Welt-Aidstag
Land Kärnten ruft zum „lebensrettenden“ Test auf
Rund 450 Personen sind in Kärnten HIV-positiv. Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner und Günther Nagele von der Aidshilfe Kärnten appellieren: „Lassen Sie sich testen!“
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Am heutigen 1. Dezember ist Welt-Aidstag. Erstmals 1988 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen, wird der Welt-Aidstag jedes Jahr unter ein bestimmtes Motto gestellt. Heuer ist der Aufruf der Weltgesundheitsorganisation sehr kämpferisch: „End inequalities, end Aids, End Pandemics (Ende der Ungleichheit, Ende für AIDS, Ende der Pandemie).“ „Dieser eindringliche Appell soll nicht zuletzt alle Menschen dazu aufrufen, sich testen zu lassen. Denn nur wenn man weiß, ob man sich angesteckt hat, kann man aktiv gegen die Erkrankung vorgehen. Damit kann man sein eigenes Leben retten – und andere Menschen vor einer Ansteckung bewahren“, betont Landeshauptmann-Stellvertreterin und Gesundheitsreferentin Beate Prettner.
Kostenlose Testprogramme
Die Aidshilfe Kärnten ermöglicht laufend kostenlose Testprogramme. „In unserem Programm bilden die unterschiedlichen Testmöglichkeiten auf HIV – Duo-Antikörper/Antigen, PCR und Schnelltestverfahren – immer noch den Schwerpunkt. Im Laufe der vergangenen Jahre haben sich die Testmöglichkeiten auf sexuell übertragbare Erkrankungen wie Syphilis, Tripper und Chlamydien gut etabliert“, informiert Günther Nagele, Leiter der Aidshilfe Kärnten.
Es kann jeden treffen
„Gerade in Zeiten der Covid-Krise sind Verantwortungsbewusstsein und Engagement für ein solidarisches Miteinander besonders wichtig“, sind Prettner und Nagele überzeugt. Prettner fügt hinzu: „Noch immer bestehen Stigmatisierungen von Menschen mit HIV. Diesen gilt es entgegenzuwirken. Wir müssen uns auch bewusstmachen, dass es tatsächlich jeden treffen kann.“ Rund 450 Menschen leben mit HIV in Kärnten. Die Zahl der positiv getesteten ist im laufenden Jahr um 20 angestiegen.
Doppelte Gefahr
Die Österreichische Aids-Gesellschaft geht davon aus, dass es etwa 9.000 bis 10.000 HIV-infizierte Menschen in Österreich gibt. Allerdings würden rund zehn Prozent von ihnen nicht über ihre Infektion Bescheid wissen, weil sie noch nicht getestet wurden. Somit erhalten sie auch keine Behandlung. Hier liegt die doppelte Gefahr: „Zum einen laufen diese Menschen Gefahr, dass ihre Infizierung zu spät registriert wird, zum anderen können sie weitere Menschen infizieren“, sagt Prettner.
Andacht online
Die Aidshilfe Kärnten lädt heute (1. Dezember 2021) gemeinsam mit dem Katholischen Familienwerk um 19 Uhr in die Kreuzberglkirche zu einer Andacht ein. „Wir wollen der Menschen gedenken, die an HIV/Aids gestorben sind, der Stigmatisierung von betroffenen Menschen entgegenwirken und für das Thema wachrütteln“, erklärt Nagele. Die Andacht findet auch online (kath-kirche-kaernten.at) statt.


