Winterdienst
Die ÖBB sind für Schnee und Eis gerüstet
5.000 Mitarbeiter, über 10.000 Weichenheizungen und eine zwei Mal tausend PS-starke Hochleistungsschneeschleuder – die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sind für den angebrochenen Winter ausgerüstet.
Auch heuer aktivierten die ÖBB bereits frühzeitig die technische Winterausrüstung und trafen Vorbereitungen für Eis, Frost und Schnee (siehe unten). Allein in Kärnten wurden 1.036 Weichenheizungen, 13.000 Laufmeter Lawinen- und 10.000 Meter Steinschlagschutz kontrolliert. Für den Winterdienst sind jedes Jahr 40 Millionen Euro vorgesehen. Rund 5.000 Mitarbeiter stehen bereit, um im Schichtbetrieb vor allem im Gleis- und Weichenbereich sowie an den Bahnsteigen einen reibungslosen Bahnbetrieb zu gewähren.
Eine Hochleistungsschneeschleuder
Seit letztem Winter kommt auch eine Hochleistungsschneeschleuder zum Einsatz. Das handelt es sich im eine zwei Mal tausend PS-starke und 77 Tonnen schwere vier-achsige Schneeschleuder mit Drehrahmenkonzept. Sie erzielt eine Räumleistung von bis zu 15.000 Tonnen pro Stunde, ist auch bei minus 25 Grad einsatzbereit und erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h. Neben diesem Einsatzgerät stehen noch zwei weitere Schneeschleudern auf Abruf bereit.
Die Berufsgruppen im Winterdienst
Die Techniker und Lehnenmeister sorgen bereits vor Wintereinbruch dafür, dass sich der Anlagen‑, Lawinen- und Steinschlagschutz in einwandfreiem Zustand befinden. Im Winterdienst sind dann verschiedene Berufsgruppen gefordert. Dazu zählen auch die Streckenmitarbeiter, die Weichen von Schnee und Eis befreien müssen. Im Fall der Fälle ist ein 5.000 Kilometer langes Streckennetz mit Schneepflügen, Schneefräsen und Schneebürsten frei zu halten.
Investitionen in die Sicherheit
Lawinenverbauungen, Steinschlagschutznetze und Wildbachsperren sind Bereiche, in denen die ÖBB investiert. Konkret werden in Österreich rund 190.000 Laufmeter Steinschlag- und Lawinenverbauungen betreut, rund 3.900 Hektar Felsflächen überwacht und etwa 2.800 Hektar Schutzwälder bewirtschaftet. Dabei wird auf Datenbanken und geographische Informationssysteme zurückgegriffen, die bei Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Erneuerung von Schutzbauten hilfreich sind.

Punktgenaue Wetterprognosen
Die ÖBB verfügen auch über ein genaues, betriebseigenes und streckenspezifisches Wetter-Vorwarnsystem, das für die Aktivierung der Bereitschafts- und Einsatzkräfte entscheidend ist. In den verschiedenen Regionen liefern 51 ÖBB-eigene Wetterstationen sowohl im Hochgebirge als auch an den Strecken Daten für die Wetterprognosen. Auf Basis dieser Daten werden die Bereitschaftsdienste organisiert und das Personal bei Bedarf mobilisiert. Die Erfassung von Naturgefahren-Potenzialen, die durch Extremwetter-Ereignisse ausgelöst werden können, ist auch eine wichtige Entscheidungsgrundlage für langfristige Präventivmaßnahmen und somit auch die Basis für die Planung von Schutzmaßnahmen.
ÖBB-Winterdienst in Zahlen
- Rund 40 Millionen Euro investieren die ÖBB jährlich in den Winterdienst.
- 5.000 Mitarbeiter sind österreichweit im Einsatz.
- Mehr als 1.000 Bahnhöfe und Haltestellen werden von Eis und Schnee befreit (über 100 Bahnhöfe und Haltestellen in Kärnten und Osttirol).
- Von knapp 13.400 Weichen österreichweit sind knapp 10.400 mit Weichenheizungen ausgestattet.
- 192 Kilometer Lawinen- und Steinschlagschutz werden österreichweit auf ihre Wintertauglichkeit kontrolliert.
- Insgesamt 51 Wetterstationen sind im Einsatz, um die Wetterbedingungen vorhersagen zu können (21 Hochgebirgswetterstationen und 30 Basiswetterstationen).