Geburtstag

Gün­ter Schmi­dau­er: Ein Leben für Kul­tur!

Der freie Journalist, Dramaturg, Regisseur, City-Manager, Jurysprecher des Kärntner STW-Lyrikpreises und Vorstandsmitglied des österreichischen P.E.N.-Clubs feierte kürzlich seinen 70. Geburtstag.

Gün­ter Schmi­dau­er: Ein Leben für Kul­tur!Günter Schmidauer (links) plant als junggebliebener 70-Jähriger weitere Kulturprojekte. Auf dem Foto präsentiert der Klagenfurter Autor sein Werk „Wortanfälle“ - mit Verleger Adrian Kert.

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Mit Bedacht wählt er Wör­ter aus dem Buch­sta­ben-Meer der Fan­ta­sie, ver­leiht ein­zel­nen Sät­zen enor­me Bedeu­tung und gilt als raf­fi­nier­ter „Sprach-Domp­teur“: Der Kla­gen­fur­ter „Kul­tur­ar­bei­ter“ und Schrift­stel­ler Gün­ter Schmi­dau­er.

Streit­ba­rer Schrei­ber

Der freie Jour­na­list, Dra­ma­turg, Regis­seur, City-Mana­ger, Jury­spre­cher des Kärnt­ner STW-Lyrik­prei­ses und Vor­stands­mit­glied des öster­rei­chi­schen P.E.N.-Clubs fei­er­te kürz­lich sei­nen 70. Geburts­tag. Der streit­ba­re Schrei­ber gegen jede Art von Faschis­mus war zehn Jah­re für die Öffent­lich­keits­ar­beit der Komö­di­en­spie­le Por­cia zustän­dig und trat in den Anfän­gen der Fin­ken­stei­ner Burgare­na als Mit­ge­stal­ter in Erschei­nung.

Nimmt kein Blatt vor den Mund

Was den Mann mit dem grau­en Voll­bart und der unver­kenn­ba­ren Bril­le ärgert? „Schlicht und ein­fach Dumm­heit!“ Ober­fläch­lich­kei­ten sind für Schmi­dau­er ein Gräu­el, gilt er doch als ele­gan­ter „Zei­len­tän­zer“, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt und scho­nungs­los unbe­que­me Ereig­nis­se auf­zeigt. So geht die Besei­ti­gung des Haken­kreu­zes an der Burg­rui­ne Kraig auf sei­ne Initia­ti­ve zurück. Juli­an Green kam durch Schmi­dau­er nach Kla­gen­furt und die öster­rei­chi­sche Erst­auf­füh­rung von Gerd Kührs „Stall­er­hof“ ging — unter Inten­dant Her­bert Wochinz — im Kla­gen­fur­ter Stadt­thea­ter über die Büh­ne. Felix Mit­te­rers „Besuchs­zeit“ mit Sieg­mar Ber­gelt ent­stand etwa zur glei­chen Zeit.

Zwi­schen Wien und Kärn­ten

Der 70-jäh­ri­ge Kla­gen­fur­ter, der sich oft in Wien auf­hält, liebt die gemüt­li­che Kaf­fee­haus-Atmo­sphä­re und span­nen­den Lese­stoff. Er stu­dier­te Thea­ter­wis­sen­schaf­ten, Ger­ma­nis­tik und Wer­be­ma­nage­ment an der Uni­ver­si­tät Wien. Sein Dis­ser­ta­ti­ons­the­ma: „Die letz­ten Tage der Mensch­heit“ von Karl Kraus. Der enga­gier­te und ver­hei­ra­te­te „Kul­tur­ar­bei­ter“ grün­de­te und lei­te­te den „Wie­ner Comoe­di­an­ten­kar­ren“ (Wan­der­büh­ne) und stand als Dra­ma­turg am Burg­thea­ter (Assis­tenz) im Ein­satz. Danach lei­te­te Schmi­dau­er die Dra­ma­tur­gie und die Wer­be­ab­tei­lung am Kla­gen­fur­ter Stadt­thea­ter.

Es folg­ten Insze­nie­run­gen am Thea­ter, für die Frie­sa­cher Burg­hof­spie­le und für die Kärnt­ner Komö­di­an­ten. Wei­te­re Sta­tio­nen: Grün­dung der VolX­büh­ne, Lehr­auf­trag an der Uni, City­ma­na­ger in Feld­kir­chen, Gre­mi­al­vor­ste­her in der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten. Der mit dem Gro­ßen Ehren­zei­chen des Lan­des gewür­dig­te lei­den­schaft­li­che Rad­fah­rer ver­öf­fent­li­che bis­her 16 Druck­wer­ke (Essays, Schau- und Sing­spie­le, Geschich­ten, Gedich­te, Doku­men­ta­tio­nen, Roma­ne), unter ande­rem ein Kin­der­buch oder kri­ti­sche Anmer­kun­gen über Swit­bert Lobis­ser.

“Dem Vor­ge­ge­be­nen wird nach­ge­ge­ben”

Schmi­dau­ers letz­tes Buch „Wort­an­fäl­le“ ent­stand gemein­sam mit Caro­li­ne, die dem­nächst ihren 85er fei­ern wird. Dabei setzt der Kärnt­ner auf Phi­lo­so­phen wie Gün­ther Anders oder Karl Pop­per. “Noch besit­zen wir das Recht der Mei­nungs­frei­heit und wis­sen es viel­fach nicht zu schät­zen, geschwei­ge denn zu nüt­zen. Abwar­ten­des Schwei­gen erscheint vie­len alle­mal gefahr­lo­ser und bequem. Mei­nun­gen und Über­zeu­gun­gen zu bil­den sind längst nicht mehr Sache des Indi­vi­du­ums. Dem Vor­ge­ge­be­nen wird nach­ge­ge­ben“, meint der Autor.

Schmi­dau­er warnt vor dem schlei­chen­den Über­gang einer trans­pa­ren­ten Ord­nung zu einer ent­mün­dig­ten Mas­se von fremd­ge­steu­er­ten Erfül­lungs­ge­hil­fen. Und der Schrift­stel­ler träumt von einer Visi­on einer Gesell­schaft, in der Men­schen­rech­te, Huma­ni­tät, Empa­thie und Ver­ständ­nis für Diver­si­tät das gemein­sa­me Leben bestim­men. Gün­ter Schmi­dau­er nennt das eine „heil­sa­me Illu­si­on“. KLiCK Kärn­ten wüscht alles Gute zum 70er!

26.04.2025 14:00 - Update am: 26.04.2025 14:05
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Gün­ter Schmi­dau­er: Ein Leben für Kul­tur!Günter Schmidauer (links) plant als junggebliebener 70-Jähriger weitere Kulturprojekte. Auf dem Foto präsentiert der Klagenfurter Autor sein Werk „Wortanfälle“ - mit Verleger Adrian Kert.

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