Nach der Abwahl der Regierung Kurz I infolge der „Ibiza-Affäre“ wurde Bierlein von Bundespräsident Alexander Van der Bellen zur Kanzlerin der Übergangsregierung ernannt. Sie war die erste Frau, die eine österreichische Regierung führte.
Voller Einsatz in schwierigen Zeiten
Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) zeigte sich betroffen und „zutiefst erschüttert“. Er würdigte Bierlein für ihren Einsatz in einer schwierigen Zeit und betonte, dass sie nicht gezögert habe, Verantwortung zu übernehmen, um der Republik und ihren Bürgern zu dienen.
Lebenslauf und Karriere
Brigitte Bierlein wurde am 25. Juni 1949 als Tochter eines Beamten und einer Künstlerin in Wien geboren. Nach der Matura studierte sie Rechtswissenschaften und promovierte 1971 an der Universität Wien. Nach ihrer Richterausbildung begann sie eine erfolgreiche Laufbahn als Staatsanwältin. Ihre Karriere führte sie von der Staatsanwaltschaft Wien über die Oberstaatsanwaltschaft Wien und das Bundesministerium für Justiz zur Generalprokuratur beim Obersten Gerichtshof. Dort fungierte sie ab 1990 bis zu ihrem Eintritt in den Verfassungsgerichtshof als Generalanwältin.
Engagement und Ehrenämter
Neben ihren beruflichen Aufgaben war Bierlein jahrzehntelang in der staatsanwaltlichen Standesvertretung aktiv. Sie engagierte sich in der Unabhängigen Opferschutzkommission gegen Missbrauch und Gewalt sowie als Vorsitzende des Aufsichtsrats der Bundestheater-Holding und des Kuratoriums der Stiftung Forum Verfassung. Zudem verfasste sie zahlreiche wissenschaftliche Beiträge in den Bereichen des Strafrechts und des öffentlichen Rechts.
03.06.2024 15:59 - Update am: 03.06.2024 17:22
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Brigitte Bierlein war die erste Frau, die eine österreichische Regierung führte.