Tourismus-Stadtrat
„Klagenfurt muss noch bekannter werden….“
Der sportliche ÖVP-Stadtrat für Wirtschaft, Tourismus, Stadtgarten und Facility Management spricht im Klick-Interview mit Harald Raffer über Finanzen, Aufpasser, „Geisterläden“, Touristen und sein Hobby.
© H. Raffer
Er führt in dritter Generation einen erfolgreichen Traditionsbetrieb, fühlt sich als „Vollblut-Wirtschaftler“ und will Klagenfurt noch lebenswerter machen: Der dreifache Familienvater Kommerzialrat Max Habenicht (62).
“KLiCK Kärnten”: Werfen wir einen Blick auf die Finanzen der Landeshauptstadt. Man könnte auch meinen „es ist nicht alles Gold, was glänzt“. Was sagen Sie als Juwelier dazu?
Habenicht: Nun – es glänzt einmal gar nichts. Der doch positive Budgetabschluss hat mich überrascht. Bei künftigen Ausgaben ist jedenfalls Vorsicht geboten.
“KLiCK Kärnten”: Sie haben Markus Geiger als Wirtschafts-Stadtrat abgelöst. Was machen Sie besser als Ihr Vorgänger?
Habenicht: So eine Bewertung steht mir nicht zu. Ich habe den Vorteil, dass ich direkt aus der Wirtschaft komme, also aus dem mittelständischen Bereich mit Erfahrungen als Wirtschaftskammer-Funktionär. Mich haben die innerstädtischen Probleme ständig beschäftigt, etwa notwendige Betriebsansiedelungen.
“KLiCK Kärnten”: Sie sind Stadtrat, VP-Clubobmann Markus Malle mischt aber in der Stadt ordentlich mit. Brauchen Sie einen Aufpasser?
Habenicht: Nein! Wir haben das entsprechend eingeteilt – der Julian Geiger und der Markus Malle stärken und erweitern die Parteistrukturen, mich prägt vor allem die Sacharbeit. Übrigens – Aufgabenteilungen gibt es auch bei anderen Parteien.
“KLiCK Kärnten”: Immer mehr Geschäfte schließen, es existieren „Geisterläden“. Was läuft da schief?
Habenicht: Ich habe schon vor 25 Jahren gegen diesen Flächenverbrauchs-Wahnsinn gewettert. Wir haben so viele Handelsflächen wie kaum sonst wo in Österreich, obwohl „Geisterläden“ kein spezifisches Klagenfurt-Problem darstellen. Da spielen Wirtschaftskrise und Internet-Handel eine Rolle. Der Handel befindet sich derzeit im Wandel. Es wird weitere Verkaufsflächen-Reduktionen geben. Hinter leere Schaufenster gehören auch Praxen, Büros, öffentliche Einrichtungen usw.
“KLiCK Kärnten”: Ein Wort zur „Lebensader“ Bahnhofstraße. Das Pilotprojekt scheiterte offensichtlich. Jetzt wird die Hauptstraße von zwei Nachrang-Zeichen durchschnitten. Ist das sinnvoll?
Habenicht: Verkehrstechnisch haben sich die Menschen daran gewöhnt. Verkehrsexperten meinen, dass man den Verkehr verlangsamen soll. Beim gescheiterten Projekt Bahnhofstraße gab es den richtigen Ansatz. Vielleicht hätte man „größer denken“ sollen, also mehrere Straßen einbinden. Man wird sich wieder mit dem Thema beschäftigen.
“KLiCK Kärnten”: Auf welche Leistung sind Sie besonders stolz?
Habenicht: Ich arbeite viel und gerne, nicht alles ist gleich sichtbar, etwas kleinere Betriebsansiedelungen. Man hilft da und dort. Als Stadtregierung muss man sich aber die Frage stellen, welches große Projekt haben wir umgesetzt? Die Antwortet lautet: Keines! Wir sind also alle gefordert, etwa beim Hallenbad.

“KLiCK Kärnten”: Wie können wir zusätzliche Touristen nach Klagenfurt bringen?
Habenicht: Wir müssen den Bekanntheitsgrad von Klagenfurt auch außerhalb einer 200-Kilometer-Zone massiv steigern. Klagenfurt hat für Touristen viel zu bieten. Die Universität will verstärkt um Studierende aus dem Ausland werben. Da können wir gemeinsam ein Konzept entwickeln. Wir bieten ständig eine Reihe von einzigartigen Veranstaltungen, etwa die Kulinarik-Tage für den Alpe-Adria-Raum bis hin zu bedeutenden Kulturfestivals.
“KLiCK Kärnten”: Bleibt die Messe auf dem bisherigen Standort?
Habenicht: Ich kenne die langjährige Diskussion. Eine Verlagerung ist finanziell nur schwer umsetzbar. Außerdem wollen wir die Innenstadt beleben – mit einem zeigemäßen Veranstaltungszentrum in Kombination mit einem verkleinerten Messestandort. Das müssen wir machen, sonst besteht die Gefahr, dass die Messe einmal ein Zuschussbetrieb wird.
“KLiCK Kärnten”: Ein Wort zur Causa Jost?
Habenicht: Da wurde schon viel gesagt…
“KLiCK Kärnten”: Woran krankt es in Klagenfurt?
Habenicht: Bei der politischen Zusammenarbeit gibt es Luft nach oben, muss es Verbesserungen geben. Außerdem sollte man Klagenfurt nicht ständig schlechtreden. Wir punkten mit einem See, einer wunderschönen Altstadt samt großartigem Kulturprogramm und mit Vorzeige-Sportveranstaltungen. Das Leben bei uns ist einfach schön….
“KLiCK Kärnten”: Muss ein Kommunalpolitiker immer „zum Anfassen“ sein?
Habenicht: Freundlichkeit ist wichtig, man kann nicht überall anwesend sein. Schließlich gibt es noch die Arbeit im Rathaus.

“KLiCK Kärnten”: Wollen Sie als Politiker in Pension gehen oder dem Stadtgartenamt erneut zeigen, wie man richtig aufblüht?
Habenicht: Das Stadtgartenamt blüht ohne meine Hilfe auf. Und ich gehe als Politiker in Pension, weil ich schon in eineinhalb Jahren pensionsberechtigt bin – mit Abzügen. Aber das sagt nichts darüber aus, ob ich nochmals antreten werde…
“KLiCK Kärnten”: Ist die Koralmbahn ein Thema?
Habenicht: Natürlich. Wir verfügen über tolle Einrichtungen, wie etwa den Lakeside Park. Wenn ein Grazer in einer Stunde am Wörthersee ist und dort im Strandbad gleich plantschen gehen kann, wird er das nützen. Mit anschließendem Stadtbummel…
“KLiCK Kärnten”: Ihr Hobby?
Habenicht: Ganz klar – der Sport!
