Eisschwimmen

Kärnt­ner Team trotzt den Flu­ten des Glet­schers

Während die heimischen Seen für die meisten Kärntner noch zu kalt sind, kann es den "Klagenfurter Eisbären" gar nicht kalt genug sein. Die Eisschwimmer haben nun sogar Geschichte geschrieben und als erstes Kärntner Team die eisigen Gewässer unterhalb des Hintertuxer Gletschers in Tirol durchschwommen.

Gletscherschwimmen_TitelbildDie "Klagenfurter Eisbären" haben mit eisernem Willen die eisigen Temperaturen am Hintertuxer Gletscher bezwungen.

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Vor weni­gen Tagen waren noch Schwim­mer und Son­nen­an­be­ter am Wör­ther­see zu beob­ach­ten, aber die aktu­el­le Käl­te­wel­le hat vie­le von ihnen wie­der ver­grault. Dar­über kön­nen die “Kla­gen­fur­ter Eis­bä­ren” nur lachen, denn wäh­rend ande­re auf wär­me­re Tem­pe­ra­tu­ren war­ten, fuhr das Eis­schwimm-Team nach Tirol, um den “Natur­eis­pa­last” zu durch­schwim­men.

Unter­ir­di­sche Welt

Der “Natur­eis­pa­last” ist eine Höh­le unter­halb des Hin­ter­tu­xer Glet­schers unweit des Zil­ler­tals. Die Was­ser­tem­pe­ra­tur dort beträgt ganz­jäh­rig um die Null Grad, neben Kon­di­ti­on und eiser­nem Wil­len muss­ten die Kla­gen­fur­ter des­halb auch ärzt­li­che Attes­te auf den Glet­scher in rund 3200 Meter See­hö­he mit­brin­gen. Denn ganz unge­fähr­lich ist so ein Vor­ha­ben natür­lich nicht.

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Gletscherschwimmen_Eingang
Stu­fen und Lei­tern füh­ren 30 Meter in die Tie­fe unter­halb des Hin­ter­tu­xer Glet­schers.
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Die 2007 durch Zufall ent­deck­te Höh­le bie­tet der­zeit rund einen Kilo­me­ter an begeh­ba­ren Stol­len und Hohl­räu­men sowie eine unter­ir­di­sche Was­ser­flä­che, die als Trai­nings­ge­wäs­ser des Inter­na­tio­na­len Eis­schwim­mer Ver­ban­des genutzt wird. Und genau das hat die “Kla­gen­fur­ter Eis­bä­ren” ange­zo­gen, die kürz­lich auch beim inter­na­tio­na­len “Wör­her­see Swim ICE” Event mit­ge­macht haben.

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Gletscherschwimmen_Wasser (1)
Allein die Tem­pe­ra­tur­an­zei­ge lässt die meis­ten Men­schen bereits frös­teln.
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Ers­tes Team aus Kärn­ten

“Wir sind das ers­te Team aus Kärn­ten, wel­ches die Glet­scher­höh­le durch­schwom­men hat”, freut sich der Heinz Braune­cker von den “Kla­gen­fur­ter Eis­bä­ren”. Laut ihm lag die Was­ser­tem­pe­ra­tur dabei sogar knapp unter dem Gefrier­punkt. Wie ist das mög­lich? “Durch ther­mi­sche Beson­der­hei­ten in der Höh­le kann es vor­kom­men, dass die Was­ser­tem­pe­ra­tur dort unter Null Grad beträgt, das Was­ser aber den­noch nicht gefriert”, klärt der pen­sio­nier­te Leh­rer auf. Oder anders aus­ge­drückt: Viel käl­ter geht’s nicht mehr.

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Gletscherschwimme_Zoran
Was­ser­tem­pe­ra­tu­ren um die Null Grad las­sen die “Kla­gen­fur­ter Eis­bä­ren” kalt – vor und wäh­rend des Schwim­mens.
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Bleibt die Fra­ge, war­um man sich so etwas antut. “Es ist eine men­ta­le und kör­per­li­che Her­aus­for­de­rung. Wenn man sich regel­mä­ßig die­ser Her­aus­for­de­rung stellt, erhöht man sei­ne eige­ne Stär­ke”, ist Braune­cker über­zeugt. “Auf gut Kärnt­ne­risch aus­ge­drückt: Es haut an so schnell nix mehr um”.

Eine Ant­wort bie­tet aber viel­leicht die Home­page des Natur­eis­pa­las­tes selbst. Denn dort steht bei den Vor­aus­set­zun­gen für die Teil­nah­me am Eis­schwimm-Pro­gramm, man müs­se nicht nur fit und all­ge­mein in guter Ver­fas­sung, son­dern auch ein wenig ver­rückt sein.

22.04.2024 19:00
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Gletscherschwimmen_TitelbildDie "Klagenfurter Eisbären" haben mit eisernem Willen die eisigen Temperaturen am Hintertuxer Gletscher bezwungen.

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