Erinnerung
Mahnmal: Gedenken am Loiblpass
Manfred Morokutti betonte, dass die Bewusstseinsbildung eine zentrale Aufgabe des Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška sei. Dieses Jahr wird der pädagogische Schwerpunkt auf die Biographien der Täter gelegt.
Ein deutliches Zeichen der Erinnerung setzten Teilnehmer der Internationalen Gedenkveranstaltung am Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Loibl-Nord. Durch diese wiederkehrende Veranstaltung soll das lange Zeit „vergessene“ Außenlager von Mauthausen ins Gedächtnis der Bevölkerung gerufen werden. Organisiert und durchgeführt wird die Gedenkfeier vom Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška.
Demokratie und Menschrechte
Landeshauptmann Daniel Fellner legte im Vorfeld der Veranstaltung einen Kranz beim nördlichen Tunnelportal nieder: „Das Konzentrationslager Loibl-Nord ist ein Mahnmal dafür, wozu Menschen fähig sein können, wenn Ideologie, Hass, Entmenschlichung die Oberhand gewinnen. Wir müssen bereit sein, aus der Vergangenheit Lehren zu ziehen: Nur dann können wir gefährliche Strömungen erkennen, bevor sie unsere demokratischen Grundwerte untergraben. Dass sich dieser Einsatz für die Demokratie und die Menschenrechte auszahlt, wurde durch den Loibl-Tunnel veranschaulicht: „Hier mussten Internierte unter unmenschlichen Bedingungen einen Tunnel errichten. Heute verbindet dieser Tunnel zwei Länder die zeigen, wie Versöhnung, Zusammenarbeit und europäischer Zusammenhalt aussehen können“, sagte Fellner.
“Menschen aus der Mitte der Gesellschaft”
Es sei schwer, an einem Ort wie diesem, die richtigen Worte zu finden. “Wir sind hier, um an die Opfer zu erinnern, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Wir sind aber auch hier, um die Täter zu benennen und zu zeigen, welche gesellschaftlichen Voraussetzungen ihre schrecklichen Taten ermöglicht haben”, betonte die ehemalige Justizministerin Alma Zadić in ihrer Gedenkrede und warnte vor aktuellen Strömungen, die demokratische Grundwerte, den Rechtsstaat und die Menschenrechte in Frage stellen. Manfred Morokutti betonte, dass die Bewusstseinsbildung eine zentrale Aufgabe des Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška sei. Dieses Jahr wird der pädagogische Schwerpunkt auf die Biographien der Täter gelegt. „Die Täter waren Menschen aus der Mitte der Gesellschaft, die durch Propaganda, Verhetzung, Gehorsam und Karrieredenken, jegliche Empathie und Menschlichkeit verloren haben“, sagte der Vorsitzende des Mauthausen Komitee Kärnten/Koroška.

