Politik

Kärnt­ner Nach­hal­tig­keits-Koali­ti­on zieht Bilanz

Landeshauptmann Peter Kaiser und Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber ziehen eine Bilanz. 2024 wird ein Reformjahr.

Kärnt­ner Nach­hal­tig­keits-Koali­ti­on zieht Bilanz Landeshauptmann Peter Kaiser und Landeshauptmann-Stellvertreter Martin (von links) Gruber ziehen eine Jahresbilanz.

© LPD Kärnten/Helge Bauer

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Vor Jah­res­en­de zie­hen Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser und Lan­des­haupt­mann-Stell­ver­tre­ter Mar­tin Gru­ber Bilanz über die Regie­rungs­ar­beit geben — aus 622 Regie­rungs­be­schlüs­sen resul­tie­rend — einen Aus­blick auf 2024.

Posi­ti­ve Schrit­te wur­den gesetzt

2023 war eines der her­aus­for­dernds­ten Jah­re, auch poli­tisch gese­hen, die glo­bal unsi­che­re Situa­ti­on wirkt sich auf jede ein­zel­ne Per­son, auf jedes Unter­neh­men und auf jede Regie­rung aus. “Der per­ma­nen­te Kri­sen­mo­dus ver­langt viel Ana­ly­se­fä­hig­keit und ein gro­ßes Maß an Gegen­steue­run­gen. Aber Kärn­ten hat etwas bewie­sen: wir kön­nen die Ärmel hoch­krem­peln, mit Mut und Aus­dau­er gegen­steu­ern und die Men­schen in Kärn­ten leben den Zusam­men­halt, wofür ich von die­ser Stel­le aus herz­lich dan­ken möch­te“, sagt Kai­ser, für den das Ver­trau­en in der Koali­ti­on eine wich­ti­ge Grund­la­ge sei, um posi­ti­ve Schrit­te für ein Land set­zen zu kön­nen.

“Zusam­men­ar­beit auf Augen­hö­he”

Auch Gru­ber ver­wies auf „das beson­de­re Jahr 2023, auf Grund der Wahl, deren Ergeb­nis die Grund­aus­rich­tung der Koali­ti­on ver­än­dert hat“. Er dank­te dem Lan­des­haupt­mann für die Zusam­men­ar­beit auf Augen­hö­he, die jeden­falls nötig sei, um im neu­en Jahr nicht ein­fa­che, aber not­wen­di­ge Reform­schrit­te zu set­zen. „Ein her­aus­for­dern­des Jahr geht zu Ende, 2024 wird jedoch nicht ein­fa­cher, weil wir in Anbe­tracht der Ver­schul­dung den Weg der Refor­men beschrei­ten müs­sen, die Struk­tu­ren im Land ohne Tabus hin­ter­fra­gen müs­sen. Dafür ist eine soli­de Part­ner­schaft in einer Koali­ti­on essen­ti­ell“, beton­te der Lan­des­haupt­mann-Stell­ver­tre­ter.

Kos­ten­freie Kin­der­be­treu­ung

Eines der umge­setz­ten Pro­jek­te sei die kos­ten­freie Kin­der­bil­dung- und ‑betreu­ung, die eben­so gesetz­lich ver­an­kert wur­de wie die Inves­ti­tio­nen über den neu geschaf­fe­nen Bil­dungs­bau­fonds in die Kin­der­bil­dungs- und ‑betreu­ungs­ein­rich­tun­gen. „Es ist dies die größ­te Reform in der ele­men­ta­ren Bil­dung seit 1945, die wich­tigs­te Maß­nah­me, um Eltern und Allein­er­zie­her zu ent­las­ten und eine wei­te­re Maß­nah­me, um Kärn­ten zur kin­der­freund­lichs­ten Regi­on Euro­pas zu machen“, wies Kai­ser hin.

Inves­ti­tio­nen in Bil­dung

Die not­wen­di­gen Schrit­te und Inves­ti­tio­nen in die Bil­dung und die Absi­che­rung in die Stand­or­te rei­chen von der Gus­tav-Mahler-Pri­vat­uni­ver­si­tät über den 4‑Jahresvertrag mit den Fach­hoch­schu­len, bis hin zum Aus­bil­dungs­cam­pus in Vil­lach, der mit 9 Mil­lio­nen Euro errich­tet wor­den ist und den Aus­bil­dungs­prä­mi­en für Schü­ler, die sich für den Pfle­ge­be­ruf ent­schei­den. Auch hier laut Kai­ser Maß­nah­men, die in die in mehr­fa­cher Hin­sicht in die Zukunft rei­chen, zur Attrak­ti­vie­rung des Stand­or­tes durch adäqua­te Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und zur Absi­che­rung der Lebens­qua­li­tät.

Poli­tik brach­te Ent­las­tun­gen

Der Lan­des­haupt­mann nann­te wei­te­re Bei­spie­le, die der Ent­las­tung dien­ten, wie die Fami­li­en­kar­te, die den Nut­zern 500 Euro Erspar­nis bringt, die Maß­nah­men gegen die Teue­rung ziel­grup­pen­ori­en­tiert oder die Erhö­hung des Fami­li­en­zu­schus­ses. „Wir las­sen kein Kind zurück und haben auch Anlauf­stel­len ein­ge­rich­tet, damit nie­mand zu Hau­se Angst haben muss, schon gar nicht die Kin­der“. Dem­entspre­chend wer­de an einer Kin­der­grund­si­che­rung gear­bei­tet.

Kli­ma- und Umwelt­schutz sind zen­tral

Kai­ser streif­te in sei­ner Bilanz sämt­li­che Refe­rats­be­rei­che der Regie­rungs­mit­glie­der und fass­te die wich­tigs­ten Maß­nah­men, Beschlüs­se und Pro­gram­me zusam­men, die alle unter der kla­ren Prä­mis­se der UN-Nach­hal­tig­keits­zie­le ste­hen. „Kli­ma- und Umwelt­schutz­maß­nah­men sind eine Selbst­ver­ständ­lich­keit eben­so wie das Mega-Pro­jekt der Was­ser­schie­ne in Kärn­ten, um die Trink­was­ser­ver­sor­gung im Land nach­hal­tig zu sichern“. Aber auch in Schutz­maß­nah­men sei­en Mil­lio­nen inves­tiert wor­den durch die Wild­bach- und Lawi­nen­ver­bau­ung oder den Hoch­was­ser­schutz sowie in Sofort­hil­fen nach Kata­stro­phen.

Es wur­de “gegen die Kri­se” inves­tiert

So sei es eben­so wich­tig gewe­sen, gegen die Kri­se zu inves­tie­ren. Das Kabeg-Bau­pro­gramm wur­de mit 320 Mil­lio­nen Euro beschlos­sen, die Wirt­schafts­för­de­rung auch im Sin­ne von neu­en Koope­ra­tio­nen wie jeder des Lan­des mit dem Joan­ne­um Rese­arch, einem wei­te­ren Tech­no­lo­gie­park für Kärn­ten oder dem Green Tec Val­ly sei­en Maß­nah­men, die im Zuge der Kor­alm­bahn eine neue Bedeu­tung bekom­men. Kai­ser sprach eben­so die Kul­tur und den Sport an. „Das wer­den wir wei­ter­hin wert­schät­zen und unter­stüt­zen und zugleich den Spit­zen­sport wie die Hoch­kul­tur aus­bau­en“.

Wirt­schafts- und Lebens­stand­ort

Gru­ber beton­te, dass alle Maß­nah­men zum Ziel hät­ten, Kärn­ten als Wirt­schafts- und Lebens­stand­ort zu sichern. Er erwähn­te bei­spiel­haft das 2023 neu geschaf­fe­ne Stand­ort­re­fe­rat, wo wesent­li­che Auf­ga­ben gebün­delt wur­den, aber auch das The­ma Ener­gie­wen­de, bei dem ein Para­dig­men­wech­sel ein­ge­lei­tet wur­de. „Weg vom Auf­zäh­len, was nicht geht, hin zum Ermög­li­chen. Das ist die neue Richt­schnur in der Kärnt­ner Ener­gie­po­li­tik“. Dafür wur­den auch recht­lich die Wei­chen gestellt, eine neu Pho­to­vol­ta­ik­ver­ord­nung sowie ein Ener­gie­wen­de-Gesetz aus­ge­ar­bei­tet. Eine neue Ener­gie­stra­te­gie befin­det sich in Aus­ar­bei­tung.

Kärnt­ner Stand­ort­ent­wick­lung

Als einen wei­te­ren Fak­tor in der Stand­ort­ent­wick­lung hob Gru­ber das The­ma Mobi­li­tät her­vor, ins­be­son­de­re den Ange­bots­aus­bau im öffent­li­chen Ver­kehr. „Hier haben wir 2023 einen neu­en Höchst­stand an Inves­ti­tio­nen erreicht, wer­den die Mit­tel aber 2024 noch­mals auf­sto­cken. Wir set­zen damit den Auf­hol­pro­zess im Ange­bots­aus­bau fort“. Ein Schwer­punkt war das The­ma Mikro-ÖV und damit die Vor­be­rei­tung auf die Kor­alm­bahn. „Weil es jetzt dar­um geht, alle Regio­nen in Kärn­ten best­mög­lich an die neue Hoch­leis­tungs­stre­cke anzu­bin­den“. Damit Kärn­ten als Wirt­schafts- und Lebens­stand­ort nach außen sicht­bar ist, sei das Bud­get für die Ver­mark­tung des Lan­des, für das Stand­ort­mar­ke­ting, auf­ge­stockt wor­den.

Wolfs­ver­ord­nung und Flug­ha­fen

Mit der Wolfs­ver­ord­nung und dem Flug­ha­fen Kla­gen­furt erwähn­te Gru­ber zwei wei­te­re The­men, die in der poli­ti­schen Bilanz für 2023 nicht feh­len kön­nen. In punc­to Wolfs­ver­ord­nung sei Kärn­ten Vor­rei­ter und die Anzahl der Ver­grä­mun­gen und Ent­nah­men sei­en ein Beweis für die Not­wen­dig­keit der Ver­ord­nung. „Auch die EU-Kom­mis­si­on hat nun ein­ge­se­hen, dass der Schutz­sta­tus zu über­den­ken ist“. Beim Flug­ha­fen sei mit der Ent­schei­dung für die Call-Opti­on die Reiß­lei­ne gezo­gen wor­den, um Grund und Boden zu schüt­zen und um sich mit einer neu­en Geschäfts­füh­rung wie­der um das Kern­ge­schäft zu küm­mern”. Dafür wer­den es Inves­ti­tio­nen der öffent­li­chen Hand brau­chen.

31.12.2023 15:00
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Kärnt­ner Nach­hal­tig­keits-Koali­ti­on zieht Bilanz Landeshauptmann Peter Kaiser und Landeshauptmann-Stellvertreter Martin (von links) Gruber ziehen eine Jahresbilanz.

© LPD Kärnten/Helge Bauer