Klagenfurt

„Woh­nungs-Affä­re“: Der Papa wird’s schon rich­ten…

Schweren Herzens rang sich Klagenfurts 2. Vizebürgermeister Alois Dolinar (69) durch, künftig doch auf seine Tätigkeiten als „Städtereisender“, Klima-Detektiv,  Europa-Tourist, Energie- und Wohnungsexperte zu verzichten. Freiwillig geschah das allerdings nicht!

„Woh­nungs-Affä­re“:  Der Papa wird’s schon rich­ten… Vom Rücktritt „eingeholt“: Noch-Vizebürgermeister und EU-Referent Mag. Alois Dolinar (Mitte) mit EU-Funktionären.

© Büro Vzbgm. Dolinar

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Wer den Scha­den hat, braucht für Spott nicht zu sor­gen. Doli­nar stol­per­te über eine Woh­nungs­ver­ga­be an sei­nen Sohn und einen Ex-Büro-Mit­ar­bei­ter bei der städ­ti­schen gemein­nüt­zi­gen Gesell­schaft „Kla­gen­furt Woh­nen“. Dort wur­de – ent­ge­gen allen Vor­schrif­ten und einem genau­en Punk­te­sys­tem – der Poli­ti­ker­sohn bei der Ver­ga­be ande­ren Bewer­bern vor­ge­zo­gen und mit dem begehr­ten güns­ti­gen Wohn­raum bedacht. Natür­lich haben auch Ver­wand­te von Poli­ti­kern, wenn alle Bedin­gun­gen erfüllt sind, Anspruch auf ein geför­der­tes war­mes Plat­zerl. Und eine Sip­pen­haf­tung gibt es zum Glück nicht! Doch im kon­kre­ten Fall hat der „Team Kärnten“-Vizebürgermeister übers Ziel geschos­sen. Er hät­te sich bei der Abstim­mung für die Ver­ga­be der Genos­sen­schafts­woh­nung wegen Befan­gen­heit der Stim­me ent­hal­ten müs­sen. Die Behaup­tung des gebür­ti­gen Spit­ta­lers, er hät­te gar nicht gewusst, dass sein Spröss­ling die Zuwei­sung erhält, wirkt nicht son­der­lich glaub­haft. Eher das Mot­to „Der Papa wird´s schon rich­ten“. Wie kommt sonst der Ver­merk „unbe­dingt wohn­ver­sor­gen“ auf ein inter­nes Papier? Sich jetzt auf irgend­ei­nen wehr­lo­sen Mit­ar­bei­ter aus­zu­re­den, zeugt nicht unbe­dingt von Grö­ße, eher von feh­len­dem For­mat.

Schon seit eini­ger Zeit hat­te Doli­nar Pro­ble­me mit sei­ner eige­nen Par­tei. Schließ­lich woll­te der gute Mann, trotz schrift­li­cher Ver­ein­ba­rung bei Amts­an­tritt, auch nach dem 31. Dezem­ber 2023 immer noch nicht aus der mit rund 12.000 Euro monat­lich bezahl­ten Funk­ti­on aus­schei­den. Plötz­lich waren da noch „wich­ti­ge Pro­jek­te“, die der Päd­ago­ge unbe­dingt auf Schie­ne brin­gen woll­te, schließ­lich sind ja noch drei Jah­re Zeit bis zur nächs­ten Gemein­de­rats­wahl. Insi­der mei­nen, dass der gelern­te Media­tor, Hyp­no­se­trai­ner und Dipl. Hyp­no­se­coach auch die nächs­ten Mona­te den Senats­job mit Hän­den und Füßen ver­tei­digt hät­te und sich so manch Kli­makle­ber beim Ses­sel­pi­cker Doli­nar etwas abschau­en hät­ten kön­nen. Jetzt ist der gebil­de­te Mann, der zu Beginn der Peri­ode „stän­dig über den Tel­ler­rand hin­aus­se­hen woll­te“, doch Geschich­te. Gestol­pert über die eige­nen Bei­ne. Böse Zun­gen behaup­ten, dass jemand aus der TK- Par­tei dem Lan­des­rech­nungs­hof den Tipp mit der „raschen Woh­nungs­be­schaf­fung“ gege­ben haben soll. Schließ­lich hat­te sich der gebür­ti­ge Ober­kärnt­ner in aller Öffent­lich­keit einen kräf­ti­gen Schlag­ab­tausch mit Bür­ger­meis­ter-Büro­lei­ter TK-Klub­chef Patrick Jon­ke geleis­tet. Die bei­den Her­ren lie­ßen sich über Zei­tun­gen nicht nur freund­li­che Wor­te aus­rich­ten. Und so man­che inter­ne Geschich­te fand den Weg in die Medi­en, auch ein Video eines zu spä­ter Stun­de tan­zen­den Pro­fes­sors mit Schü­le­rin­nen. Dar­auf­hin beschwer­te sich der Vize­bür­ger­meis­ter über „Macht­ge­lüs­te“ sei­nes Klub­chefs.

 

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“KLiCK”-Kärnten Kolum­nist Harald Raf­fer macht Geschich­ten zum The­ma.
© Klick Kärn­ten

Kein Wun­der, dass jetzt TK-Par­tei­chef Ger­hard Köfer aus­rück­te, um den drei­fa­chen geschie­de­nen Vater und Slo­we­nen Alo­is Doli­nar den Rück­tritt nahe­zu­le­gen. Schließ­lich setzt sich Köfer eige­nen Anga­ben zufol­ge stets für den „klei­nen Mann“ und die „klei­ne Frau“ ein. Der schwer ange­zähl­te Kla­gen­fur­ter TK-Funk­tio­när darf jetzt sein Aus­schei­den aus der Poli­tik ver­kün­den. Eine Gemein­sam­keit schei­nen der Spit­ta­ler Bür­ger­meis­ter und sein bis­he­ri­ger Kla­gen­fur­ter Vize-Amts­kol­le­ge doch zu haben: Köfer beschäf­tigt sich mit ener­ge­ti­schen The­men und hat „hei­len­de Hän­de“, Doli­nar sah sich als Hyp­no­se-Exper­ten. Zwei Eso­te­ri­ker mit mys­ti­schem Hin­ter­grund? Von tie­fer Ent­span­nung kann frei­lich kei­ne Rede mehr sein. Zudem gab es Dif­fe­ren­zen zwi­schen der Gemein­de Spit­tal und dem gebür­ti­gen Lie­ser­städ­ter Doli­nar wegen eines Grund­stü­ckes. Schließ­lich bestand für das „Team Kärn­ten“ die Gefahr, dass der Pro­fes­sor als „wil­der Man­da­tar“ die nächs­ten drei Jah­re im Rat­haus spa­zie­ren geht oder gleich  ganz die Sei­ten wech­selt. Doli­nar ist bereits ein­mal zurück­ge­tre­ten – aus gesund­heit­li­chen Grün­den als TK-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter. Natür­lich wer­den schon Nach­fol­ger für die­ses begehr­te Amt genannt. Patrick Jon­ke, dem man star­ke Ambi­tio­nen für die­se Posi­ti­on nach­sagt, hat noch mit Ermitt­lun­gen der Staats­an­walt­schaft zu kämp­fen. Es geht um zahl­rei­che Über­stun­den, es gilt frei­lich die Unschulds­ver­mu­tung. So dürf­te ein Mann zum Zug kom­men, der als „freund­lich“, „par­tei­taug­lich“ und „beson­nen“ gilt: TK-Gemein­de­rat Micha­el Guss­nig, bereits geschäfts­füh­ren­der Klub­ob­mann. Ent­schie­den ist aber noch nichts.

Der ehe­ma­li­ge TK-Vize­par­tei­chef und Dol­met­scher Doli­nar hat bei sei­ner Ange­lo­bung ver­spro­chen, sich für Kla­gen­furt ein­zu­set­zen und ein umfang­rei­ches Netz­werk auf­zu­bau­en. Das hat er getan – zumin­dest für sei­nen Spröss­ling. Um gewis­se „Fami­li­en­pro­jek­te“ wird sich der Pro­fes­sor nicht mehr küm­mern müs­sen. Etwa um ein geplan­tes Kla­gen­fur­ter Bat­te­rie­spei­cher­werk. Sohn und Toch­ter sor­gen mit Immo­bi­li­en­de­als auf einer Ober­kärnt­ner Alm für Auf­re­gung. Doch auf der Alm, da gibt’s koa Sünd…

 

19.01.2024 11:00 - Update am: 20.01.2024 06:56
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„Woh­nungs-Affä­re“:  Der Papa wird’s schon rich­ten… Vom Rücktritt „eingeholt“: Noch-Vizebürgermeister und EU-Referent Mag. Alois Dolinar (Mitte) mit EU-Funktionären.

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