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Künstliche Intelligenz als „Booster“ für die Wirtschaft
Die Wirtschaftskammer Kärnten und das „Fraunhofer Austria“-Innovationszentrum „KI4LIFE“ führten eine Umfrage durch. Das Ergebnis: Künstliche Intelligenz soll verstärkt gefördert werden.
© WKK/Peter Just
„Ein spröder Begriff, aber am Ende geht es um den Wirtschaftsstandort und die Frage, wie wir unseren Wohlstand steigern können“, fasst Kärntens Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl die zunehmende Bedeutung von künstlicher Intelligenz zusammen. Er weist auf die breiten Einsatzgebiete künstlicher Intelligenz im Alltag hin, wie die Gesichtserkennung zur Entsperrung des Handys oder die Sprachsteuerung des Navis. Mandl betont, dass vor allem kleinere Unternehmen vom Mehrwert künstlicher Intelligenz zu überzeugen sind.
Praktische Anwendungsbeispiele
Denn die Großen, macht „Fraunhofer Austria“-Geschäftsführer Dieter Fellner klar, sind auf den Zug längst aufgesprungen. Er nannte plakativ-praktische Anwendungsbeispiele von künstlicher Intelligenz, etwa eine bei „Bosch“ in Entwicklung befindliche Stichsäge, die das Ausreißen der Schnittränder am Ende vermeidet. Oder den Presslufthammer, der eine Person identifiziert und sich von dieser nur fünfzig Minuten lang bedienen lässt, um gesundheitliche Langzeitschäden zu vermeiden. „Das maschinelle Lernen funktioniert über große Datenmengen, die aber auch ein kleinerer Betrieb zur Verfügung hat. Dazu gehört auch das Gespür langjähriger Mitarbeiter etwa für eine bestimmte Maschine. Bei jeder Fluktuation verliert das Unternehmen Wissen. Unser Ansatz greift, da ist auch für Klein- und Mittelunternehmen viel drinnen“, erklärt Fellner.
Überzeugungsarbeit leisten
Doch laut Umfrage ist dazu in Kärnten noch Überzeugungsarbeit zu leisten: Zweifelt österreichweit ein gutes Drittel der befragten Unternehmen an der Relevanz von künstlicher Intelligenz für den eigenen Betrieb, ist es in Kärnten fast die Hälfte. Weitere Fragezeichen sind die fehlende Kompetenz im Betrieb und die vermuteten hohen Kosten. „Aber es gibt kein prinzipielles Veto. Mit der weiteren Sensibilisierung und Ausbildung der Mitarbeiter können wir viel erreichen. Und bezüglich der Kosten gibt es den Digitalisierungsscheck, der die ersten Aufwendungen abfedert“, schildert „KI4LIFE“-Leiterin Eva Eggeling. Der Scheck ist für jedes teilnehmende Unternehmen rund 10.000 Euro wert ist.
Projekte der Wirtschaftskammer
Auch Wirtschaftskammer-Präsident Mandl geht auf die Praxisnähe vieler Anwendungen ein: „Große Hotels platzieren auf den Buchungsportalen automatisch Preisänderungen bei Schlechtwetter. Das ist im Alltagsgeschäft für einen kleinen Betrieb per Hand schwer umzusetzen, kann aber auch für eine Frühstückpension Relevanz haben.“ Die Wirtschaftskammer selbst arbeitet derzeit an Projekten im Zusammenhang mit Behörden, beispielsweise um Gewerbeanmeldungen einfacher und schneller zu machen.
Von Vorteilen überzeugen
Gemeinsam wollen „KI4LIFE“ und Wirtschaftskammer nun verstärkt auf Klein- und Mittelunternehmen in Kärnten zugehen. „Wir müssen vor allem kleinere Unternehmen abholen und von den Vorteilen künstlicher Intelligenz überzeugen, damit sie im Wettbewerb bestehen und nicht abgehängt werden”, fügt Studienautor Benedikt Fuchs hinzu.

