Kärntner Fußball
„Keine Absteiger, weil wir niemanden bestrafen wollen“
Die Frühjahrsmeisterschaften im Kärntner Fußball sind abgesagt, Nachtrags- und Aufstiegsspiele sowie KFV-Cup sollen aber gespielt werden. Klaus Mitterdorfer, Präsident des Kärntner Fußballverbands, bezieht im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ Stellung zur Kritik diverser Vereine.
Dass der Vorstand des Kärntner Fußballverbands (KFV) in seiner Sitzung am 25. März einstimmig den Beschluss fasste, die Frühjahrsmeisterschaft abzusagen, ist unter den Vereinen unumstritten. Denn es steht nach wie vor nicht fest, wann die Corona-Bestimmungen des Bundes überhaupt wieder Kontakttraining im Sport zulassen werden.
Kritik an Entscheidungen
Der KFV-Vorstand, dem auch die Klassenvertreter der einzelnen Ligen von der Kärntner Liga bis zur 2. Klasse angehören, setzt sich jedoch zum Ziel, die Nachtragsspiele aus dem Herbst, die Relegation (Aufstiegsspiele) und den KFV-Cup (ab dem Achtelfinale) auszutragen und zu Ende zu spielen. Dafür sind diverse Szenarien vorbereitet, sollte zwischen 6. und 26. Mai wieder Kontakttraining möglich sein. Eine Entscheidung, die nicht überall Begeisterung hervorruft. Für Aufregung sorgte aber der ebenfalls einstimmige Beschluss, dass es am Ende der Saison Auf- aber keine Absteiger geben wird.
Spielbestimmungen waren bekannt
Im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ nimmt Klaus Mitterdorfer, Präsident des Kärntner Fußballverbands, zu diesen Entscheidungen Stellung. „Wir haben im Juli des Vorjahrs im Vorstand einen einstimmigen Beschluss gefasst, wie im Falle eines Abbruchs der Meisterschaft vorzugehen ist“, erzählt Mitterdorfer. Diese Spielbestimmungen, die sich an den Vorgaben des Österreichischen Fußballbunds (ÖFB) orientieren, waren allen Vereinen zu Beginn der Meisterschaft bekannt.
In diesem schwierigen und herausfordernden Jahr wollen wir einfach keinen Verein bestrafen, weil niemand Schuld an der aktuellen Lage hat.
Klaus Mitterdorfer
Präsident Kärntner FußballverbandKeinen Verein bestrafen
Diese Vorgaben sehen unter anderem vor, dass bei einem Abbruch zumindest 90 Prozent aller Spiele eines Saison-Halbjahres (von der Kärntner Liga bis zur 2. Klasse ingesamt) absolviert sein müssen, um die Meisterschaften zu werten. Das ist in Kärnten im Herbst, so Mitterdorfer, mit 95 Prozent der Fall. In seiner Sitzung vom 25. März änderte der Fußballverband mittels Beschluss – abermals einstimmig – lediglich einen Punkt der Spielbestimmungen. Nämlich, dass es keine Absteiger geben wird. „In diesem schwierigen und herausfordernden Jahr wollen wir einfach keinen Verein bestrafen, weil niemand Schuld an der aktuellen Lage hat“, argumentiert Mitterdorfer.
Verzicht auf KFV-Cup
Die Kritik diverser Vereinsfunktionäre bezieht sich vor allem darauf, dass somit ab der Saison 2021/2022 mehr Vereine in den einzelnen Ligen mehr Spiele verursachen. Das widerlegt Mitterdorfer: „In der Kärntner Liga spielen in der nächsten Saison 18 statt 16 Vereine, in den Unterligen 32 statt 30, in den 1. Klassen 59 statt 58 und in den 2. Klassen 46 statt 52.“ In einer zweijährigen Phase sollen die Ligen dann wieder auf ihre ursprüngliche Teilnehmerzahlen zurückgeführt werden. Nachdem die situationsbedingte Aufstockung vor allem die Kärntner Liga betrifft, kommt der Fußballverband den betroffenen Vereinen entgegen: „Sollte Vereinen der Spielplan zu intensiv sein, können sie in der Saison 2021/2022 auf eine Teilnahme am KFV-Cup verzichten“, kündigt Mitterdorfer an.
Rückkehr auf den Fußballplatz
Der Präsident geht nochmals auf das Nachholen der Nachtragsspiele und das Durchführen der Relegationsspiele im Frühjahr ein. „Ich habe Verständnis dafür, dass es vereinzelt Vereine gibt, für die sich durch die gültigen Regelungen gewisse Unschärfen oder gar Ungerechtigkeiten ergeben“, gesteht Mitterdorfer. Vor allem, wenn Mannschaften, für die es sprichwörtlich um nichts mehr geht, gegen Aufstiegsaspiranten anzutreten habe. „Aber“, sagt Mitterdorfer, „der Aufschrei wäre wohl viel lauter gewesen, wenn wir am 25. März den Fußballsport komplett abgesagt hätten, ohne zu wissen, wie sich die nächsten Wochen pandemiebedingt tatsächlich entwickeln werden“. Denn, so der Präsident, am Ende gilt es das große Gesamte zu sehen: „Das heißt, endlich wieder auf den Fußballplatz zurückkehren zu dürfen – als Spieler, Trainer, Funktionär und Zuschauer.“
Sollten die Aufstiegsspiele tatsächlich nicht möglich sein, kommt eine Quotienten-Regelung zur Anwendung.
Zur Sache
Nachwuchsmeisterschaft: Gemäß der Corona-Verordnungen der Bundesregierung ist im Nachwuchsport Trainieren seit 15. März gestattet, selbstverständlich unter Einhaltung von Auflagen und eines Sicherheitskonzepts. Sobald auch Kontakttraining wieder möglich ist, wird der Kärntner Fußballverband die Meisterschaft zeitnah starten.



