Gerhard Huber

Zurück nach vier Mona­ten zu Fuß durch Euro­pa

Nach vier Monaten und 3.000 Kilometern durch zwölf Staaten ist Gerhard Huber zurück in Feldkirchen. Im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ lässt er seinen Marsch unter dem Titel „Für den Weltfrieden und die Weltliebe zu Fuß durch Europa“ Revue passieren.

Gerhard Huber Gerhard Huber ist zurück in seiner Heimatstadt Feldkirchen.

© Gerhard Huber

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Die Son­ne scheint, der Som­mer­abend naht. Ger­hard Huber sitzt an einem schat­ti­gen Plätz­chen in sei­nem Gar­ten, als er „KLiCK Kärn­ten“ zu einem Gespräch emp­fängt. Der Feld­kirch­ner kehr­te vor weni­gen Tagen von sei­ner gro­ßen Rei­se zurück. Eine Rei­se, die ihn zu Fuß vier Mona­te lang 3.000 Kilo­me­ter durch zwölf Staa­ten Euro­pas führ­te (sie­he unten).

Kör­per­li­che Stra­pa­zen

Huber sitzt bar­fuß auf sei­nem Stuhl. An sei­nen Füßen sind die Über­res­te weni­ger Bla­sen zu erken­nen. „Ich bin in Lauf­schu­hen mar­schiert, weil ich meis­tens auf Asphalt gegan­gen bin“, ver­rät Huber. Sein Kör­per über­stand die anhal­ten­den Stra­pa­zen nahe­zu schad­los. „Durch das Gehen am Asphalt war nur ein­mal das lin­ke Schien­bein ent­zün­det und ein­mal das rech­te Sprung­ge­lenk“, erzählt Huber. Vor­be­rei­tet hat­te er sich auf den Marsch nicht. Inner­halb weni­ger Tage reif­te der Ent­schluss, am Kar­frei­tag (2. April) los­zu­mar­schie­ren.

Inne­re Stim­me

„Ich habe auf mei­ne inne­re Stim­me gehört und bin immer mei­ner inne­ren Stim­me gefolgt“, betont Huber. Eine klas­si­sche Rei­se­rou­te hat­te er sich nicht zurecht­ge­legt, auch kei­ne Vor­ga­be, wie vie­le Kilo­me­ter er am Tag zurück­le­gen möch­te. Er ori­en­tier­te sich zunächst an Auto­bah­nen, spä­ter an Frei­land­stra­ßen und nahm gele­gent­lich einen Kom­pass zu Hil­fe. „Ich habe mich auch nicht auf einer Mis­si­on befun­den. Ich woll­te ein Zei­chen set­zen. Ein Zei­chen für den Welt­frie­den und die Welt­lie­be in unge­wöhn­li­chen Zei­ten wie die­sen“, spielt Huber auf die Pan­de­mie an. Er möch­te den Men­schen Mut geben, den Glau­ben an Gott, an die Schöp­fung und an sich selbst zu fin­den.

Ver­trau­en in sich selbst

Begeg­net ist er vie­len Men­schen. Men­schen, deren Neu­gier­de er weck­te. Men­schen, deren Herz­lich­keit und Hilfs­be­reit­schaft sein Herz erwärm­ten. Men­schen, die trotz Ver­stän­di­gungs­pro­ble­men die glei­che Spra­che wie Huber spra­chen – jene des Her­zens. Mit sei­nem Fuß­marsch ver­mit­tel­te Huber zwei Bot­schaf­ten: Einer­seits, dass alles zu schaf­fen und mach­bar ist. Ande­rer­seits, auf die inne­re Stim­me zu hören und ihr zu ver­trau­en: „Die inne­re Stim­me sagt, was rich­tig ist.“ Auf die inne­re Stim­me hör­te er selbst und hat­te stets Ver­trau­en. „Zu jedem Zeit­punkt ist das Rich­ti­ge pas­siert“, schil­dert Huber. Auch wenn es mal unge­müt­lich, gar gefähr­lich wur­de.

An sei­ne Gren­zen gehen

Etwa bereits in der Nacht des 9. Aprils, als er noch im hei­mat­li­chen Öster­reich in der Nähe der Ort­schaft Sobo­th in der West­stei­er­mark war. „Ich habe in mei­nem Zelt­la­ger mit­ten im Wald, mit­ten im Berg geschla­fen, als es zu schnei­en begon­nen hat. Mein Zelt ist unter der Schnee­last zusam­men­ge­bro­chen“, erin­nert sich Huber. Es blieb ihm nichts ande­res übrig, als gegen 3 Uhr nachts wie­der los­zu­mar­schie­ren und Unter­schlupf zu suchen. Den Schnee­sturm und die dunk­le Nacht vor Augen, ledig­lich das gerin­ge Licht der Stirn­lam­pe wies den Weg. „In sol­chen Situa­tio­nen merkt man, wie stark man men­tal wirk­lich ist“, gesteht Huber. Erst gegen 8 Uhr mor­gens erreich­te er eine Ort­schaft, in der ihm ein Kauf­mann die Türen sei­nes Geschäfts öff­ne­te und ihm einen war­men Kaf­fee anbot.

Vor­trä­ge und ein Buch

Geschich­ten wie die­se hat Huber zur Genü­ge zu erzäh­len. Sei­ne Erfah­run­gen und die dazu­ge­hö­ri­gen Anek­do­ten wird er wei­ter­ge­ben – in Form von Vor­trä­gen und einem Buch, das er zu schrei­ben gedenkt. Huber blickt in die abend­li­che Son­ne: „Obwohl ich die Lauf­schu­he aus­ge­zo­gen habe, ist mein Weg nicht zu Ende.“ Eben sein Weg für den Welt­frie­den und die Welt­lie­be …

 

Die Stre­cke

Der Marsch „Für den Welt­frie­den und die Welt­lie­be zu Fuß durch Euro­pa“ führ­te Ger­hard Huber durch fol­gen­de zwölf Staa­ten: Öster­reich, Slo­we­ni­en, Ungarn, Slo­wa­kei, Tsche­chi­en, Polen, Deutsch­land, Nie­der­lan­de, Bel­gi­en, Luxem­burg, Schweiz und Liech­ten­stein.

 

11.08.2021 18:10
Anzeige
Gerhard Huber Gerhard Huber ist zurück in seiner Heimatstadt Feldkirchen.

© Gerhard Huber