Kärnten
Tag der gesunden Ernährung: Kampf dem Übergewicht
Das Land aktiviert die Anleitung zur richtigen Ernährung von Kindesbeinen an und startet ein neues Pilotprojekt. In den kommenden Wochen sollen Tagesmütter und -väter in puncto richtiger Ernährung geschult werden.
© LPD Kärnten/Jannach
“Ein Tag, der mithelfen soll, die Bevölkerung für die richtige und gesunde Ernährung zu sensibilisieren. Denn Gesundheit geht durch den Magen”, betonte heute Gesundheitsreferentin Beate Prettner bei einer Pressekonferenz.
Übergewicht als Herausforderung
“Mehr als die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig, ein Viertel der Kinder und Jugendlichen betroffen”, informierte Landesrätin Beate Prettner. “Das Land Kärnten versucht mit unterschiedlichsten Programmen und Maßnahmen quasi jeden Tag auf gesunde Ernährung aufmerksam zu machen. Wir erreichen damit immer nur einen gewissen Teil der Bevölkerung — vor allem Kinder und Jugendliche, was enorm wichtig ist. Denn richtiges Essverhalten wird in jungen Jahren erlernt. Leider ist es ja meistens so: Wenn man als Erwachsener seine Ernährung umstellt, gehen dem meistens eine Erkrankung oder alarmierende Laborwerte voraus”, sagte Prettner.
Laborwerte und Folgeerkrankungen
Tatsächlich steht der heurige Tag der gesunden Ernährung unter dem Motto “Auswertung und Interpretation von Laborwerten”. Dazu sagte die leitende Diätologin im Klinikum Klagenfurt, Caroline Burgstaller: “Übergewicht und Adipositas greifen massiv um sich. Es kommen immer mehr Betroffene mit alarmierenden diagnostizierten Laborwerten ins Krankenhaus — es geht vor allem um die Werte Zucker, Cholesterin und Triglyceride. Die häufigste Folgeerkrankung falscher Ernährung ist Diabetes mellitus. In Österreich sind bereits 800.000 Menschen betroffen. Prognostiziert werden bis 2045 mehr als 1 Million Diabetes-mellitus-Erkrankte”, sagte Burgstaller. Ihr Appell: “Wir haben Handlungsbedarf im externen Bereich. Es müssten im niedergelassenen Sektor Therapien möglich sein, die von den Kassen finanziert werden. Das könnte viele Akutfälle, die dann langfristig stationär behandelt werden müssen, verhindern. Doch das gibt es in Österreich leider nicht.”
Aktuelle Zahlen und Auswirkungen
Wie Landesrätin Prettner informierte, seien in Österreich “aktuell bereits etwas mehr als die Hälfte der Erwachsenen und rund ein Viertel der Kinder und Jugendlichen übergewichtig. Männer sind in allen Altersgruppen häufiger betroffen und die Häufigkeit steigt mit dem Alter stark an. Konkret leben in Österreich 41 Prozent der Männer mit Übergewicht, zudem 18 Prozent mit Adipositas. Bei Frauen ist der Anteil etwas geringer mit 27 Prozent Übergewicht und 15 Prozent Adipositas.”
Prävention und Gemeinschaftsverpflegung
“Übergewicht belastet die betroffenen Menschen sehr oft auch mental — sie erleben Ausgrenzungen; vor allem aber kommt es zu zahlreichen physischen Folgeerkrankungen wie eben Diabetes, Herzerkrankungen, Gelenksschäden und damit eingeschränkter Lebensqualität. Daher setzen wir in Kärnten schon seit vielen Jahren auf Prävention, also auf sensibilisierende Maßnahmen”, sagte die Gesundheitsreferentin.
Im Jahr 2013 ging Kärnten mit der “Gesunden Küche” einen großen Schritt weiter: “Damit bringen wir gesunde Ernährung in die so genannte Gemeinschaftsverpflegung. Was meine ich damit? In Österreich essen mehr als zwei Millionen Menschen täglich außer Haus. Und es sind bereits mehr als 40 Prozent der Kärntnerinnen und Kärntner, die ihre tägliche Hauptmahlzeit außer Haus einnehmen: Ob kleine Kinder in der Krabbelstube und später im Kindergarten; Schüler in der Schulkantine oder im Hort; Erwachsene in Betriebsküchen; Senioren in Alten- oder Pflegeheimen; Mitarbeitende in Krankenhäusern — die Tendenz steigt”, sagte Gesundheitsreferentin Prettner. Über die Initiative “Gesunde Küche” des Landes Kärnten werden daher gezielt Gemeinschaftsküchen ausgebildet.
Pilotprojekt und Ausblick
“Schon in wenigen Wochen wird das Land einen weiteren Schritt setzen — wir starten das österreichweit erste Pilotprojekt, um auch Tagesmütter und Tagesväter in Sachen gesunde Ernährung zu schulen”, berichtete Prettner. Und Steiner führte aus: “Das Projekt wird seitens der Gesundheitsabteilung und dem Fonds Gesundes Österreich finanziert. Als Projektpartner fungieren die Abteilung 5 UA Gesundheitsförderung und die Fachhochschule Feldkirchen, die das Pilotprojekt wissenschaftlich begleiten wird.”
© LPD Kärnten/Jannach
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