Buchpräsentation
Arno Wiedergut: „Viel mehr geht nicht“
Arno Wiedergut, langjähriger Chef der APA (Austria Presse Agentur) in Kärnten, veröffentlichte die bisher wohl schonungsloseste Autobiografie. In „Viel mehr geht nicht“ berichtet er über unglaubliche berufliche und private Erlebnisse im In- und Ausland.
© Kropf
Spannend, schockierend, enthüllend, berührend und erheiternd sind die Geschichten und Anekdoten, die der Villacher Arno Wiedergut aus sechs Jahrzehnten seines Lebens erzählt. In seinem jetzt erschienenen Buch „Viel mehr geht nicht“ berichtet er über bisher unbekannte Vorkommnisse, die man kaum glauben möchte. Die Präsentation des 480 Seiten umfassenden Werks, das bereits neunte Buch Wiederguts, fand am Freitag in der „Klagenfurter Sezession“ in den Räumlichkeiten der „Tischlerei mit Format“ statt. Unter den rund hundert Gästen waren auch Politiker von einst und jetzt.
Unglaubliche Dinge
Einiges, was der Autor in seinem langen Berufsleben als innen- und außenpolitischer Redakteur der Austria Presse Agentur nie veröffentlichen hätte dürfen, kommt hier zur Sprache. Zudem gibt es nahezu unglaubliche Dinge, die er beruflich und privat im In- und Ausland erlebte und die man besser nicht machen sollte. Stichworte: Krieg, Drogen, Mafia, Korruption, Spielsucht und Frauen.
Viele der Erzählungen sind mit den dazu passenden Originalfotos angereichert, die Staunen und Schmunzeln hervorrufen. Und zwei Garantien gibt es auch. „Jedes Wort in diesem Buch ist wahr und es hat wohl noch nie jemand so schonungslos über sein Leben berichtet“, betonte Wiedergut.
Ein Mann der Mitte
Eine „Laudatio“ hielt der frühere Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Er versicherte, dass Wiedergut stets „ein Mann der Mitte“ war. Er habe in den damals sehr turbulenten politischen Zeiten immer darauf geachtet, objektiv zu berichten. „Du hattest stürmische Zeiten als Innen- und Auslandsjournalist. Der Titel des Buchs ist ‚Viel mehr geht nicht‘ – und mehr kann man dazu nicht sagen“, erklärte Dörfler.
Episode aus Gmünd
Mit einer herrlichen Episode wartete der europaweit bekannte Touristiker Siggi Neuschitzer auf. Er erzählte, dass er seinerzeit Wiedergut gebeten hatte, nach Gmünd zu einem Interview mit Josef Jury, dem ersten BZÖ-Bürgermeister Österreichs, zu kommen. Zuvor hatte er diesen davor gewarnt, sich jede Äußerung genau zu überlegen, denn: „Arno weiß, auch wenn wir alle besoffen sind, am nächsten Tag noch jedes Wort und Zitat!“ Und so war es. Je länger die Nacht dauerte, umso mehr schimpfte Jury über seinen bisherigen Parteichef Jörg Haider, der die FPÖ verlassen und das BZÖ gegründet hatte. Am nächsten Tag flehte Neuschitzer Wiedergut an, die Meldung nicht zu versenden – und so geschah es.
Bei der Buchpräsentation gab es auch einige Kostproben zu hören. Der Bühnen- und Filmdarsteller Charles Elkins schockierte das Publikum mit Wiederguts Erinnerungen an die schreckliche Zeit im Bundeskonvikt Lienz und der Herausgeber der „Faschingszeitung“, Reinhard Eberhart, servierte lustige Anekdoten aus Wiederguts bewegtem Leben.
Zur Person
Arno Wiedergut sammelte seine ersten journalistischen Erfahrungen während des Gymnasiums in Artikeln für die „Kleine Zeitung“. Während des Publizistik- und Geschichte-Studiums in Wien war er in der Wirtschaftsredaktion der Tageszeitung „Die Presse“ und bei anderen Printmedien tätig. 1980 kam er in Wien zur Austria Presse Agentur, wo er zunächst den ORF-Teletext betreute. Es folgten sieben Jahre im Außenpolitik-Ressort, ehe Wiedergut von 1988 bis 2008 das APA-Büro in Klagenfurt leitete. Danach arbeitete er als freier Journalist, Chefredakteur des „Kärnten Journal“ und Medienberater beim Land Kärnten und der Stadt Klagenfurt sowie für seine Agentur „Presse Service Süd – PSS“.
Wiedergut ist Mitautor der Bücher „Jörg Haider – Mensch. Mythos. Medienstar“ (2008), „Triest: Lebendiger Treffpunkt Mitteleuropas“ (2012) und „Habt’s a bissl Zeit?“ (2016) sowie Autor der Anekdotenbücher „Du hast den Max umgebracht“ (2009) und „Bitte nicht die Letzte Ölung!“ (2014). Zudem verfasste er für „Lisa Film“ die Bücher „Hollywood am Wörthersee – 100 Jahre Filmland Kärnten“ (2015), „Unterhaltung ist unsere Leidenschaft“ (2017), „Angelika – Ein Sonntagskind auf und abseits der Leinwand“ (2018) und „Die Supernasen – Die Legende lebt“ (erscheint 2022). Für eine Reihe von Büchern übernahm er die Funktion des Lektors. Wiedergut ist mit Stefanie verheiratet, ihr gemeinsamer Sohn heißt Dorian.
Das Buch
- „Viel mehr geht nicht!“ (Eigenverlag)
- Hardcover, 480 Seiten, bebildert, 25 Euro
- Erhältlich in allen guten Buchhandlungen und per E‑Mail (arno.wiedergut@chello.at)
- Autor Arno Wiedergut (Mitte) mit Alt-Landeshauptmann Gerhard Dörfler (links) und Richi Di Bernardo
- Arno Wiedergut mit seiner langjährigen Kollegin Antonia Gössinger („Kleine Zeitung“-Chefredakteurin in Ruhe), Geschäftsführer Herwig Druml (Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender) und Gastronom Peter Zwanziger (von links)
- Arno Wiedergut (rechts) auf der Bühne mit Tischlermeister und Freund Gottfried Riepl
- Beste Stimmung bei Keutschachs Vizebürgermeister Karl Dovjak, Alt-Landeshauptmann Gerhard Dörfer und Alt-Landtagspräsident Rudi Schober (von links)
- Patrizia und Martin Spendel (Neurochirurg), Arno Wiedergut sowie die ehemaligen Politiker Christine Muttonen und Rudolf Schober (von links)

