Interview

Leist­ba­res Woh­nen in Brückl

Die politische Situation, steigende Lebenshaltungskosten und die Zukunft der Gemeinde – all das bewegt die Menschen in Brückl. Ein Gespräch über Herausforderungen, Lösungen und persönliche Einblicke. "KLiCK"-Kärnten hat ersten Vizebürgermeister Robert Cech zum Interview gebeten.

Leist­ba­res Woh­nen in Brückl Vizebürgermeister (SPÖ) Robert Cech: "Brückl muss sich weiterentwickeln – mit Transparenz, leistbarem Wohnen und guten Zukunftsperspektiven".

© Andreas Walcher

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

KLiCK“-Kärnten: Wel­che The­men beschäf­ti­gen Sie der­zeit in der Gemein­de Brückl?

Was mich beson­ders bewegt, sind die Men­schen in Brückl. Ihre Wün­sche und Ideen, aber auch ihre Sor­gen brau­chen Gehör und die Men­schen müs­sen infor­miert wer­den. Beson­ders die man­geln­de Trans­pa­renz in unse­rer Gemein­de ärgert mich daher. Das der­zeit ange­spann­te poli­ti­sche Kli­ma in Brückl, und auch dass lei­der oft­mals mit irre­füh­ren­den Infor­ma­tio­nen gear­bei­tet wird, was popu­lis­ti­sche Ten­den­zen ver­stärkt, anstatt kon­struk­ti­ve Lösun­gen zu för­dern, ist ein Stör­fak­tor in unse­rer Gemein­de. Umso bemer­kens­wer­ter fin­de ich, dass selbst vie­le mei­ner Mit­strei­ter aus dem ande­ren Lager eine ähn­li­che Wahr­neh­mung haben – ein Zei­chen dafür, dass mein Ein­druck nicht unbe­grün­det ist.
Doch mein größ­tes Anlie­gen ist die Zukunft von Brückl. Wie kön­nen wir unse­re Gemein­de noch attrak­ti­ver gestal­ten, damit mehr Men­schen hier leben möch­ten? Wel­che Ange­bo­te kön­nen wir den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern machen, um sie für unse­re Gemein­de zu begeis­tern? Und vor allem: Wie kön­nen wir das Leben der Brück­ler nach­hal­tig ver­bes­sern?

Ein wesent­li­cher Aspekt ist für mich die Auf­wer­tung der Gemein­de­woh­nun­gen. Ein schö­nes und lebens­wer­tes Zuhau­se bil­det schließ­lich die Grund­la­ge für ein gutes Leben. Eben­so wich­tig ist die Kin­der­be­treu­ung. Mit dem Haus der Kin­der (Kin­der­ta­ges­stät­te) und dem Kin­der­gar­ten sind wir bereits gut auf­ge­stellt und haben gro­ßes Glück mit unse­ren enga­gier­ten Pädagog:innen und Betreuer:innen. Doch die Nach­fra­ge wächst – und wir sto­ßen an unse­re Kapa­zi­täts­gren­zen.
Es braucht Lösun­gen, die lang­fris­tig wir­ken und das Leben in Brückl noch lebens­wer­ter machen. Dafür möch­te ich mich ein­set­zen.

 

Anzei­ge

„KLiCK“-Kärnten: Wel­chen Ein­fluss hat die Teue­rung auf Brückl?

Die Teue­rung wirkt sich auch auf Brückl spür­bar aus. Stei­gen­de Lebens­hal­tungs­kos­ten belas­ten Haus­hal­te, ins­be­son­de­re Fami­li­en und Pensionist:innen. Gleich­zei­tig muss die Gemein­de höhe­re Aus­ga­ben für Ener­gie, Bau­pro­jek­te und Dienst­leis­tun­gen stem­men, was den finan­zi­el­len Spiel­raum ein­schränkt.
Die Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung könn­te mei­ner Mei­nung nach posi­tiv für unse­re Gemein­de ver­lau­fen, denn Brückl könn­te für jene attrak­ti­ver wer­den, die den teu­ren Städ­ten ent­flie­hen möch­ten – vor­aus­ge­setzt, die Gemein­de bie­tet attrak­ti­ve Wohn- und Lebens­be­din­gun­gen.
Um die­sen Her­aus­for­de­run­gen gerecht zu wer­den, soll­te Brückl gezielt auf leist­ba­res Woh­nen und nach­hal­ti­ge Ener­gie­pro­jek­te set­zen. Inves­ti­tio­nen in Infra­struk­tur und attrak­ti­ve Ange­bo­te für Fami­li­en könn­ten hel­fen, die Lebens­qua­li­tät zu sichern und die Gemein­de lang­fris­tig zukunfts­fit zu machen.

„KLiCK“-Kärnten: Wie kann Woh­nen wie­der leist­bar wer­den? Wie sieht das in Ihrer Gemein­de aus?

Ich den­ke, die ers­te Fra­ge kann ein Gemein­de­po­li­ti­ker nicht allei­ne beant­wor­ten – dafür haben wir die Bun­des­re­gie­rung, die bereits ers­te Schrit­te unter­nom­men hat, wie etwa die Ein­füh­rung der Miet­preis­brem­se. Eben­so die Lan­des­re­gie­rung, die auch mit der Wohn­bei­hil­fe NEU die Men­schen unter­stützt. In unse­rer Gemein­de sind die Woh­nun­gen, die von der Gemein­de ange­bo­ten wer­den eben­falls leist­bar.

Wir von der SPÖ Brückl haben auch meh­re­re Anträ­ge zum The­ma „Woh­nen“ im Gemein­de­rat ein­ge­bracht, wie bei­spiels­wei­se die Sanie­rung der Gemein­de­woh­nun­gen und mehr Trans­pa­renz bei der Woh­nungs­ver­ga­be. Dank unse­res Antrags zur „Sanie­rung“ konn­ten bereits eini­ge wich­ti­ge Maß­nah­men umge­setzt wer­den – Wär­me­schutz, der Aus­tausch von Fens­tern und neue Jalou­sien, um nur eini­ge Bei­spie­le zu nen­nen.

 

Anzei­ge

„KLiCK“-Kärnten: Die Bevöl­ke­rung wird immer älter. Wie ist Brückl in punc­to Pfle­ge auf­ge­stellt?

Es ist natür­lich erfreu­lich, dass die Lebens­er­war­tung steigt – die Men­schen ver­die­nen es vor allem, lan­ge gesund und gut betreut zu leben. In Brückl haben wir mit der Tages­stät­te für Senio­ren bereits eine groß­ar­ti­ge Ein­rich­tung geschaf­fen (ein herz­li­ches Dan­ke­schön an die Fami­lie Rot­sch­nig, den ehe­ma­li­gen Bür­ger­meis­ter Burk­hard Trum­mer und natür­lich Aut­Ark, die sich tat­kräf­tig für die­ses Pro­jekt ein­ge­setzt haben).

Es gab auch eine Pfle­ge­ko­or­di­na­to­rin in Brückl, die vie­le Fami­li­en in allen Fra­gen rund um die Pfle­ge unter­stützt hat. Lei­der wur­de die­se Brückl zuge­wie­se­ne Stel­le in der aktu­el­len Peri­ode vom Bür­ger­meis­ter nicht unter­stützt. Der­zeit betreut eine Dame meh­re­re Gemein­den und ist daher nur noch weni­ge Stun­den in Brückl prä­sent.

„KLiCK“-Kärnten: Wie ver­brin­gen Sie Ihre Frei­zeit?

Frei­zeit? Was ist das? Ich bin ein ech­ter Fami­li­en- und Ver­eins­mensch. Als stol­zer Vater von zwei Söh­nen (8 und 6 Jah­re alt) ver­brin­ge ich – dank des geteil­ten Sor­ge­rechts mit der Mut­ter mei­ner Kin­der – aus­ge­spro­chen viel Zeit mit ihnen, wor­über ich sehr glück­lich bin. Im Win­ter sind wir oft auf der Ski­pis­te unter­wegs, und natür­lich gehört es auch dazu, den Kin­dern ihre Hob­bys zu ermög­li­chen. Mein Älte­rer ist beim LAC Kla­gen­furt aktiv, wäh­rend der Jün­ge­re mit Begeis­te­rung Fuß­ball in Brückl spielt.

Ich wid­me mich natür­lich auch ger­ne der poli­ti­schen Arbeit und ver­brin­ge viel Zeit in Gesprä­chen mit unse­ren Brück­ler Bürger:innen oder bei der Pla­nung neu­er Akti­vi­tä­ten oder Ideen rund um die Brück­ler SPÖ.

Wenn gera­de kei­ne fami­liä­ren Agen­den, beruf­li­chen Auf­ga­ben oder poli­ti­schen Ter­mi­ne anste­hen, wid­me ich mich mei­nem gro­ßen Hob­by: dem Ten­nis. Mein Herz schlägt für unse­ren Ver­ein, den ich als Grün­dungs­mit­glied des Brück­ler Ten­nis­clubs beson­ders eng beglei­te. Letz­tes Jahr haben wir zum ers­ten Mal den Auf­stieg in die Lan­des­li­ga geschafft – ein rie­si­ger Erfolg! Um mit den jun­gen Wil­den mit­hal­ten zu kön­nen, brau­che ich aller­dings eini­ge Trai­nings­stun­den. Doch genau das macht den Reiz aus: der sport­li­che Ehr­geiz, das gesel­li­ge Bei­sam­men­sein und natür­lich jede Men­ge Spaß mit mei­nen Freun­den bzw. Ver­eins­kol­le­gen.

03.04.2025 13:01
Anzeige
Leist­ba­res Woh­nen in Brückl Vizebürgermeister (SPÖ) Robert Cech: "Brückl muss sich weiterentwickeln – mit Transparenz, leistbarem Wohnen und guten Zukunftsperspektiven".

© Andreas Walcher