Klagenfurt
Gert-Jonke-Preis für Ferdinand Schmalz
Alle zwei Jahre vergeben Klagenfurt und Kärnten in Kooperation mit der Gert-Jonke-Gesellschaft den mit 15.000 Euro dotierten Gert-Jonke-Preis. Ausgezeichnet wurde diesmal Ferdinand Schmalz.
Ferdinand Schmalz, Landeshauptmann Peter Kaiser, Gemeinderätin Gabriela Holzer und Vizebürgermeister Alexander Kastner (von links).© LPD Kärnten/Bauer
Der mit 15.000 Euro dotierte Gert-Jonke-Preis geht heuer an den Schriftsteller Ferdinand Schmalz. Landeshauptmann Peter Kaiser, Klagenfurts Vizebürgermeister Alexander Kastner und Gemeinderätin Gabriela Holzer überreichten ihn in der theaterHALLE 11. Der Preis wird seit 2011 gemeinsam von Land Kärnten und Stadt Klagenfurt vergeben, die Gert-Jonke-Gesellschaft ist Kooperationspartner. Es handelt sich um einen der gewichtigsten und renommiertesten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum.
Jelinek: “Entscheidung ist genau richtig”
Von der Jury nominiert waren heuer auch die Dramatikerinnen Teresa Dopler und Lisa Wentz sowie „symbolisch“ Elfriede Jelinek. Die Literaturnobelpreisträgerin schickte Schmalz einen Gratulationstext, den Grischka Voss verlas: „Die Entscheidung ist genau richtig, auch Gert Jonke würde sich darüber freuen.” Schmalz sagte, dass ihm der Preis nun die Freiheit gebe, sich der Absurdität der Gegenwart mit Haut und Haaren auszusetzen. Er erzählte unter anderem von einer Begegnung mit Jonke, als er als Student im Wiener Burgtheater als Komparse in einem Jonke-Stück mitwirkte. Jonkes Stücke würden in vielen Passagen schlagende Aktualität haben, nahm der Preisträger Bezug auf das momentane Weltgeschehen.
Die Begründungen der Jury
Die Laudatio hielt Jurymitglied Stefan Krammer von der Universität Wien. Er bezeichnete ihn als Wortkünstler, als wahren Wortakrobaten. Schmalz unterhalte seine Leserschaft und sein Publikum, sei aber auch politisch wirksam. Alle drei Jurymitglieder kamen auch in Videos zu Wort. Krammer sagte darin auch, dass Schmalz das ästhetische Potential von Sprache freilege und weiterentwickle. Die frühere Burgtheaterdirektorin und jetzige Leiterin der Salzkammergut Festwochen Gmunden, Karin Bergmann, attestierte Schmalz’ Sprache große Musikalität. Er bilde assoziative Wortgirlanden. Für den Kulturjournalist Heinz Sichrovsky verkörpert Schmalz das Doppelbödige und Sprachspielerische“
Großes Rahmenprogramm
Die Preisverleihung wurde durch Markus Hering und Grischka Voss mit einem szenischen Programm umrahmt. Die Improvisation kam von Klaus Lippitsch. Für Buch und Regie zeichneten Ingrid Ahrer und Martin Polasek von der Gert-Jonke-Gesellschaft verantwortlich. Die Moderation erfolgte durch Heimo Strempfl vom Robert-Musil-Literaturmuseum.
Zur Person
Ferdinand Schmalz wurde 1985 in Graz als Matthias Schweiger geboren und wuchs in Admont auf. Er studierte Theater- und Medienwissenschaft sowie Philosophie in Wien. Schmalz gilt als renommierter Theaterautor und Prosaautor. Schon für sein erstes Stück „am beispiel der butter“ erhielt er 2013 den Retzhofer Dramapreis und wurde zum Nachwuchsdramatiker des Jahres gewählt. 2017 gewann er mit einem Auszug aus „Mein Lieblingstier heißt Winter“ den Ingeborg-Bachmann-Preis und 2018 wurde er mit dem Nestroy-Theaterpreis ausgezeichnet. Er ist außerdem Träger des Peter-Rosegger-Preises, des Kasseler Förderpreises für Komische Literatur oder des Arthur-Schnitzler-Preises. 2024 hielt er bei der Eröffnung der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt die „Rede zur Literatur“.
