Bleiburg

Chris­ti­ne Lavant & Wer­ner Berg so wahr­neh­men, wie sie waren

Im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung "Christine Lavant & Werner Berg“ des Werner Berg Museums in Bleiburg wurde auch ein Buch mit Briefen des Malers und der Dichterin präsentiert.

Chris­ti­ne Lavant & Wer­ner Berg so wahr­neh­men, wie sie waren Landeshauptmann Peter Kaiser, Harald Schleicher, Landesrätin Gaby Schaunig und Bürgermeister Stefan Visotschnig (von links).

© LPD Kärnten/Just

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Es war eine Lie­bes­be­zie­hung, die auch das künst­le­ri­sche Schaf­fen von bei­den ent­schei­dend präg­te. Die Rede ist von Wer­ner Berg und Chris­ti­ne Lavant. Bis zum 31. Okto­ber befasst sich mit ihnen eine Aus­stel­lung im Wer­ner Berg Muse­um in Blei­burg. Eröff­net wur­de „Chris­ti­ne Lavant & Wer­ner Berg“ ges­tern (30. April 2024) von Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser. Im Publi­kum war auch Lan­des­haupt­mann-Stell­ver­tre­te­rin Gaby Schau­nig. Erst­mals vor­ge­stellt wur­de das Buch „Über fal­len­den Ster­nen. Der Brief­wech­sel“. Lavant und Berg haben sich zwi­schen 1950 und 1955 hun­der­te von Brie­fen geschrie­ben, die Ein­blick in Träu­me und Hoff­nun­gen, Auf­schwün­ge und Abstür­ze geben. Her­aus­ge­ge­ben wur­de das Buch von Bergs Enkel Harald Schei­cher und Bri­git­te Stras­ser. Schei­cher war es, der die Aus­stel­lung gestal­te­te.

Blei­burg ist Kul­tur­haupt­stadt

Kai­ser bezeich­ne­te Blei­burg als „Kul­tur­haupt­stadt“. Kunst und Kul­tur sei­en zur Iden­ti­tät gewor­den. „Hier wer­den Kunst und Kul­tur ver­mit­telt, erfahr­bar und erleb­bar gemacht. Sie neh­men als Gesam­tes Gestalt an und bekom­men einen gesell­schaft­li­chen Zusam­men­hang“. Daher wer­de hier auch im Juni ein Work­shop zur Kunst- und Kul­tur­stra­te­gie 2030 des Lan­des statt­fin­den. Die Aus­stel­lung über die Lie­bes­be­zie­hung von Wer­ner Berg und Chris­ti­ne Lavant kön­ne zwar kein Hap­py End zei­gen, man gehe aber mit dem Gefühl her­aus, in ihr Inne­res gehört, gele­sen, geschaut zu haben.

Dich­tung und Male­rei

Einen Ein­blick in die Aus­stel­lung gab Harald Schei­cher als künst­le­ri­scher Lei­ter des Wer­ner Berg Muse­ums. Er sag­te, dass Berg und Lavant Lie­ben­de gegen das Schick­sal und Nor­men waren. Den Bil­dern Bergs sind Gedich­te Lavants direkt gegen­über­ge­stellt. „Man­che von Lavants Gedicht­rät­sel lösen sich in der Zusam­men­schau mit Bergs Bil­dern“, mein­te Schei­cher. Er erklär­te auch, war­um die Brie­fe ver­öf­fent­licht wer­den. Bei­de erkann­ten die Bedeu­tung die­ser Brie­fe und tra­fen Vor­keh­run­gen, dass sie erhal­ten blei­ben. So hät­ten sie ein Recht dar­auf, als die Per­so­nen wahr­ge­nom­men zu wer­den, die sie waren. Bei­de waren ver­hei­ra­tet – wäh­rend Bergs Frau die Bezie­hung tole­rier­te, droh­te Lavants Ehe­mann, dage­gen vor­zu­ge­hen. Als Lavant 1951 von Berg schwan­ger wur­de und ein Schwan­ger­schafts­ab­bruch medi­zi­nisch not­wen­dig war, bekam die Bezie­hung „einen Knacks“. „Es ver­la­ger­te sich alles in die Brie­fe und sie haben sich lan­ge nicht per­sön­lich gese­hen”, erzähl­te er. Nach dem Selbst­mord­ver­such Bergs 1955 ende­te der Brief­wech­sel, womit Lavant lite­ra­risch ver­stumm­te.

Ein­zig­ar­ti­ges Kon­glo­me­rat

Muse­ums­lei­ter Arthur Otto­witz sag­te, dass die Aus­stel­lung ein Kon­glo­me­rat aus vie­lem sei, das mit Berg und Lavant zu tun habe. Das sei die Aus­stel­lung „Hor­ten­sia – der Atem der Bron­ze“ im Skulp­tu­ren­gar­ten des Muse­ums eben­so wie der Film „Wie pünkt­lich die Ver­zweif­lung ist“. Im Kel­ler des Muse­ums gehe man auf das Thea­ter­stück „Ich bin maß­los in allem“ von Zdrav­ko Hader­lap ein, im Shop kön­ne man das Buch von Klaus Amann erwer­ben, aber auch das Lavant-Buch von Jen­ny Erpen­beck und das neue Buch über den Brief­wech­sel Berg-Lavant. Zu sehen ist auch ein Film aus 1967 mit dem ein­zi­gen TV-Inter­view mit Chris­ti­ne Lavant. Ihr ver­mut­lich letz­tes unver­öf­fent­lich­tes Gedicht aus 1973 hat die im Vor­jahr ver­stor­be­ne Schau­spie­le­rin Hei­de­lin­de Weis dem Muse­um über­las­sen. Berg selbst hat­te es ihr geschenkt.

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Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser, Sil­via Igerc und Tonc Fei­nig (von links).
© LPD Kärnten/Just

Blei­burgs Bür­ger­meis­ter Ste­fan Visot­sch­nig, Vize­bür­ger­meis­ter. Dani­el Wriess­nig und Kul­tur­stadt­rat Mar­ko Tram­pusch dank­ten allen für die Aus­stel­lung Ver­ant­wort­li­chen und den Spon­so­ren. Für die­se spra­chen Georg Mess­ner von der Raiff­ei­sen Lan­des­bank Kärn­ten und Wer­ner Pietsch von der Kelag.

Musi­ka­li­sche Umrah­mung

Für die musi­ka­li­sche Umrah­mung der Aus­stel­lungs­er­öff­nung sorg­ten Tonč Fei­nig, Sil­via Igerc und Arthur Otto­witz. Fei­nig und Igerc lasen aus den Brie­fen Bergs und Lavants vor. Die Mode­ra­ti­on erfolg­te durch Rai­mund Grilc. Er konn­te im Namen der Stif­tung Wer­ner Berg Moni­ka Kir­cher von der Kärnt­ner Kul­tur­stif­tung, Lan­des­amts­di­rek­tor Die­ter Plat­zer, Bezirks­haupt­mann Gert-And­re Klösch, kärnten.museum-Direktor Wolf­gang Muchitsch, MMKK-Direk­to­rin Chris­ti­ne Wetz­lin­ger-Grund­nig, Franz Bach­hiesl von der Chris­ti­ne Lavant Gesell­schaft und Pfar­rer Ivan Oilp begrü­ßen.

Online-Tipp: wernerberg.museum

01.05.2024 15:00
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Chris­ti­ne Lavant & Wer­ner Berg so wahr­neh­men, wie sie waren Landeshauptmann Peter Kaiser, Harald Schleicher, Landesrätin Gaby Schaunig und Bürgermeister Stefan Visotschnig (von links).

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