Wolfsberg
St. Stefan: Christine-Lavant-Skulptur enthüllt
Geschaffen wurde die Lavant-Skulptur von der Bildhauerin Hortensia in den Jahren 2015/2016, 2017 erfolgte der Guss in Bronze und bisher war die Skulptur im Werner Berg Museum in Bleiburg zu sehen.
© Stadtgemeinde Wolfsberg
Kürzlich wurde von Landeshauptmann Peter Kaiser im Beisein von Landesrat Daniel Fellner im Rahmen eines Festaktes in St. Stefan im Lavanttal die lebensgroße Bronzeskulptur, die die Dichterin Christine Lavant darstellt, am Christine Lavant-Platz enthüllt. Zudem ehrten Kaiser und Fellner den Präsident der Christine-Lavant-Gesellschaft, Franz Bachhiesl, mit dem Ehrenzeichen des Landes für sein Engagement, die Dichterin aus St. Stefan bis über Kärntens Grenzen hinaus bekannt zu machen.
Die Lavant-Gesellschaft
„Diese Skulptur stellt ein bewahrendes Andenken und eine nachhaltige Würdigung einer faszinierenden Dichterin dar und macht einmal mehr die Vielfalt und die Strahlkraft des Kulturlandes Kärnten für alle sichtbar“, sagte Kaiser in seiner Rede. Die Lavant-Gesellschaft bemühe sich seit 30 Jahren, das „Andenken an Christine Lavant nicht in der Urne zu bewahren, sondern das Feuer für ihre Dichtung lodern zulassen“. Franz Bachhiesl hat die Gesellschaft 10 Jahre als Obmann angeführt. „Dabei hat er sich längst nicht nur auf einen steigenden Bekanntheitsgrad von Christine Lavant hier im Tal konzentriert, sondern die Dichterin und ihr Schaffen weit über die Grenzen des Landes ins Bewusstsein gerufen“, meint Kaiser.
Kärnten sei ein Literaturland
Geschaffen wurde die Lavant-Skulptur von der Bildhauerin Hortensia in den Jahren 2015/2016, 2017 erfolgte der Guss in Bronze und bisher war die Skulptur im Werner Berg Museum in Bleiburg zu sehen. „Wir enthüllen eine Statue, die mit dazu beiträgt, uns zu erinnern, welch großartige Literaten und Autoren dieses Land hervorgebracht hat und noch immer hervorbringt. Kärnten ist ein Literaturland, dessen müssen wir uns immer bewusst sein und mit dieser Geste heute, sind wir in der Lage, die Literatur aktiv hochzuhalten auch als wesentlichen Gegenpol zu Social Media und der damit verbundenen Sprache“, erklärte der Landeshauptmann.
“Der Atem der Bronze”
Auf Vorschlag der Nachkommen sollte anlässlich des 100. Geburtstags ein Denkmal der Dichterin von der Bildhauerin Hortensia geschaffen werden. 2015 präsentierte sie einen Entwurf, die Kleine Skulptur der Christine Lavant. Im gleichen Jahr begann sie mit der Arbeit an der Skulptur, die 2016 abgeschlossen wurde. Im Frühjahr 2017 wurde die Skulptur in Bronze gegossen und am 24. Juni 2017 der Öffentlichkeit im Skulpturenhaus Hortensia präsentiert. Die Skulptur wurde 2023 erstmals im Rahmen der Ausstellung „Der Atem der Bronze“ im Werner-Berg-Museum öffentlich ausgestellt.
Ehrenbürgerin seit 1965
Die Christine-Lavant-Statue hat eine Höhe von 1,72 Metern und ist aus Bronze gegossen. Die Statue zeigt Christine Lavant in aufrechter Stellung mit ihrem typischen Kopftuch. Lavant wurde im Jahre 1965 anlässlich der Markterhebung der Ortschaft St. Stefan im Lavanttal die Ehrenbürgerschaft verliehen und sie erhielt als sichtbares Zeichen einen Ehrenring.
Wissenswert
Die Dichterin Christine Lavant zählt zu den wichtigsten Autoren. Ihren Bekanntheitsgrad verdankt die Dichterin dem Verfassen von hermetischer Lyrik. Um die Dichterin bekannter zu machen, gründete ein Personenkreis um Hans Lintschnig im Jahre 1994 in St. Stefan die Christine Lavant Gesellschaft. Lavant wurde als neuntes Kind des Bergarbeiters Georg Thonhauser und seiner Frau Anna (geb. Hans) als letztes von neun Geschwistern am 4.7.1915 geboren. 1970 erhielt Lavant den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur, an dessen Verleihung sie persönlich teilnahm. Ihre Gesundheit war allerdings schon schwer angegriffen. Krankenhausaufenthalte mehrten sich. Am 7. Juni 1973 verstarb Christine Lavant im Landeskrankenhaus Wolfsberg nach einem Schlaganfall. Sie ruht auf dem Friedhof in St. Stefan.
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