Gegen Steinbruch
Der „Russische Bär“ verdient Unterstützung!
Und die genervten Bürger fürchten eine „Salami-Taktik“, also die permanente Erweiterung des Steinbruchs um jeweils einer kleinen Einheit, um eine Umweltverträglichkeitsprüfung umgehen zu können. Jetzt können die zuständigen Behörden aber nicht mehr wegsehen oder „blinde Kuh“ spielen.
Was hat der „Russische Bär“ mit dem „Alpenbock“ zu tun? Nichts? Der eine ist eine Schmetterlingsart, der andere ein seltener Käfer. Und beide streng geschützten Tierarten kommen im 700 Hektar umfassenden Natura-2000-Europaschutzgebiet Mannsberg-Boden (Bezirk St. Veit/Glan) vor. Genauso wie seltene Orchideen und einzigartige Buchenwälder.
Nur wenige Meter von dieser unbeschreiblichen Natur-Perle entfernt soll plötzlich ein Steinbruch aus dem Boden gestampft werden, wo Lärm, Staub, Schmutz, Erschütterungen und heftige Explosionen mit gewaltigen Detonationen auf der Tagesordnung stehen. Wo bleibt der Schutz der Umwelt, des Klimas und der ständig bedrohten Natur? Das fragen sich besorgte Bürger, die den geplanten Steinbruch am Windischberg (Kappel/Krappfeld, wir berichteten) als zusätzliche „unerträgliche Lärmkiste“ bekämpfen. Und für die Menschen ist klar: Die Behörde muss dem Antrag einer Görtschitztaler Firma die Genehmigung versagen. Derzeit läuft nämlich ein Verfahren nach dem Mineralrohstoffgesetz. In einer Zeit, in der ständig von gesundheitsgefährdeten Lärmsünden und katastrophalen Eingriffen in Mutter Natur samt schwerwiegenden Folgen gesprochen wird, darf eine Landschaft, die an ein Bilderbuch-Schutzgebiet grenzt, nicht einfach geopfert werden, sind sich Kritiker einig. Und man hofft, dass zuständige Politiker endlich aufwachen und die ohnehin schon geplagte Bevölkerung nicht im Stich lassen. Eine engagierte Bürgerinitiative spricht von acht betroffenen Ortschaften mit rund 1000 Bürgern. In diesem Gebiet gibt es schon zwei Steinbrüche und eine Schottergrube! Sind diese Menschen Bürger zweiter Klasse, müssen sich zahlreiche Anrainer „alles gefallen lassen“ und jeden Dreck einfach schlucken? Den Betroffenen reicht es! Das ist mehr als verständlich! Schließlich geht es um die Lebensqualität, die – im wahrsten Sinne des Wortes – in die Luft gesprengt werden soll. Zusätzliche LKW-Ladungen und Staubfontänen lassen grüßen und jedem Greenpeace-Aktivisten die Haare senkrecht zu Berge stehen!
Bei allem Verständnis für Unternehmen, die Gewinne machen müssen, kann man Menschen doch keinen permanenten Steinflug zumuten! Dazu kommt ein unsäglicher Lärm-Terror. Bisher hätten die dort wohnenden Menschen ohnehin viele Belastungen geschluckt, aber eine zusätzlich geplante Abbaumaßnahme grenzt schon an Folter, sind sich Vertreter der Bürgerinitiative einig, die immer noch an den Rechtsstaat und seine Vertreter glauben. Selbst die Feuerwehr warnt vor zu schnellen Lastwägen und zusätzlich Hunderten Fahrten der „schweren Brummer“. Vor allem Bauern stellen sich die Frage: „Ja ist denn so etwas erlaubt?“ Schließlich dürfen Landwirte keinen unnötigen Staub, keinen Gestank und schon gar keinen Lärm verursachen, weil ihnen sonst saftige Verwaltungsstrafen drohen. Was ist mit den derzeitigen Vorgaben, mit entsprechenden Gesetzen? Bürgermeisterin Andrea Feichtinger hat es bereits klar zum Ausdruck gebracht: „Wir haben kein Interesse an einem zusätzlichen Steinbruch und kahlen Felsen!“. Und Gerald Seiler, Obmann der Bürgerinitiative „Nein zum Neupersteinbruch am Windischberg in Unterpassering“, fühlt sich derzeit „abwertend“ und „von oben herab“ behandelt, von Verantwortlichen ins Abseits gestellt. Wo bleibt die Demokratie? Und die genervten Bürger fürchten eine bewährte „Salami-Taktik“, also die permanente Erweiterung des Steinbruchs um jeweils einer kleinen Einheit, um eine Umweltverträglichkeitsprüfung umgehen zu können. Jetzt können die zuständigen Behörden aber nicht mehr wegsehen oder „blinde Kuh“ spielen. Sie müssen handeln! Im Sinne der Bürger!
-mg
