Kommentar

Immer mehr Kärnt­ner grei­fen zur „Knar­re“!

Es ist zum Schießen! In Österreich steigt die Zahl der Waffenbesitzer weiter und weiter!

Immer mehr Kärnt­ner grei­fen zur „Knar­re“! Erschreckende Bilanz: In Österreich steigt die Zahl der Waffenbesitzer.

© Pixabay/Rudy and Peter Skitterians

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Frei nach Schil­lers Wil­helm Tell: „Mir fehlt der Arm, wenn mir die Waf­fe fehlt!“ Und stän­dig wer­den in Kärn­ten ille­ga­le Waf­fen­la­ger aus­ge­ho­ben – ob jüngst in Fer­lach, St. Veit oder Kla­gen­furt. Erst kürz­lich stopp­te die Exe­ku­ti­ve auf der Tau­ern­au­to­bahn einen Trans­port mit 30 Maschi­nen­pis­to­len samt Muni­ti­on. Zwei Kärnt­ner lan­de­ten vor Gericht, weil sie die ita­lie­ni­sche Mafia mit Kalasch­ni­kows belie­fert haben. Gera­de in der Advent­zeit soll­te sich man sich Inge­borg Bach­manns Spruch zu Her­zen neh­men: „Hät­ten wir das Wort, hät­ten wir die Spra­che, wir bräuch­ten die Waf­fen nicht!“ Doch in Öster­reichs Haus­hal­ten fin­den sich offi­zi­ell 1,43 Mil­lio­nen „Schieß­prü­gel“. Ein Hor­ror! In Kärn­ten sind bereits 99.954 Waf­fen regis­triert – für 27.244 Besit­zer.

Man muss nicht immer gleich an die USA mit den sich stän­dig wie­der­ho­len­den blu­ti­gen Amok­läu­fen und der mäch­ti­gen Waf­fen­lob­by den­ken, wenn es um das Hor­ten von „Blei­sprit­zen“ und halb­au­to­ma­ti­schen Lebens­aus­lö­schern geht. Die Alpen­re­pu­blik ent­wi­ckelt sich näm­lich zu einem wah­ren „Kugel-Para­dies“, in dem auf einen Waf­fen­be­sit­zer gleich vier ver­schie­de­ne Schuss­ge­rä­te kom­men. Die Exe­ku­ti­ve geht von einer höhe­ren Dun­kel­zif­fer aus. Für Poli­zei, Jus­tiz­be­am­te, Wach­leu­te, Jäger oder Sport­schüt­zen gel­ten ohne­hin Aus­nah­men, wobei an einer wei­te­ren Ver­schär­fung des gel­ten­den Waf­fen­rech­tes gedacht ist. Es soll­ten aller­dings nicht gleich alle Waf­fen­be­sit­zer pau­schal als „Waf­fen­nar­ren“ ver­teu­felt wer­den, weil man­che Men­schen ihre Fami­lie und ihr Haus not­falls mit Pis­to­le oder Revol­ver ver­tei­di­gen wol­len. Das Sicher­heits­ge­fühl der Bevöl­ke­rung lei­det – nicht zuletzt wegen des welt­wei­ten Ter­rors, des nahen Krie­ges und eis­kal­ter Diebs­ban­den, die gan­ze Woh­nun­gen plün­dern. Exper­ten raten aller­dings ab, bei Ein­bre­chern die Waf­fe aus dem Schrank oder unter dem Bett her­vor­zu­ho­len, weil die­se meist nur flüch­ten möch­ten, wenn sie auf fri­scher Tat ertappt wer­den. Zudem kommt bei „Otto Nor­mal­ver­brau­cher“ die natür­li­che Scheu dazu, auf einen Men­schen zu feu­ern. Und selbst bei der Jagd ereig­nen sich, meist unter Alko­hol­ein­fluss, immer wie­der schwe­re Unfäl­le, wie erst kürz­lich in der Stei­er­mark, wo ein Weid­mann statt einer Schnep­fe einen Jagd­freund mit einer Ladung Schrot voll erwischt hat. Erst im Novem­ber traf ein „Grün­rock“ bei einer Hasen­jagd einen Kame­ra­den. Und die Sport­schüt­zen? Auch hier tau­chen immer wie­der mas­si­ve Pro­ble­me auf, ent­we­der wer­den Nach­barn einer Schieß­stät­te, wie etwa in einem idyl­li­schen Wäld­chen in Viktring, vom unna­tür­li­chen Lärm genervt oder Muni­ti­ons­res­te ver­si­ckern im Boden. Des­halb grei­fen Jäger ver­stärkt zur blei­frei­en Muni­ti­on. Und aus­ge­spro­che­ne Waf­fen­ver­bo­te? Wie immer wie­der fest­ge­stellt wer­den muss, sche­ren sich Betrof­fe­ne einen Dreck dar­um. Bei 350,291 Waf­fen­be­sit­zern in Öster­reich ist eine ent­spre­chen­de Kon­trol­le kaum mög­lich. Gegen das schlech­te „Waf­fen­nar­ren-Image“ kämpft die Inter­es­sens­ge­mein­schaft „libe­ra­les Waf­fen­recht in Öster­reich“. Sie setzt auf „eine gewis­se Art der Bewusst­seins­bil­dung“ und deren Chef meint in einem Inter­view: „Man­che glau­ben, wir tre­ten dafür ein, dass jeder­mann eine Kalasch­ni­kow mit sich füh­ren kann, was völ­lig absurd ist“.

 

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“KLiCK”-Kärnten Kolum­nist Harald Raf­fer macht Geschich­ten zum The­ma.
© Klick Kärn­ten

Nicht sel­ten neh­men Taxi­fah­rer eine Pis­to­le im Auto mit – zum Schutz vor mög­li­chen Über­fäl­len. Auch hier war­nen Exper­ten, dass eine gela­de­ne „Kano­ne“ kei­nen abso­lu­ten Schutz vor aggres­si­ven Fahr­gäs­ten oder einem Räu­ber bie­tet. Bei einem Über­fall mit vor­ge­hal­te­ner Waf­fe bleibt dem Berufs­fah­rer kaum Zeit, sei­ne eige­ne „Blei­sprit­ze“ zu zie­hen. Und eine Not­wehr-Über­schrei­tung ist straf­bar. Wie die stei­gen­de Zahl aus­ge­ho­be­ner Waf­fen­la­ger schon in Kärn­ten beweist, kann man sich rela­tiv leicht eine Waf­fe ohne Seri­en­num­mer besor­gen. Im Dark­net oder bei raf­fi­nier­ten Schmugg­lern, die Rest­be­stän­de aus den Jugo­sla­wi­en­krie­gen teu­er ver­hö­kern, dar­un­ter Gra­na­ten, Spreng­stof­fe und Maschi­nen­pis­to­len.  Wie auch immer – wer etwa eine Pis­to­le mit sich führt, benö­tigt einen Waf­fen­pass, wer nur zu Hau­se im Nacht­käst­chen oder in einem gesi­cher­ten Schrank eine „Blei­sprit­ze“ ver­wah­ren will, eine Waf­fen­be­sitz­kar­te. Fer­lach gilt in Euro­pa als Büch­sen­ma­cher­stadt „Num­mer eins“. Kein Wun­der, wer­den von die­ser Gemein­de doch die präch­tigs­ten Jagd­waf­fen in alle Welt expor­tiert – Königs­häu­ser und Staats­chefs zäh­len zu den pro­mi­nen­ten Kun­den. Das ist erfreu­lich, eben­so wie die gut besuch­te Schu­le für Waf­fen­tech­nik. Eini­ge Ex-Absol­ven­ten sorg­ten in der Ver­gan­gen­heit aller­dings für Auf­se­hen – etwa mit schie­ßen­den Kugel­schrei­bern. Und nicht zuletzt sei erwähnt, dass eine der Glock-Fir­men in Fer­lach ange­sie­delt ist und der bekann­te Fir­men­grün­der in unse­rem Bun­des­land lebt.

Jene bei­den Kärnt­ner – Vater und Sohn – die die nea­po­li­ta­ni­sche Camor­ra mit 820 ille­ga­len Faust­feu­er­waf­fen und 30 Kalasch­ni­kows ver­sorgt hat­ten, „kas­sier­ten“ in Kla­gen­furt bzw. Graz hohe Haft­stra­fen. Das Duo hat­te vor­sorg­lich die Seri­en­num­mern vor dem Ver­kauf her­aus­ge­fräst. Das The­ma „Waf­fen und Men­schen“ ist frei­lich so alt wie die Mensch­heits­ge­schich­te selbst.

Eine Welt ohne Waf­fen? Ohne raf­fi­nier­te Tötungs­ma­schi­nen? Ohne Gewalt? Lei­der nur ein from­mer Wunsch! Aber in der Weih­nachts­zeit darf man sich ja etwas wün­schen. Oder?

13.12.2023 07:45
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Immer mehr Kärnt­ner grei­fen zur „Knar­re“! Erschreckende Bilanz: In Österreich steigt die Zahl der Waffenbesitzer.

© Pixabay/Rudy and Peter Skitterians