Klagenfurt
Der Friedensforst: Eine Ruhestätte im Einklang mit der Natur
Im Friedensforst findet eine einzigartige Form der Bestattung statt, bei der biologisch abbaubare Urnen an den Wurzeln von Bäumen beigesetzt werden. Seit 2012 gesetzlich möglich, bieten diese Naturbestattungen eine alternative, natürliche Ruhestätte, die ohne Einfriedung auskommt. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff "Friedensforst" und wie hat sich diese Bestattungsform in Kärnten entwickelt?
Im vergangenen Jahr eröffnete die Bestattung Kärnten mehrere Friedensforste in Klagenfurt. In einem Friedenforst werden biologisch abbaubare Urnen an den Wurzeln eines Baumes bestattet. Die entsprechende Waldparzelle ist als Naturbestattung (seit 2012 in Kärnten gesetzlich möglich) umgewidmet. “Eine Einfriedung ist, im Gegensatz zu einem herkömmlichen Friedhof, nicht erforderlich. Man unterscheidet zwischen Einzelruhestätten und Familienbäumen. Bereits zu Lebzeiten können interessierte Menschen das Nutzungsrecht für einen Baum erwerben und reservieren”, sagt Belmin Karic, Mitarbeiter der Bestattung Kärnten.
Friedensforste in Klagenfurt
Im Raum Klagenfurt wurden die Friedensforste Sattnitz, Moosburg und Krumpendorf 2023 eröffnet. Projekte in Pörtschach, Ferlach, Wölfnitz/St.Andrä und Friedlach/Glanegg sind in Planung und werden teilweise bereits 2024 eröffnet. In Summe gibt es derzeit in Kärnten 12 Friedensforste.
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Entwicklung in den letzten zehn Jahren
Die Nachfrage nach Baumbestattungen hat sich in den letzten zehn Jahren stetig entwickelt. Dieser Anstieg geht einher mit einer Zunahme von Feuerbestattungen, die in Kärnten derzeit etwa 70 Prozent ausmachen. “Die natürliche, unkomplizierte Art der Bestattung, aber auch der Wegfall der Grabpflege sowie der starke demografische Wandel und eine veränderte Bestattungskultur sind die Hauptfaktoren”, welche die Beliebtheit dieser Bestattungsform ausmachen”, erklärt Karic.

Biodiversität und nachhaltige Forstwirtschaft
Die Friedensforste sind nicht nur eine letzte Ruhestätte, sondern auch ein Beitrag zur Biodiversität und ein Beispiel für nachhaltige Forstwirtschaft. Damit das Waldkonzept langfristig abgesichert ist, werden heimische „klimafitte“ Laubwälder ausgewählt. Auf den bestehenden Flächen werden heimische Laubbäume aus inländischen Baumschulen gepflanzt oder auch als „Naturverjüngung“ in den Friedensforsten integriert. “Bei einigen Projekten wurden sogar durch Borkenkäferbefall brachliegende Waldparzellen mit forstlichen Sachverstand in Laubholzflächen umgewandelt”, ist Karic stolz.


