Wirtschaft
Kelag eröffnet Wasserstoffproduktion für den öffentlichen Nahverkehr
Mit der neuen Elektrolyseanlage in Arnoldstein will die Kelag grünen Wasserstoff für den Regionalverkehr produzieren und damit den Einsatz emissionsfreier Busse in Kärnten vorantreiben.
Mit der neuen Wasserstoffanlage in Arnoldstein setzt die Kelag auf grünen Wasserstoff als klimafreundlichen Energieträger für den öffentlichen Verkehr in Kärnten.© Foto: KlickKärnten
Mit der Eröffnung einer neuen Elektrolyseanlage in Arnoldstein steigt Kärnten in die regionale Produktion von grünem Wasserstoff für den öffentlichen Verkehr ein. Die Kelag nahm die Anlage am Gelände der Kärntner Restmüllverwertungs GmbH (KRV) offiziell in Betrieb.
Das Projekt ist Teil der Initiative „DeCarB – Decarbonising Carinthian Bus Transport“, mit der der Regionalverkehr in Kärnten schrittweise klimafreundlicher werden soll. Beteiligt sind neben der Kelag auch das Land Kärnten, Postbus, Gutmann und der Verkehrsverbund Kärnten.
Versorgung für Wasserstoffbusse im Raum Villach
Die Anlage soll ab Mai 2026 mit einer Leistung von bis zu drei Megawatt grünen Wasserstoff erzeugen. Rund ein Megawatt ist für den Betrieb einer neuen Wasserstoffbus-Flotte vorgesehen, die im Raum Villach zum Einsatz kommen soll. Die übrigen Kapazitäten dienen laut Kelag der Versorgungssicherheit und weiteren Anwendungen in Mobilität und Industrie. In den Bau der Anlage und die notwendige Infrastruktur investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 16 Millionen Euro. Ziel sei es, den öffentlichen Verkehr mit regional erzeugter Energie klimafreundlicher zu machen und zugleich neue Einsatzfelder für Wasserstoff zu erschließen.
Bis zu 36 Busse pro Tag
Im Vollbetrieb soll die Anlage jährlich rund 140 Tonnen grünen Wasserstoff liefern. Damit könnten bis zu 36 Postbusse mit einer Reichweite von jeweils bis zu 500 Kilometern betrieben werden. In einer späteren Ausbaustufe sei sogar eine Steigerung auf bis zu 400 Tonnen pro Jahr möglich. Auch bei der Betankung setzt das Projekt auf Alltagstauglichkeit: Nach Angaben des Unternehmens dauert ein Tankvorgang rund acht Minuten. Der Wasserstoff wird per Lkw von Arnoldstein nach Villach transportiert.
Politisches Signal für Kärntens Wasserstoffstrategie
Für Kärntens Energie- und Verkehrslandesrat Sebastian Schuschnig ist die neue Anlage ein wichtiges Signal für die Wasserstoffstrategie des Landes. Mit dem Projekt werde sichtbar, dass grüner Wasserstoff aus regionaler erneuerbarer Energie nicht mehr nur Zukunftsvision sei, sondern konkrete Anwendung im öffentlichen Verkehr finde. Aus Sicht des Landes stärkt das Vorhaben sowohl die Dekarbonisierung des Regionalverkehrs als auch Kärntens Rolle als Standort für Wasserstofftechnologie.
Schnelle Umsetzung und regionale Impulse
Kelag verweist zudem auf die technische Ausfallsicherheit der Anlage. Zwei parallel geführte Erzeugungslinien sollen eine kontinuierliche Produktion und verlässliche Versorgung sicherstellen. Auch regional wird das Projekt als wirtschaftlicher Impuls gesehen. Arnoldsteins Bürgermeister Reinhard Antolitsch betonte bei der Eröffnung die Bedeutung der neuen Anlage für den Standort: „Mit der Inbetriebnahme der Kelag-Wasserstoffanlage in unserer Marktgemeinde Arnoldstein wird eine weitere zukunftsweisende Maßnahme zum Thema Klima- und Umweltschutz realisiert.“ Zugleich verwies er auf die regionale Wertschöpfung, da auch heimische Unternehmen in das Projekt eingebunden seien.
Bemerkenswert ist auch das Tempo der Umsetzung: Zwischen der gewerberechtlichen Genehmigung im Jänner 2025 und der ersten Wasserstoffproduktion im Februar 2026 lagen laut Kelag nur 13 Monate. Damit setzt Kärnten einen weiteren Schritt hin zu einem emissionsärmeren öffentlichen Verkehr.
