Ägäis

Mate­ri­al­bruch been­det Segel­aben­teu­er

Da der Motor aus Sicherheitsgründen aufgrund des Materialbruches gestartet wurde und Reparaturtätigkeiten unumgänglich waren, ersuchte Julia die Wettkampfleitung zum Wiedereinstieg in die Regatta. Vergeblich.

Mate­ri­al­bruch been­det Segel­aben­teu­erJulia Stelzl, Johanna Schmidt, Simona Höllermann und Rosa Donner (von links).

© Caroline Strasser

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Was ist pas­siert? Die zwölf Seg­le­rin­nen aus Öster­reich und der Schweiz sind bis zum letz­ten Sturm eine star­ke Regat­ta gese­gelt — bis der Mate­ri­al­bruch kein Wei­ter­se­geln mehr zuließ. „Wir waren gut unter­wegs und haben ste­tig im Feld auf­ge­holt“, erzählt Julia Stelzl, Skip­pe­rin und Orga­ni­sa­to­rin des Aqua Nomis/Trinity Team, dem ers­ten weib­li­chen Team in der Geschich­te der Regat­ta. „Die Crew hat hart und über ihre Gren­zen hin­aus gear­bei­tet, um nicht nur zu fina­li­sie­ren, son­dern auch ein gutes Ergeb­nis zu holen.“

Win­de bis zu 75 km/h

Die Span­nung war nicht zu über­tref­fen, vor dem „Reti­red“ der Aqua Nomis waren die drei Öster­rei­chi­schen Boo­te fast gleich­auf. Die Kla­gen­fur­te­rin Gre­ta Don­ner ergänzt: „Uns fehl­ten nur noch knap­pe 85 der gesamt 600 See­mei­len durch die Ägä­is — wir kamen mit allen Böen, Fall­win­den und auch den Flau­ten zurecht. Wir funk­tio­nier­ten als Team, auch der Schlaf­ent­zug — wir hat­ten maxi­mal drei Stun­den Schlaf pro Nacht — konn­te unse­ren Team­geist und Moti­va­ti­on nicht bre­chen.“ Die Crew meis­ter­te immer wie­der Win­de um die 30 bis 40 Kno­ten (75 km/h). Für die Frau­en war dies kein Pro­blem, aber das ers­te Vor­se­gel hielt dem Druck nicht stand. So zog die Crew das Ersatz­vor­se­gel auf.

“Wind war zu stark”

Knapp vor Myko­nos zwi­schen 20 und 23 Uhr, frisch­te der Wind wie­der auf 35 bis 45 Kno­ten auf und die Böen jag­ten das Schiff mit bis zu 90 km/h. „Wir hat­ten das schon eini­ge Male und konn­ten das Schiff immer unter Kon­trol­le hal­ten.  Auch das zwei­te Vor­se­gel war schon nach­mit­tags geris­sen“, erklärt Rosa Don­ner die dra­ma­ti­schen Momen­te. Sie waren nur mehr mit der Sturm­fock und dem gereff­ten Groß-Segel unter­wegs. Der Wind war zu stark um das Groß-Segel wei­ter zu ref­fen. Din­ner konn­te das Boot nur schwer unter Kon­trol­le hal­ten und sie muss­ten das Groß­se­gel ber­gen.

Ende des his­to­ri­schen Segel­aben­teu­ers

„So muss­ten wir den Motor star­ten, um das Boot wei­ter­hin steu­ern zu kön­nen. Das war das Ende der Regat­ta“, klärt Julia auf, „die Sicher­heit der Crew war in die­sem Moment wich­ti­ger. Ohne Segel oder ohne Motor kann kein Boot gesteu­ert wer­den und durch die über drei Meter hohen Wel­len war die Gefahr gege­ben, dass Crew­mit­glie­der über Board gehen.“ Da der Motor aus Sicher­heits­grün­den auf­grund des Mate­ri­al­bru­ches gestar­tet wur­de und Repa­ra­tur­tä­tig­kei­ten unum­gäng­lich waren, ersuch­te Julia die Wett­kampf­lei­tung zum Wie­der­ein­stieg in die Regat­ta. Ver­geb­lich. Das Ende des his­to­ri­schen Segel­aben­teu­ers.

Vor­freu­de auf das nächs­te Mal

Das Resü­mee — Top-Seg­le­rin­nen haben einen tol­len Job gelie­fert. Posei­don war den Seg­le­rin­nen hold — es gab kei­ne grö­be­ren Ver­let­zun­gen. Noch läuft die Regat­ta und bis­her muss­ten 15 der 58 Boot (25 Pro­zent) vor­zei­tig been­den — die Aege­an 600 des Jah­res 2025 wird ihrem Ruf, eine der anspruchs­volls­ten Regat­ten im Mit­tel­meer zu sein, wie­der mehr als gerecht. „Wir kom­men wie­der!“ ist die kla­re Aus­sa­ge von Julia Stelzl. „Wir haben Erfah­run­gen gesam­melt und wis­sen jetzt, dass wir es schaf­fen wer­den. Inzwi­schen über­wiegt die Vor­freu­de auf das nächs­te Mal.“

12.07.2025 18:45 - Update am: 12.07.2025 18:48
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Mate­ri­al­bruch been­det Segel­aben­teu­erJulia Stelzl, Johanna Schmidt, Simona Höllermann und Rosa Donner (von links).

© Caroline Strasser