Attentat
Syrischer Essenslieferant wurde zum Helden
Foodora-Fahrer stoppte den Messerattentäter in Villach.
Ein Foodora-Fahrer aus Syrien wurde am Samstag in Villach zum Helden, als ein 23-jähriger syrischer Landsmann mit einem Klappmesser wahllos auf unschuldige Passanten einstach. Mit seinem mutigen Einschreiten konnte Allaaeddin Alhalabi womöglich noch Schlimmeres verhindern.
Zuerst als Verdächtiger wahrgenommen
Allaaeddin Alhalabi war mit seinem Auto unterwegs, um eine Bestellung in der Lederergasse abzuholen. Auf der Draubrücke bemerkte er zwei verletzte Personen und viel Blut. An der Kreuzung zur Lederergasse konnte er außerdem einen Mann mit einem Messer ausmachen. „In diesem Moment habe ich nicht nachgedacht. Ich bin einfach auf ihn losgefahren, um ihn zu stoppen“, erzählt der geschockte 42-Jährige gegenüber der Kleinen Zeitung. „Plötzlich schlugen dann mehrere Menschen auf mein Auto ein. Sie dachten wohl, dass ich einen Anschlag vorhabe. Ich habe das Auto versperrt und die Polizei angerufen.“
In großer Sorge um Landsleute
„Nach dem jetzigen Stand der Dinge hat das Eingreifen des 42-Jährigen dazu beigetragen, dass der Täter so schnell verhaftet werden konnte“, sagt Polizeisprecher Rainer Dionisio, ebenfalls gegenüber der Kleinen Zeitung. Allaaeddin Alhalabi bleibt bescheiden. „Ich dachte an meine Kinder gedacht. Der Junge, der dort am Boden gelegen ist, hat ja auch Eltern, einen Vater und eine Mutter, das war sehr schlimm für mich. Natürlich sorge ich mich jetzt, dass die Menschen Schlechtes über uns denken, aber wir sind nicht so. Er ist nur einer von tausenden Syrern in Österreich. Ich wünsche mir sehr, dass die Leute sehen, dass wir einfach hier sind, um mit unseren Kindern und Familien in Ruhe zu leben.”

