Kam­pa­gne #ich­bi­nES­wert“, erklärt Schaar.

„Let’s talk about Gewalt“

Zum Kam­pa­gnen-Auf­takt wer­den nun unter dem Mot­to „Let’s talk about Gewalt“ Men­schen ab 19 Jah­ren gesucht, die in ihrer Kind­heit oder Jugend Opfer von Gewalt waren, und die mit dem Erzäh­len ihrer per­sön­li­chen Geschich­te einen Bei­trag zur Ver­bes­se­rung der aktu­el­len und künf­ti­gen Lebens­si­tua­ti­on von Kin­der und Jugend­li­chen, die von Gewalt betrof­fen sind, bei­tra­gen wol­len. „Für uns ist es wich­tig, dass die Gesell­schaft erfah­ren kann, wie die Betrof­fe­nen mit ihren trau­ma­ti­sie­ren­den Erfah­run­gen umge­gan­gen sind, ob und wo sie Hil­fe gefun­den haben oder was sie Betrof­fe­nen in ähn­li­chen Situa­tio­nen raten wür­den“, begrün­det Schmid, Lei­ter der Fach­stel­le Kin­der­schutz. Die per­sön­li­chen Geschich­ten wer­den – auf Wunsch natür­lich kom­plett anony­mi­siert – in Form von Vide­os, Sujets mit prä­gnan­ten Aus­sa­gen u. Ä. auf­be­rei­tet und über unter­schied­li­che Kanä­le, online wie off­line, aus­ge­spielt.

Bevöl­ke­rung zum Han­deln bewe­gen

„Die Ein­bin­dung von Betrof­fe­nen soll dazu bei­tra­gen, die Bevöl­ke­rung zum Hin­se­hen, Hin­hö­ren und Han­deln anzu­re­gen, einen gesell­schaft­li­chen Dis­kurs anzu­re­gen und Gewalt in der Erzie­hung oder in Insti­tu­tio­nen zu ent­ta­bui­sie­ren. Wir wol­len aber auch Betrof­fe­nen zei­gen: Du bist nicht allei­ne! Es gibt Hil­fe! Es gibt Men­schen, die zuhö­ren, die Dich ernst neh­men und es gibt Men­schen, denen Ähn­li­ches wider­fah­ren ist“, so Schaar. Auf der eige­nen Landing­pa­ge www.ichbineswert.at (sowie auf den zuge­hö­ri­gen Face­book- und Insta­gram-Sei­ten) fin­det man alle Geschich­ten, aber auch Anlauf­stel­len, an die sich Betrof­fe­ne wen­den kön­nen. Es lohnt sich, hier immer wie­der ein­mal „hin­ein­zu­kli­cken“, da die Kam­pa­gne so aus­ge­legt ist, dass sie ste­tig wach­sen soll und immer neue Geschich­ten und The­men auf­grei­fen wird.

Kom­mu­nen, Ver­ei­ne, Insti­tu­tio­nen

Bei #ich­bi­nES­wert spie­len auch die Kärnt­ner Kom­mu­nen, Ver­ei­ne, Insti­tu­tio­nen oder Unter­neh­men eine gro­ße Rol­le. „Auch die­se spre­chen wir mit unse­rer Kam­pa­gne aktiv an und suchen Kom­mu­nen, Ver­ei­ne oder Insti­tu­tio­nen, die ihre Kin­der­schutz-Ver­ant­wor­tung noch stär­ker wahr­neh­men und sich an der Kam­pa­gne betei­li­gen wol­len – indem sie ihre (Online-)Kanäle oder Wer­be­flä­chen und regio­na­len Kon­tak­te und Netz­wer­ke zur Ver­fü­gung stel­len bzw. indem sie uns bei der Suche nach per­sön­li­chen Geschich­ten zu Gewalt­er­fah­run­gen in der Kind­heit behilf­lich sind“, erklärt Schmid. Die Kla­gen­furt Wer­be­ma­nu­fak­tur qSTALL beglei­tet die Teil­neh­men­den umfas­send mit indi­vi­du­ell gestal­te­tem Kam­pa­gnen­ma­te­ri­al zu #ich­bi­nES­wert.

Die Stadt­ge­mein­de Fer­lach und die Stadt St. Veit sind bereits Teil der Kam­pa­gne. Sie waren und sind – neben Fach­kräf­ten aus dem Kin­der­schutz-Bereich – in die Erar­bei­tung von Kam­pa­gnen-Inhal­ten und ‑Akti­vi­tä­ten stark mit­ein­ge­bun­den, damit die mehr­jäh­rig ange­leg­te Kam­pa­gne best­mög­lich zu ihrer eige­nen lokal wirk­sa­men Kam­pa­gne wird.

Fer­lach bringt sich posi­tiv ein

„Als kin­der­freund­li­che Gemein­de set­zen wir uns in Fer­lach u. a. im Rah­men des Pro­jek­tes ‚Kein Kind zurück­las­sen‘ aktiv für die Sicher­heit und das Wohl­be­fin­den unse­rer Kin­der und Jugend­li­chen ein. Dazu gehört, u. a. durch eine stär­ke­re Ver­net­zung von jenen, die mit Kin­dern und Jugend­li­chen arbei­ten, früh­zei­tig auf Gewalt an Kin­dern auf­merk­sam zu wer­den, aber auch, die Bevöl­ke­rung für die­ses wich­ti­ge The­ma zu sen­si­bi­li­sie­ren“, beschreibt Moni­ka Klengl, Vize­bür­ger­meis­te­rin in Fer­lach, die Moti­va­ti­on zur Teil­nah­me an der Kam­pa­gne.

Die Stadt St. Veit ist bereits sehr aktiv, wenn es um die Suche nach per­sön­li­chen Geschich­ten und um die akti­ve Anspra­che von ört­li­chen Ver­ei­nen und Orga­ni­sa­tio­nen geht, wel­che die Kam­pa­gne unter­stüt­zen wol­len. Syl­via Grei­ler, zustän­di­ge Stadt­rä­tin in St. Veit und selbst seit 25 Jah­ren Ele­men­tar­päd­ago­gin, über die Beweg­grün­de: „In mei­nem Brot­be­ruf wer­de ich lei­der viel zu oft mit Gewalt an Kin­dern oder Frau­en kon­fron­tiert. Die Coro­na-Pan­de­mie hat dies noch ver­schlim­mert. Betrof­fe­ne brau­chen eine Stim­me, um all jenen, die sich nicht trau­en, ihr Schick­sal mit ande­ren zu tei­len, zu zei­gen, dass sie nicht allei­ne sind!“

Alle Infor­ma­tio­nen und ers­te Geschich­ten fin­det man auf www.ichbineswert.at!

Mehr Infos zur Arbeit der Fach­stel­le für Qua­li­täts­ent­wick­lung im Kärnt­ner Kin­der­schutz auch unter kinderschutz.ktn.gv.at!

23.11.2023 19:00 - Update am: 24.11.2023 07:28
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#ich­bi­nES­wert: Weil Kin­der­schutz uns alle betrifft! Kampagnenstart #ichbinESwert: Sylvia Greiler, Christoph Triefhaider (qSTALL), Landesrätin Sara Schaar, Winfried Dareb (qSTALL), Monika Klengl mit Mia und Raphael Schmid (von links)

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