Leistung kann nicht bedeuten, dass nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer mehr geben müssen. Wer über Flexibilität und Belastbarkeit spricht, muss auch jene in die Pflicht nehmen, die von dieser Arbeit profitieren: Unternehmen, Wirtschaftstreibende und Industrie. Verantwortung endet nicht bei den Beschäftigten – faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und eine gerechte Verteilung des Wohlstands sind ebenso Teil einer leistungsfähigen Gesellschaft.
Fragwürdige Begriffe in der Arbeitswelt
Die gängigen Bezeichnungen „Arbeitgeber“ und „Arbeitnehmer“ führen in die Irre. Tatsächlich geben Beschäftigte ihre Arbeitskraft, während Unternehmen diese in Anspruch nehmen. Die Begriffswahl verzerrt das Kräfteverhältnis und zeigt, wie stark die gesellschaftliche Debatte über Leistung einseitig geprägt ist.
Unbezahlte Arbeit bleibt unsichtbar
Neben Erwerbsarbeit wird eine ganze Gruppe von Leistungsträgern oft übersehen: Ehrenamtliche. Ob in Blaulichtorganisationen, Kultur- und Sportvereinen oder im sozialen Bereich – ihre Arbeit ist unverzichtbar. Dennoch wird sie in der öffentlichen Diskussion meist ignoriert.
Ein gerechterer Leistungsbegriff
Leistung darf nicht einseitig definiert werden. Es braucht eine ehrliche Debatte darüber, was Leistung bedeutet – für eine Gesellschaft, die alle Formen der Arbeit wertschätzt.