Studie

Finan­zen zwi­schen Unab­hän­gig­keit und ver­al­te­ten Rol­len­bil­dern

Auch bei seiner 113. Auflage hat der Weltfrauentag nichts von seiner Relevanz verloren. Welche kurz- aber auch langfristigen Folgen das für Österreichs Frauen hat, zeigt eine aktuelle, repräsentative Integral-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen anlässlich des heurigen Weltfrauentags.

Finan­zen zwi­schen Unab­hän­gig­keit und ver­al­te­ten Rol­len­bil­dern Ulrike Resei, Vorstandsdirektorin der Kärntner Sparkasse AG weiß, wie wichtig finanzielle Vorsorge ist.

© Kärntner Sparkasse / Daniel Waschnig

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Eines ist den Öster­rei­chern gemein: die Bedeu­tung der finan­zi­el­len Unab­hän­gig­keit. Die ist 94 Pro­zent der Befrag­ten, ob Mann oder Frau, wich­tig. Dass Frau­en aller­dings mit völ­lig ande­ren Rah­men­be­din­gun­gen arbei­ten, zei­gen Zah­len der Sta­tis­tik Aus­tria. Im Jahr 2022 lag der Gen­der Pay Gap bei 18,4 Pro­zent, eine Ver­bes­se­rung von 0,4 Pro­zent­punk­ten im Ver­gleich zum Vor­jahr. Zu wenig, wenn man Ulri­ke Res­ei, Vor­stands­di­rek­to­rin der Kärnt­ner Spar­kas­se, fragt: „Dass es in Sachen Geschlech­ter­pa­ri­tät der­ma­ßen lang­sam vor­an geht, macht deut­lich, dass Frau­en kei­ne Zeit zu ver­lie­ren haben und ihre Finan­zen selbst in die Hand neh­men müs­sen.“ Zusätz­lich leis­ten Frau­en 40 Pro­zent mehr an unbe­zahl­ter Care Arbeit. Die Fol­ge: Der Gen­der Pen­si­on Gap lag 2022 bei 41,1 Pro­zent (2021: 41,6 Pro­zent). Wenig ver­wun­der­lich, dass Frau­en des­halb 50 Pro­zent häu­fi­ger von Alters­ar­mut betrof­fen sind als Män­ner. „Des­halb ist es so wich­tig, die Alters­vor­sor­ge pro-aktiv anzu­ge­hen und aktiv etwas für sein spä­te­res Ich zu tun“, sagt Ulri­ke Res­ei.

Knapp ein Drit­tel der Frau­en sorgt für das Alter vor

Die Fra­ge nach dem durch­schnitt­li­chen frei ver­füg­ba­ren Ein­kom­men nach Abzug aller Fix­kos­ten bestä­tigt das oben gezeich­ne­te Bild: Lie­gen Män­ner (758 Euro) und Frau­en (725 Euro) in der jün­ge­ren Alters­grup­pe bis 30 noch ver­gleichs­wei­se eng bei­ein­an­der, geht anschlie­ßend bei den frei ver­füg­ba­ren Ein­kom­men nach Abzug der Fix­kos­ten die Sche­re aus­ein­an­der. So blei­ben Män­nern in der Alters­grup­pe der 30 bis 49-Jäh­ri­gen monat­lich 996 Euro zur frei­en Ver­fü­gung über, Frau­en ledig­lich 631 Euro — 37 Pro­zent weni­ger. In der Alters­grup­pe der 50 bis 69-Jäh­ri­gen wird die Dif­fe­renz zwar klei­ner, aber auch hier haben Män­ner mit 839 Euro wei­ter­hin deut­lich mehr zur frei­en Ver­fü­gung als Frau­en mit 617 Euro.

she invests: Finanz­bil­dung von Frau­en für Frau­en

Der Weg zur finan­zi­el­len Unab­hän­gig­keit ist für Frau­en ein stei­ni­ger, das bleibt auch 2024 wei­ter­hin so. Nichts­des­to­trotz scheint das Bewusst­sein, die Finan­zen in die eige­ne Hand zu neh­men, gestie­gen zu sein, so Ulri­ke Res­ei abschlie­ßend: „Der Durst nach Finanz­bil­dung, unab­hän­gig vom Geschlecht, ist unge­stillt“. Sie sieht die Finanz­welt jedoch in der Pflicht: „Wir müs­sen die Inhal­te für Frau­en inter­es­san­ter machen und in ‚Safe Spaces‘ auf­be­rei­ten. Mit she invests haben wir eine Initia­ti­ve geschaf­fen, die genau das tut“. In Web­i­na­ren und Panels wer­den The­men wie Bud­ge­tie­rung, Spa­ren oder Ver­an­la­gung und Vor­sor­ge von inter­nen und exter­nen Exper­tin­nen beleuch­tet.

Ver­al­te­te Rol­len­bil­der bei Finan­zen in der Part­ner­schaft

Zusätz­lich erschwe­rend wirkt, dass das Finanz­le­ben vie­ler Öster­rei­che­rin­nen noch immer von Rol­len­bil­dern frü­he­rer Zei­ten geprägt ist. Danach gefragt, bei wel­chem Geschlecht sie die Ver­ant­wor­tung für die Erle­di­gung von Din­gen des all­täg­li­chen Bedarfs sehen, geben 70 Pro­zent der Befrag­ten an, die­se sei­en Frau­en­sa­che, nur 4 Pro­zent sehen die­se Auf­ga­be als Män­ner­sa­che an. Auch die Gel­derzie­hung wird in der Hand der Frau­en (43 Pro­zent) und weni­ger bei den Män­nern (10 Pro­zent) gese­hen. Umge­kehrt, wenn auch weni­ger deut­lich, wird das The­ma Vor­sor­ge, Ver­an­la­gen und Spa­ren eher als Män­ner­sa­che (33 Pro­zent im Ver­gleich zu 17 Pro­zent) wahr­ge­nom­men. Auch die The­men Ver­si­che­run­gen (46 Pro­zent), Mobi­li­tät (58 Pro­zent) und Finan­zie­run­gen (52 Pro­zent) wer­den laut den befrag­ten Österreicher:innen deut­li­cher bei Män­nern als Frau­en (11 bzw. 4 bzw. 5 Pro­zent) gese­hen.

Die­se kla­re Rol­len­ver­tei­lung hat auch Aus­wir­kun­gen auf das Spar­ver­hal­ten der Österreicher:innen. Wäh­rend das Spar­kon­to bei Frau­en (63 Pro­zent) und Män­nern (61 Pro­zent) glei­cher­ma­ßen beliebt ist, nut­zen deut­lich mehr Män­ner (45 Pro­zent) alter­na­ti­ve Ver­an­la­gungs­for­men, wie bei­spiels­wei­se Wert­pa­pie­re, zum Anspa­ren als Frau­en (30 Pro­zent) dies tun. Auch ande­re Ver­an­la­gungs­for­men wie Gold (19 zu 13 Pro­zent) oder Kryp­to­wäh­run­gen (11 zu 4 Pro­zent) sind bei Män­nern gefrag­ter. „Auch hier spielt die Ein­kom­mens­dif­fe­renz eine Rol­le. Wer mehr zur Ver­fü­gung hat, kann diver­si­fi­zier­ter ver­an­la­gen“, so Ulri­ke Res­ei wei­ter.

Dis­clai­mer: Bit­te beach­ten Sie: Das Ver­an­la­gen in Wert­pa­pie­re birgt neben Chan­cen auch Risi­ken.

 

 

06.03.2024 10:00
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Finan­zen zwi­schen Unab­hän­gig­keit und ver­al­te­ten Rol­len­bil­dern Ulrike Resei, Vorstandsdirektorin der Kärntner Sparkasse AG weiß, wie wichtig finanzielle Vorsorge ist.

© Kärntner Sparkasse / Daniel Waschnig