Klagenfurt
Der Kärntner Landtag bekommt ein „Tor zur Demokratie“
Landtagspräsident Reinhart Rohr zog Bilanz über 2023: Es gab 160 Ausschussbeschlüsse, 92 Regierungsvorlagen, 38 Anfragen, 40.000 Live-Stream-Zugriffe aus 53 Ländern.
© LPD Kärnten/Bauer
Über das Jahr 2023 zog Landtagspräsident Reinhart Rohr kürzlich im Klagenfurter Landhaus Bilanz. Neben den Zahlen und Fakten betonte er auch die Bedeutung von Demokratie. So wolle man unter anderem in Landhaus ein „Tor zur Demokratie“ installieren. Ein Ideenwettbewerb dazu läuft, bereits Ende Februar 2024 soll eine Jury darüber entscheiden, der die Vorsitzende des Kärntner Kulturgremiums, Angelika Hödl, vorsteht. Das “Tor” soll im Foyer vor dem Wappensaal und im Grünen Saal Informationen über eine gut funktionierende Demokratie bieten.
Einige Zahlen präsentiert
Der Präsident bilanzierte, dass 160 Ausschussbeschlüsse gefasst, 92 Regierungsvorlagen behandelt, 31 Anträge erledigt und 38 mündliche Anfragen behandelt wurden. Sieben aktuelle Stunden und eine europapolitische Stunde seien abgehalten worden. In zehn Landtagssitzungen habe es 637 Wortmeldungen gegeben. Ausschusssitzungen seien 95 abgehalten worden. „Und wir haben heuer drei Budgetbeschlüsse gefasst: das Arbeitsbudget 2023 — nach der vorherigen Zwölftelregelung — einen Nachtragsvoranschlag und vor kurzem das Budget 2024“. Zudem habe es noch zwei Sitzungen des Kärntner Schülerparlamentes gegeben.
Zahlreiche Besucher
Auf den Livestream und die Mediathek des Landtages hat es laut Rohr 40.000 Zugriffe aus 53 Ländern der Welt gegeben. Auch vor Ort habe es zahlreiche Besucher, darunter viele Schulklassen gegeben. Den großen Wappensaal (musealer Betrieb) besuchten über 27.000 Menschen, das waren um 6.000 mehr als 2022.
Politische Diskussionskultur
„Das große Interesse der Öffentlichkeit unterstreicht auch, dass sich alle Abgeordneten ihrer Vorbildfunktion bewusst sein sollten. Wichtig sind Respekt und Umgang miteinander auf Augenhöhe. Gewalt suggerierende Sprache hat im Landtag keinen Platz“, meint Rohr. In Kärnten habe sich eine hohe politische Diskussionskultur etabliert. Wichtig sei es, die politische Arbeit gut verständlich und klar nachvollziehbar zu gestalten. Kärnten habe auch vorbildlich die Oppositionsrechte gestärkt. Die Opposition sei aktuell auch entsprechend stark in die Novellierung des Untersuchungsausschussgesetzes eingebunden.
Politik und junge Menschen
„Vor allem müssen wir das Interesse bei den jungen Menschen wecken und sie für die parlamentarische Arbeit begeistern“, hob Rohr Formate hervor, die Politik hautnah erlebbar machen. Wichtig sei auch die Plattform politische Bildung. Außerdem sprach er sich wiederholt für ein Pflichtfach politische Bildung in Schulen aus. Großen Anklang habe auch das „Parlament on Tour“ gefunden, das im Frühsommer im Landhaushof Station gemacht hat.
Internationaler Anklang
International großen Anklang gebe es, wenn er davon berichte, dass sich das Regierungsprogramm der Nachhaltigkeitskoalition an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen ausrichte. Er erwähnte weiters, dass er im ersten Halbjahr 2023 Vorsitzender der österreichischen Landtagspräsidentenkonferenz war. Außerdem habe er an den gemeinsamen Sitzungen mit den Landtagspräsidenten der deutschen Bundesländer teilgenommen. In diesem Rahmen sei unter anderem die „Westfälische Erklärung“ zur Demokratiefestigung entstanden.

