Nassfeld
Zwei schwere Skiunfälle am Nassfeld – Hubschrauber zweimal im Einsatz!
Binnen weniger Stunden mussten zwei Verletzte ins LKH Villach geflogen werden – nach einer Kollision und einer mutmaßlichen Fahrerflucht wächst die Kritik an Rücksichtslosigkeit auf den Pisten.
© ARA Flugrettung
Gleich zwei Schikollisionsunfälle haben sich am 16. Februar im Skigebiet Nassfeld ereignet – in beiden Fällen musste der Rettungshubschrauber ARA 3 ausrücken. Eine 46-jährige Britin sowie ein 51-jähriger Steirer wurden verletzt ins LKH Villach geflogen. Besonders brisant: Im zweiten Fall beging der mutmaßliche Unfallverursacher Fahrerflucht.
Jugendliche prallt mit Urlauberin zusammen
Gegen Mittag kam es auf einer Piste im Skigebiet Nassfeld zur Kollision zwischen einer 14-jährigen deutschen Staatsangehörigen und einer 46 Jahre alten Britin. Die Britin erlitt Verletzungen unbestimmten Grades und musste nach der Erstversorgung durch die Pistenrettung vom Rettungshubschrauber ARA 3 ins LKH Villach gebracht werden.
Wie es genau zu dem Zusammenstoß kam, ist Gegenstand von Erhebungen. Ob überhöhte Geschwindigkeit, mangelnder Abstand oder Fehleinschätzung der Fahrlinie eine Rolle spielten, ist bislang nicht bekannt. Fakt ist jedoch: Gerade in der Ferienzeit steigt das Verkehrsaufkommen auf den Pisten massiv – Konflikte sind vorprogrammiert.
Über den Pistenrand gedrängt – Unfalllenker flüchtet
Wenige Stunden später ereignete sich ein weiterer Unfall mit noch größerem Fragezeichen. Ein 51-jähriger Mann aus der Steiermark wurde laut bisherigen Informationen von einem bislang unbekannten Schifahrer über den Pistenrand hinausgedrängt. Im hügeligen Gelände außerhalb der gesicherten Piste kam der Steirer zu Sturz und verletzte sich ebenfalls unbestimmten Grades. Auch hier war der Rettungshubschrauber ARA 3 im Einsatz, der den Verletzten ins LKH Villach brachte. Der zweitbeteiligte Skifahrer setzte seine Fahrt jedoch fort – ohne sich um den Verletzten zu kümmern. Die Polizei ermittelt wegen Fahrerflucht.
Sicherheitsdebatte flammt erneut auf
Zwei Hubschraubereinsätze an einem Tag werfen Fragen auf. Das Nassfeld zählt zu den größten und beliebtesten Skigebieten Kärntens – entsprechend dicht ist der Betrieb, vor allem in den Semesterferien. Immer wieder wird von Einheimischen wie Gästen über rücksichtslose Fahrweise, hohe Geschwindigkeiten und mangelnde Kontrolle geklagt.
Zwar gelten die FIS-Pistenregeln, doch deren Einhaltung bleibt vielfach Eigenverantwortung. Kontrollen auf den Pisten sind selten sichtbar, Sanktionen ebenso. Dass nun ein Beteiligter einfach weiterfuhr, nachdem ein anderer schwer gestürzt war, zeigt zudem eine besorgniserregende Entwicklung im Umgang miteinander.
Die Polizei bittet mögliche Zeugen des zweiten Unfalls, sich zu melden. Hinweise könnten entscheidend sein, um den flüchtigen Skifahrer auszuforschen.
Eines steht fest: Wintersport lebt vom Miteinander – nicht vom Gegeneinander. Wenn Rücksichtnahme zur Ausnahme wird, sind schwere Unfälle nur eine Frage der Zeit.