Ägäis
Materialbruch beendet Segelabenteuer
Da der Motor aus Sicherheitsgründen aufgrund des Materialbruches gestartet wurde und Reparaturtätigkeiten unumgänglich waren, ersuchte Julia die Wettkampfleitung zum Wiedereinstieg in die Regatta. Vergeblich.
Was ist passiert? Die zwölf Seglerinnen aus Österreich und der Schweiz sind bis zum letzten Sturm eine starke Regatta gesegelt — bis der Materialbruch kein Weitersegeln mehr zuließ. „Wir waren gut unterwegs und haben stetig im Feld aufgeholt“, erzählt Julia Stelzl, Skipperin und Organisatorin des Aqua Nomis/Trinity Team, dem ersten weiblichen Team in der Geschichte der Regatta. „Die Crew hat hart und über ihre Grenzen hinaus gearbeitet, um nicht nur zu finalisieren, sondern auch ein gutes Ergebnis zu holen.“
Winde bis zu 75 km/h
Die Spannung war nicht zu übertreffen, vor dem „Retired“ der Aqua Nomis waren die drei Österreichischen Boote fast gleichauf. Die Klagenfurterin Greta Donner ergänzt: „Uns fehlten nur noch knappe 85 der gesamt 600 Seemeilen durch die Ägäis — wir kamen mit allen Böen, Fallwinden und auch den Flauten zurecht. Wir funktionierten als Team, auch der Schlafentzug — wir hatten maximal drei Stunden Schlaf pro Nacht — konnte unseren Teamgeist und Motivation nicht brechen.“ Die Crew meisterte immer wieder Winde um die 30 bis 40 Knoten (75 km/h). Für die Frauen war dies kein Problem, aber das erste Vorsegel hielt dem Druck nicht stand. So zog die Crew das Ersatzvorsegel auf.
“Wind war zu stark”
Knapp vor Mykonos zwischen 20 und 23 Uhr, frischte der Wind wieder auf 35 bis 45 Knoten auf und die Böen jagten das Schiff mit bis zu 90 km/h. „Wir hatten das schon einige Male und konnten das Schiff immer unter Kontrolle halten. Auch das zweite Vorsegel war schon nachmittags gerissen“, erklärt Rosa Donner die dramatischen Momente. Sie waren nur mehr mit der Sturmfock und dem gerefften Groß-Segel unterwegs. Der Wind war zu stark um das Groß-Segel weiter zu reffen. Dinner konnte das Boot nur schwer unter Kontrolle halten und sie mussten das Großsegel bergen.
Ende des historischen Segelabenteuers
„So mussten wir den Motor starten, um das Boot weiterhin steuern zu können. Das war das Ende der Regatta“, klärt Julia auf, „die Sicherheit der Crew war in diesem Moment wichtiger. Ohne Segel oder ohne Motor kann kein Boot gesteuert werden und durch die über drei Meter hohen Wellen war die Gefahr gegeben, dass Crewmitglieder über Board gehen.“ Da der Motor aus Sicherheitsgründen aufgrund des Materialbruches gestartet wurde und Reparaturtätigkeiten unumgänglich waren, ersuchte Julia die Wettkampfleitung zum Wiedereinstieg in die Regatta. Vergeblich. Das Ende des historischen Segelabenteuers.
Vorfreude auf das nächste Mal
Das Resümee — Top-Seglerinnen haben einen tollen Job geliefert. Poseidon war den Seglerinnen hold — es gab keine gröberen Verletzungen. Noch läuft die Regatta und bisher mussten 15 der 58 Boot (25 Prozent) vorzeitig beenden — die Aegean 600 des Jahres 2025 wird ihrem Ruf, eine der anspruchsvollsten Regatten im Mittelmeer zu sein, wieder mehr als gerecht. „Wir kommen wieder!“ ist die klare Aussage von Julia Stelzl. „Wir haben Erfahrungen gesammelt und wissen jetzt, dass wir es schaffen werden. Inzwischen überwiegt die Vorfreude auf das nächste Mal.“
- Julia Stelzl, Johanna Schmidt, Simona Höllermann und Rosa Donner (von links).
- Rosa Donner, Julia Stelzl und Simona Höllermann (von links).
- Julia Stelzl und Johanna Schmidt (von links).
- Greta Donner

