Team Kärnten-Chef zieht Konsequenzen:
Köfer distanziert sich von Oleschko
Im Fall des Keutschacher Bürgermeisters Gerhard Oleschko (Team Kärnten) wird die Luft zunehmend dünn. Fragwürdige Zahlungen, Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und ein Rücktritt, der offenbar hinter verschlossenen Türen mit dem Koalitionspartner ausgehandelt wurde – all das sorgt derzeit für Schlagzeilen, die kaum noch wegzuwischen sind. Nun zieht Parteichef Gerhard Köfer die Reißleine.
© keutschach.gv.at / Team Kärnten
Köfer stoppt Zusammenarbeit – vorerst
Köfer, der Oleschko im Wahlkampf 2021 mit 10.000 bis 15.000 Euro finanziell unterstützt hatte, legt die Kooperation vorerst auf Eis. „Solange nicht alle Vorwürfe aufgeklärt sind, wird es keine weitere Zusammenarbeit geben“, stellt er klar. Der Bürgermeister von Keutschach wollte bei einem Treffen bereits über Unterstützung für die Wahl 2027 sprechen – doch Köfer machte ihm deutlich, dass dafür eine „weiße Weste“ nötig wäre.
Ob diese in den nächsten eineinhalb Jahren erreichbar ist, bleibt fraglich. Zumal Köfer rückblickend festhält, dass die Zusammenarbeit ohnehin spätestens mit Oleschkos Wahlsieg geendet habe. „Es gab in den letzten Jahren keine einzige gemeinsame Aktion“, betont er. Sein Eindruck: Team Kärnten sei für Oleschko vor allem ein nützliches Etikett gewesen. „Oleschko benötigte einen Namen, der nicht beleumdet war.“
Politischer Wanderer auf der Suche nach Stabilität?
Tatsächlich blickt Oleschko auf eine bemerkenswerte parteipolitische Reise zurück: Jahrzehntelange Tätigkeiten in FPÖ und BZÖ, eine gescheiterte Kandidatur mit der eigenen „PLO“, danach der Wechsel hin zum Team Kärnten. Im jüngsten Sonntagsinterview der Kleinen Zeitung sprach Oleschko noch von einem „guten Verhältnis“ zu Köfer – eine Einschätzung, die der Parteichef nun deutlich relativiert.
Kritisches Fazit
Die Distanzierung von Oleschko zeigt erneut, wie rasch politische Allianzen im Team Kärnten zerbrechen können, sobald Loyalität infrage steht oder Vorwürfe im Raum stehen. Gleichzeitig wirft der Fall die Frage auf, ob das Team Kärnten bei der Auswahl seiner Partner konsequent genug vorgeht – oder ob man manchmal erst reagiert, wenn der öffentliche Druck zu groß wird.
